Wie sind Ihre Eindrücke nach den ersten vier Testspielen der neuen Wild Wings-Mannschaft?

Ganz gut. Die Jungs ziehen alle gut mit. Die Intensität ist hoch. Das, was ich sehe, passt im Großen und Ganzen.

Wie sieht’s bei den Neuzugängen aus?

Sie wurden relativ schnell integriert und fühlen sich wohl. Es hat natürlich geholfen, dass einige von ihnen Wild Wings-Spieler schon kannten und mit ihnen zusammengespielt haben.

Worauf legen Sie besonderen Wert, dass sich neue Spieler schneller wohlfühlen?

Es ist wichtig, dass Wohnung und Auto bereitstehen, wenn der Spieler eintrifft. Zudem gilt es an den ersten zwei, drei Tagen gleich die Behördengänge zu machen, damit sich der Spieler danach auf Eishockey konzentrieren kann. Dass die Spieler nicht nur gemeinsam auf dem Eis sind, sondern auch nach dem Training zusammensitzen und quatschen, gehört ebenfalls dazu.

Und Teambuilding-Maßnahmen...

Auch die sind bedeutend. Unter anderem, weil sich die Struktur der Mannschaft verändert. Wie haben zwar nicht viele neue Spieler. Aber mit Will Acton, Damien Fleury und Uli Maurer sind drei Führungsspieler gegangen. Dies verändert das Mannschaftsgefüge. Andere Spieler müssen mehr Verantwortung übernehmen.

Es gibt vier externe Zugänge. Mit wievielen möglichen Neuzugängen führten sie die vergangenen Monaten Gespräche?

Etwa 25. Die genaue Zahl weiß ich nicht mehr.

Scheitert es immer am Geld?

Es gibt auch andere Gründe. Wenn wir mit Spielern Gespräche führen, zeigen wir ihnen klar auf, welche Philosophie wir verfolgen und dass Schwenningen ein Traditionsverein ist. Wir müssen spüren, dass der Spieler voll dahinter steht.

Denken Sie hin und wieder an den Tag, als Will Acton in Ihr Büro kam und sagte er will nach Nürnberg wechseln?

Nein. Das ist für mich abgehakt. Ich bin von der neuen Mannschaft überzeugt. Wir werden wieder eine gute Saison spielen.

Immerhin brachte der Acton-Wechsel eine Ablösesumme. Waren Sie damit zufrieden?

Ja. Über genaue Details gebe ich jedoch keine Auskunft.

Lediglich vier Spieler im aktuellen Wild Wings-Kader haben einen Vertrag über die nächste Saison hinaus. Kommt dies durch die Erfahrung, dass langfristige Verträge ohnehin nicht mehr die Bedeutung haben wie früher?

Nein. Ganz und gar nicht. Das hat sich so ergeben. Im Eishockey ist es ja grundsätzlich nicht üblich, dass ein Spieler seinen Vertrag vorzeitig auflösen will.

Wie intensiv wird der Manager in den nächsten Wochen den Spielermarkt beobachten, wenn in der eigenen Mannschaft ohnehin bereits zehn von elf möglichen Ausländerplätzen vergeben sind?

Natürlich nicht so intensiv, wie wenn man reagieren muss. Allerdings bekomme ich immer noch täglich E-Mails, in denen uns Spieler angeboten werden.

Mit Boaz Bassen war ein Verteidiger aus dem Nachwuchsbereich bei den ersten Tests dabei. Wie ist die Planung mit dem 19-Jährigen?

Boaz hat in den ersten Vorbereitungsspielen und im Training gezeigt, dass er läuferisch stark ist. Er trainiert auch künftig bei uns mit, ist aber für unsere U 20-Mannschaft eingeplant. Boaz wird aber sicherlich in der kommenden Saison auch bei den Wild Wings Einsatzzeiten bekommen.

In 16 Tagen geht die neue DEL-Saison bereits los. Was dürfen die Wild Wings-Fans von Ihrer Mannschaft erwarten?

Dass wir unsere Tugend zeigen wollen. Hohe Laufbereitschaft, Intensität und Geschlossenheit. Jeder gegnerische Spieler muss wissen, dass immer mindestens einer von uns sofort da ist, um ihn zu stören. Wenn die Mannschaft alles gibt und es am Ende doch nicht reicht, dann muss man sich auch keine Vorwürfe machen.

Fragen: Christof Kaltenbach