Fußball-Oberliga: Sie kamen quasi als Dreierpack in den Friedengrund. Zusammen mit Torhüter Jonas Huchler und Stürmer Kamran Yahyaijan wechselte der 22-jährige Nicola Leberer vom SC Freiburg zum FC 08 Villingen. „Der Kontakt kam über Kamran zustande. Dessen Bruder Marcel war damals Sportlicher Leiter beim FC 08. Wir haben auf Anhieb gute Gespräche geführt“, sagt der Innenverteidiger. Für die Zukunft sieht Leberer den Oberligisten sehr gut aufgestellt – der entscheidende Grund für seinen Wechsel von der Freiburger Regionalliga-Mannschaft in den Friedengrund. Leberer: „Der FC 08 Villingen ist eine gute Adresse. Im Pokalwettbewerb kommen sie regelmäßig sehr weit und in der Oberliga haben die Nullachter Ambitionen, aufzusteigen.“

Vor seiner jetzigen Station bei den Nullachtern stand der Rechtsfuß zwei Jahre lang im Kader des SC Freiburg II. Zu mehr als sechs Pflichtspieleinsätzen kam es jedoch nie. Leberer: „Die Zeit beim Sportclub war leider sehr verletzungsgeprägt. Ich verbrachte mehr Stunden in der Reha als auf dem Fußballplatz.“ Dennoch habe er viel gelernt und es sei eine „coole“ Zeit gewesen. Aufgrund der jüngeren Vergangenheit im Breisgau hat Leberer vor allem einen Wunsch: „Ich war eineinhalb Jahre lädiert und will jetzt verletzungsfrei bleiben, Spielpraxis sammeln und beim FC 08 Stammspieler werden. Im Pokal und in der Liga haben wir große Ziele und möchten so viel wie möglich erreichen“, erklärt er selbstbewusst.

Bevor Nicola Leberer sich im Juli 2016 der Bundesliga-Reserve des SC Freiburg anschloss, stand er beim SV Oberachern unter Vertrag. Hier erlebte er beim 3:5 im Pokalfinale 2015/16 sein bislang wohl emotionalstes Spiel – ausgerechnet gegen seinen neuen Verein. „Das war ganz bitter. Wir hatten damals in der Oberliga-Runde zweimal souverän gegen Villingen gewonnen. Im Pokalfinale lagen wir 0:2 zurück, drehten das Spiel und verloren letztlich doch“, erinnert er sich. Trotz der Niederlage behält der Defensivakteur diese Partie bis heute in seinem Gedächtnis. „Es war der bisherige Höhepunkt in meiner Karriere. Vor so vielen Zuschauern und Fernsehkameras Fußball zu spielen – dafür trainiert jeder.“ Zudem sei der Austragungsort in Offenburg ein besonderer für Leberer gewesen, da er zu Jugendzeiten beim Offenburger FV seine ersten Schritte mit dem runden Leder machte. In der bald beginnenden Oberliga-Spielzeit kommt es zum Wiedersehen zwischen Leberer und seinem Ex-Klub aus Oberachern.

Am Samstag startet der FC 08 bei der TSG Backnang in die Oberliga-Runde. Die Mannschaftsziele wurden bereits innerhalb des Vereins besprochen. Leberer: „Es gab einen kleinen Umbruch im Kader, da gerade in der Offensive wichtige Spieler den Klub verlassen haben. Klar ist, dass wir vorne mitspielen möchten. Realistisch ist auf jeden Fall Platz zwei oder drei. Vielleicht klappt es sogar mit dem Aufstieg.“

Abseits des grünen Rasens strebt der 22-Jährige einen Ausbildungsplatz an. Hier gibt es aktuell noch Probleme. „Es war erst relativ spät klar, dass ich nach Villingen kommen werde. Alle Ausbildungsplätze in meinem Bereich Sport und Ernährung waren schon vergeben. Momentan schaue ich gmeinsam mit dem Verein, was sich eventuell noch machen lässt.“

Hat der talentierte FC 08-Neuzugang endlich einen Job und eine Wohnung in Villingen gefunden, kann sich Nicola Leberer voll und ganz auf den Fußball konzentrieren.