Herr Kayan, wie fällt Ihr Fazit der Fußball-Saison 2017/18 im Bezirk Schwarzwald aus?

Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden. Es gab Erfreuliches, aber auch Dinge, die unerfreulich waren.

Was hat Sie besonders gefreut?

Ein Highlight war, wie schon die vergangenen Jahre, der Tag mit den Bezirkspokal-Endspielen bei den Frauen und Männern. Das ist mittlerweile eine attraktive Veranstaltung auf sportlich hohem Niveau. Gefreut hat mich auch das Abschneiden des FC 08 Villingen in der Oberliga-Saison.

Für den FC 08 Villingen gab es aber auch Enttäuschungen. Wie stufen Sie den verpassten Regionalliga-Aufstieg und das verlorene Finale im südbadischen Verbandspokal ein?

Ein Regionalligist aus dem Schwarzwald wäre natürlich eine tolle Sache. Aber der verpasste Aufstieg ist zu verschmerzen. Was nicht ist, kann ja noch werden. Enttäuschend fand ich den Villinger Auftritt beim Pokalfinale. Das war vergleichbar mit der Vorstellung der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Russland.

Was hat Sie noch enttäuscht in den vergangenen Monaten?

Dass der Bezirk Schwarzwald durch den Abstieg des FC Bad Dürrheim und des FC Neustadt seit Jahren erstmals keinen Verbandsligisten mehr hat.

Sind Sie denn mit dem Saisonverlauf auf Bezirksebene zufrieden?

Ja. Es war in den meisten Ligen eine sportlich interessante Saison.

Und wie beurteilen Sie die Disziplin auf den Fußballplätzen im Schwarzwald?

Auch hier bin ich alles in allem zufrieden. Es gab bei den Aktiven einen unschönen Spielabbruch. Das war in den vergangenen Jahren schon schlimmer. Bedenklich ist jedoch die Entwicklung im Jugendbereich.

Inwiefern?

Es gab zwei Spielabbrüche aufgrund von Handgreiflichkeiten. Dass es überhaupt dazu kommt, ist auch ein gesellschaftliches Problem. Manche Jugendlichen lernen in ihrem Elternhaus nicht mehr die nötigen Dinge, wie zum Beispiel Respekt. Dies wirkt sich dann auch negativ auf dem Fußballplatz aus.

Wie kann man dieser Entwicklung entgegenwirken?

Wir müssen verstärkt Aufklärung betreiben und an die Verantwortlichen in den Vereinen herangehen. Wir sind mittlerweile leider soweit, dass Jugendtrainer ihren Spielern auch Manieren beibringen müssen. Das erhöht die Anforderungen an die Trainer im Nachwuchsbereich.

In der kommenden Saison wird der digitale Spielerpass auf Bezirksebene eingeführt. Wie ist die Umstellung geplant?

Im Herbst sollen bereits die ersten Schritte zur Umsetzung gemacht werden. Ich werde die Vereine am Samstag beim Bezirkstag noch einmal genauer über den geplanten Ablauf informieren.

Erwarten Sie beim Bezirkstag in Peterzell einen harmonischen oder eher kontroversen Verlauf?

Ich rechne mit einem harmonischen Verlauf. Es gibt keine Neuwahlen. Auch die Diskussionspunkte der vergangenen Jahre, wie Staffeleinteilung oder Reduzierung in der Kreisliga A, gibt es in dieser Jahr nicht.

Am Sonntag endet die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. Was sind Ihre Erkenntnisse der WM?

Dass nicht mehr Ballbesitz-Fußball gefragt ist, sondern Kampfgeist und Leidenschaft. Außerdem glaube ich, dass es noch nie so einfach war, Fußball-Weltmeister zu werden. Hätte unsere Mannschaft nur halbwegs die Leistung von 2014 abgerufen, wären die Chancen auf die Titelverteidigung sehr gut gewesen.

Fragen: Christof Kaltenbach