Fußball-Oberliga: Es war ein hartes Stück Arbeit, bis der Heimsieg des FC 08 Villingen gegen Spielberg feststand. In der Schlussphase der Partie fiel nicht nur der entscheidende Treffer, es gab auch eine bittere Szene.

Allgemeines Durchatmen: So lassen sich die Reaktionen auf Villinger Seite nach dem hauchdünnen 1:0-Sieg gegen Spielberg am Samstag wohl am besten zusammenfassen. Fußballerische Feinkost war es nicht, wie auch Trainer Jago Maric („Das war ein glücklicher Sieg“) einräumte. Andererseits: Bei drei „Englischen Wochen“ in Folge, dazu noch bei reduziertem Personalstand und einem clever agierenden Gegner, zählen nur die drei Punkte. Durch den Erfolg verteidigten die Nullachter sowohl den dritten Tabellenplatz als auch Rang eins in der Heimbilanz (zehn Siege, zwei Unentschieden, eine Niederlage).

Belastung: Die drei Spiele binnen sieben Tagen waren den Villinger Akteuren gegen Spielberg deutlich anzumerken. „Es haben mit Nedzad Plavci, Daniel Wehrle, Tevfik Ceylan, Danilo Cristilli und Frederick Bruno fünf Akteure gefehlt. Das war schon zuvor klar, dass es kein Spaziergang wird“, sagte der Sportliche Leiter Mario Ketterer, der in den Schlussminuten persönlich auf dem Spielfeld half, den Sieg abzusichern. Ketterer kam direkt aus Heidelberg und wollte eigentlich das Spiel nur von außen verfolgen. Da mit Luca Crudo und Volkan Bak jedoch ohnehin schon zwei Nachwuchsakteure eingesetzt worden waren, brauchte Maric einen Routinier. So wechselte Ketterer kurzerhand die Rollen und wurde vom Funktionär zum sportlichen Akteur.

Weitere Personalsorgen: Ob Ketterer auch am Mittwoch gegen den FV Ravensburg wieder auf einige Einsatzminuten kommt, ist derzeit offen. Denkbar wäre es, denn mit Daniel Niedermann fällt ein weiterer Spieler aus. Der Defensivmann musste mit einer Knöchelverletzung in der 85. Minute mit der Trage vom Platz gebracht werden und fällt am Mittwoch definitiv aus. Möglicherweise ist Niedermann in Pforzheim (25. April) oder gegen Backnang (28. April) wieder eine Option. Etwas früher könnte Daniel Wehrle zurückkommen, dessen Knöchel eventuell am Samstag in Nöttingen wieder einen Einsatz zulässt. Bestenfalls könnte Wehrle sogar schon gegen Ravensburg wieder im Kader steht.

Bei Danilo Cristilli sieht es nach seiner zwischenzeitlich geglückten Rückkehr nun wieder schlecht aus – aufgrund seiner Kniebeschwerden wird er noch einige Wochen, schlimmstenfalls sogar den Rest der Saison zuschauen müssen. Frederick Bruno ist hingegen schon wieder ins Training eingestiegen. „Wir hoffen, dass er in den nächsten zwei Wochen erste Kurzeinsätze bestreiten kann“, meint Ketterer. Immerhin: Tevfik Ceylan, am Samstag aus privaten Gründen nicht dabei, steht gegen Ravensburg wieder zur Verfügung. Die Oberschwaben haben derweil ein ganz anderes Problem: Vergangenen Dienstag gegen Reutlingen sah Stammtorhüter Kevin Kraus die Rote Karte, am Samstag gegen Neckarsulm dann sein Stellvertreter Haris Mesic.

Abwarten: Ein Gesprächsthema ist weiterhin die Personalie Nedzad Plavci: Der beste Villinger Torschütze trainiert fleißig mit der Mannschaft mit, weiß aber derzeit noch nicht, ob er in dieser Saison überhaupt noch einmal zum Einsatz kommt. Nachdem der FC 08 gegen die ausgesprochene Sperre (bis 8. Juni) Berufung eingelegt hat, hofft man auf Seiten der Villinger, dass der 29-Jährige wenigstens in der finalen Saisonphase – unter anderem beim südbadischen Pokalfinale am 21. Mai gegen Linx – wieder spielen kann. Immerhin: Der Südbadische Fußballverband hält es für wahrscheinlich, dass in den nächsten Tagen die Berufung entschieden wird.

Überlegungen: Angesichts der vielen Ausfälle müssen die Verantwortlichen auch die Verteilung zwischen den Spielern der Oberliga-Mannschaft und des U23-Teams neu überdenken. Beide haben am Samstag zeitgleich wichtige Partien. In der Oberliga geht es für den FC 08 nach Nöttingen, in der Landesliga fährt die „Zweite“ als Spitzenreiter zum Top-Spiel nach Pfullendorf. „Wir werden sicher nicht nur mit einem Ersatzspieler nach Nöttingen reisen“, stellt Ketterer klar. Andererseits werden im Nordbadischen wohl kaum sieben Akteure auf der Bank sitzen, da Villingen auch mit einem möglichst starken Team in Pfullendorf antreten will.