Fußball-Landesliga: (daz) Zum zweiten Mal in dieser Saison grüßt der FC 08 Villingen II als Spitzenreiter der Liga. Der eigene 2:0-Erfolg gegen Walbertsweiler sowie der Ausrutscher des SC Pfullendorf in Furtwangen brachten die Elf von Trainer Marcel Yahyaijan auf Platz eins. „Für mich ist das eine schöne Momentaufnahme und nicht mehr. Schon am nächsten Samstag stehen wir in Pfullendorf wieder auf dem Prüfstand“, sagt Yahyaijan. Der Coach sah gegen Walbertsweiler gute 15 Auftaktminuten seiner Elf, dann aber auch einen Bruch im Spiel. „Zeitweise fehlte uns die nötige Aggressivität. Ich musste daher auch eine kleine Kabinenpredigt loswerden, die angekommen ist. Was wir in den zweiten 45 Minuten gezeigt haben, war ganz stark“, freute sich Yahyaijan.

Ein richtiges Spektakel erlebten die Zuschauer beim 3:2-Erfolg des FC Furtwangen gegen Pfullendorf. Erst die 2:0-Führung der Bregtäler, dann das 2:2. Später drei Platzverweise und die erneute Furtwanger Führung. Und schließlich der von Spieler Sebastian Stumpp gehaltene Elfmeter, der die drei Zähler absicherte, nachdem Schlussmann Christoph Wehrle zuvor die gelbrote Karte gesehen hatte. „Eigentlich müssten die Zuschauer nach so einer Partie noch einmal zwei Euro in die Kasse werfen. Die Partie hatte einen großen Unterhaltungswert“, analysiert Markus Knackmuß. Der Trainer hatte aber auch mehrfach Grund zum großen Ärger. „Unsere 1:0-Führung wird vom Schiedsrichter auf Zuruf der Pfullendorfer zurückgenommen. Zudem war der Elfmeter keiner. In einer Rangliste der unberechtigten Elfmeter gehört dieser in die Top drei.“ Gefallen hat Knackmuß, dass seine Elf mutig spielte und einmal mehr zeigte, dass sich die Furtwanger vor keinem Gegner in der Liga verstecken müssen.

Mit dem 1:6 gegen die DJK Donaueschingen kassierte der FC Schonach die höchste Niederlage in der noch jungen Landesliga-Historie. „Auch für mich als Trainer war es die höchste Pleite. Ich hatte danach eine schlaflose Nacht“, meinte Trainer Enrique Blanco. Er sah ein Spiel, „dass schon fast Verbandsliga-Niveau hatte“. Es gab einen Unterschied zwischen beiden Teams. „Wir haben die Chancen ausgelassen und die DJK hat ihre brutal gut genutzt. Schon in den ersten 20 Minuten laufen wir dreimal allein auf das Tor des Gegners zu und scheitern am Torhüter oder Aluminium. Nach dem 3:1 hatte ich das Gefühl, dass noch etwas geht, aber auch da war Donaueschingen cleverer.“ Blanco verfällt trotz der Heimpleite nicht in Hektik: „Es war unsere dritte Saisonniederlage. Wir spielen weiterhin eine klasse Runde und haben auch gegen diesen starken Gegner technisch und taktisch gut mitgehalten.“

Grenzenlose Begeisterung gab es nach der Partie in Schonach bei Olaf Kurth, dem Trainer der DJK Donaueschingen. „Es war von beiden Seiten ein super Landesliga-Spiel. Ein Spiel, um mit der Zunge zu schnalzen.“ Kurth ist regelrecht begeistert, in welcher Form und Verfassung sich seine Elf nun schon seit einigen Wochen präsentiert. „Wir haben alle aktuell viel Spaß. Wir werden auch in den kommenden acht Spielen Vollgas geben“, betont der DJK-Coach. In der aktuellen Verfassung gehört seine Elf zu den drei besten Teams der Liga. Eine kleine Träne ist bei den Donaueschingern dennoch im Auge. Was wäre wohl ohne den völlig verkorksten Saisonstart möglich gewesen? „Natürlich kommen diese Gedanken, aber wir können es jetzt nicht mehr ändern. Umso wichtiger ist es, bis zum Saisonende zu zeigen, welche Qualität wir haben“, ergänzt Kurth.

Weiterhin auf der Stelle tritt der FC Löffingen, der bei der SG Dettingen (1:2) wieder ein Erfolgserlebnis verpasste. „Diese Niederlage ist einmal mehr ärgerlich, denn sie war völlig unnötig. Wir hatten in der ersten Halbzeit alle Trümpfe in der Hand und agieren dann nach dem Seitenwechsel sorglos. Die letzte Konsequenz fehlt da. Dabei habe ich in der Pause noch mehrfach darauf hingewiesen, was passieren kann“, sagt Trainer Tim Heine. Seine Worte blieben offenbar ungehört. Leichtfertig habe seine Elf die Führung hergeschenkt. Heine: „Zum dritten Mal in Folge gibt uns eine 1:0-Führung nicht die erhoffte Sicherheit“, fügt Heine an. Klar sei nun, dass am Mittwoch gegen Obereschach ein Sieg folgen muss, um nicht in den Abstiegskampf zu geraten.

Für große Erleichterung sorgte der 2:0-Erfolg der DJK Villingen gegen Überlingen. „Da sind uns einige Steine von den Schultern gefallen“, sagt Trainer Jan Hirsch. Es war im 23. Saisonspiel erst der vierte Sieg. Hirsch lobte die geschlossene Mannschaftsleistung, auch wenn ihm in Halbzeit eins die vielen Abspielfehler missfielen. Ausgezeichnet präsentierte sich Schlussmann Lavdrim Amiti, an dem sich die Überlinger die Zähne ausbissen. „Der Sieg wird uns Auftrieb geben. Wir haben gut gespielt und hatten endlich auch einmal das nötige Quäntchen Glück dazu“, ergänzt Hirsch.

Zum zweiten Mal innerhalb von wenigen Tagen kassierte der SV Obereschach fünf Tore. Dem 4:5 gegen Donaueschingen am Mittwoch folgte am Sonntag das 2:5 in Markdorf. In den vergangenen sechs Partien schlug es 27 Mal im Kasten des SVO ein. „Das ist alarmierend. So viele Tore können wir im Angriff gar nicht schießen“, bilanziert Alexander Lees aus dem Trainerteam. Seine Elf habe nach der 1:0-Führung in Markdorf „das Spiel komplett im Griff“ gehabt, sei dann aber durch die gelbrote Karte und den Ausgleich in alte Muster verfallen. Hinzu kommt, dass der zweifache Torschütze Jan Sakschewski sich verletzte und ein Einsatz am Mittwoch in Löffingen fraglich ist. Lees: „Unser Ziel aus der englischen Woche sind vier bis sechs Zähler. Nach den null Punkten in Markdorf kann sich jeder ausrechnen, was in den kommenden zwei Partien auf dem Spiel steht.“