Fußball-Bezirksliga: Die Saison 2017/18 im Schwarzwälder Bezirksoberhaus ist Geschichte. Mit dem SV Geisingen gibt es einen neuen Bezirksmeister. Der FC Hochemmingen hat sich auf Rang zwei für die Aufstiegsspiele qualifiziert. Setzt sich Hochemmingen da durch, gibt es nur drei Absteiger. Scheitert Hochemmingen, muss auch der FC Dauchingen neben dem SV Überauchen, FC Brigachtal und SG Riedöschingen/Hondingen in die Kreisliga A.

Meisterschaft im zweiten Jahr

Nur 24 Monate nach dem Aufstieg in die Bezirksliga hat der SV Geisingen den nächsten Schritt geschafft und spielt in der kommenden Saison erstmals in der Vereinsgeschichte in der Landesliga. „Wir waren in der ersten Bezirksliga-Runde noch zu sehr von ein, zwei Spielern abhängig. Jetzt sind wir breiter aufgestellt. Ich habe immer um die große Qualität gewusst und deshalb auch frühzeitig das Ziel Meisterschaft ausgegeben. Die Jungs haben an sich geglaubt“, sagt Spielertrainer Marijan Tucakovic. Die Geisinger blicken zuversichtlich auf die erste Landesliga-Saison. „Es wird drei externe Zugänge geben, darunter einen erfahrenen Spieler, mit denen wir den Klassenerhalt anpeilen“, sagt Vorsitzender Ralf Jauch. Tucakovic hat das gleiche Ziel, formuliert es aber etwas anders. „Wir wollen eine Runde ohne Stress spielen.“

Zweites Jahr mit Rang zwei gekrönt

Der FC Hochemmingen hat Platz vier und 50 Punkte aus der Premierensaison mit Rang zwei und 64 Punkten deutlich überboten. Der Lohn sind nun zwei Aufstiegsspiele gegen den Vizemeister der Bezirksliga Bodensee, den SV Denkingen. Trainer Mario Maus, der vor der Saison die Nachfolge von Roland Waldraff angetreten hat, gelang somit gleich im ersten Jahr der große Erfolg. „Ich habe schon im ersten Training die Qualität der Mannschaft gesehen. Die Spieler haben im Training großartig mitgezogen. Diesen Teamgeist habe ich noch nie erlebt“, sagt Maus und fügt an: „Egal wie die Aufstiegsspiele ausgehen – wir haben eine grandiose Saison gespielt.“ Mit Bezirksliga-Torschützenkönig Pascal Heinig (27 Tore) und Julian Künstler (20) stehen gleich zwei Akteure unter den vier besten Torjägern in der Liga. Hochemmingen war in der Saison nie schlechter als auf Rang vier platziert und feierte im Saisonfinale fünf überzeugende Siege am Stück.

Schwächephase kostet Rang zwei

Als Absteiger aus der Landesliga galt der FC Gutmadingen von Anfang an als Mitfavorit auf die ersten zwei Plätze. Im Abschlussklassement steht Platz drei. „Darüber gibt es bei uns keinerlei Verdruss. Hochemmingen hat sich im Kampf um Platz zwei verdient durchgesetzt und ich drücke ihnen die Daumen, damit sie den Landesliga-Aufstieg schaffen“, sagt Gutmadingens Trainer Steffen Breinlinger, der im Winter das Amt von Heinz Jäger übernommen hatte. Ende April kostete eine kleine Schwächephase mit nur einem Punkt aus drei Spielen den möglichen zweiten Platz. „Da hat uns etwas die Konstanz gefehlt. Wir haben mit 62 Punkten eine ordentliche Runde gespielt, auf der sich aufbauen lässt. Ich gehe sehr zuversichtlich in die Vorbereitung, zumal uns mit Florian Berisha nur ein Spieler in Richtung Immendingen verlässt. Die anderen 19 Spieler bleiben“, sagt Breinlinger. Nun gelte es, die Zahl der Gegentreffer zu reduzieren.

In allen Bilanzen verbessert

Mit der Abschlussplatzierung vier kletterte der FC Pfaffenweiler um einen Rang gegenüber der Vorsaison. „Wir wollten uns unabhängig von der Tabelle verbessern, was auch gelungen ist. Mich hat vor allem die Steigerung bei der Defensivarbeit gefreut. 22 Gegentore weniger als in der Vorsaison weniger sind ein Wort. Wir sind rundum kompakter aufgetreten und hatten lange die Chance auf Platz zwei. Dass es nicht geklappt hat, ist kein Beinbruch, da wir nie Platz zwei als Ziel ausgegeben hatten“, sagt Anders. Er spricht von einer „super Saison“, in der die Mannschaft viel gelernt habe, um den angeschobenen Entwicklungsprozess fortzusetzen. Im Sommer soll es zwei, drei Zugänge geben. Schwer wiegt der Abgang von Torhüter Toni Rösch (Karlsruhe). Intern wird an einer neuen Lösung gearbeitet, die Marc Schillinger heißen soll, der zuletzt im Feld spielte, jedoch das Handwerk als Torhüter gelernt hat. Pfaffenweiler ist als einziger der 16 Bezirksligisten ohne rote und gelbrote Karte geblieben.

Starke Rückrunde

Der TuS Bonndorf ist mit 35 von 45 möglichen Punkten die beste Rückrunden-Elf. Trainer Björn Schlageter hatte in der Winterpause das Amt von Nils Boll übernommen und bis auf Rückkehrer Marco Morat die gleiche Elf zur Verfügung. „Wir haben unser System etwas umgestellt. In der Vorrunde haben wir zu viele Chancen zugelassen. Das hat sich deutlich reduziert“, analysiert Schlageter. In der zuletzt gezeigten Verfassung werden die Bonndorfer in der neuen Saison zu beachten sein. „Die Mannschaft bleibt zusammen. Es gibt lediglich ein, zwei Fragezeichen, weil Spieler ein Studium beginnen. Wir werden aber sicherlich kein Titelkandidat sein“, blickt Schlageter voraus. Erstaunlich ist, dass Bonndorf weniger Gegentore kassiert hat Meister Geisingen.

Bester Aufsteiger

Aufsteiger DJK Donaueschingen II wurde mit 45 Punkten bester Aufsteiger. Mehr Siege als Niederlagen, mehr geschossene Tore als kassierte und Platz drei in der Fairnesstabelle sprechen für die Allmendshofener. „Auch wir mussten uns zu Beginn einem Lernprozess unterziehen, den die junge Mannschaft exzellent absolviert hat. Wir haben schönen Fußball gespielt, auch wenn es immer noch etwas zu verfeinern gibt“, bilanziert Thurow. Die Mannschaft wird sich nicht groß verändern. Laut Thurow haben trotz vieler Anfragen „98 Prozent der Spieler“ für die kommende Saison zugesagt. Bis zu sechs Eigengewächse aus der A-Jugend möchte Thurow integrieren, um ihnen die Chance zu geben, sich für höhere Aufgaben zu empfehlen.

Starker Neuling

Schon unmittelbar nach dem Aufstieg hatte Michael Henseleit, Trainer des FV Marbach, betont, dass ihm das alleinige Ziel Klassenerhalt zu wenig sei. Rang sieben bestätigt diese Vorgabe. „Wir hatten Schlüsselspiele, in denen es hätte auch nach unten gehen können. Diese haben wir gemeistert und uns schnell an die Liga gewöhnt. Wir mussten indes erkennen, dass es nur mit Offensivfußball nicht geht. Dementsprechend haben wir auf Ergebnisse gespielt“, sagt Henseleit, der mit der Saison „weitestgehend zufrieden ist“. Marbach holte 16 Punkte auf eigenem Platz und 26 in der Fremde. Laut Henseleit gibt es keine Abgänge. Vielmehr soll es zwei, drei weitere Zugänge geben, um noch durchschlagskräftiger zu werden.

Gute Perspektive

Auch die dritte Saison nach dem Aufstieg hat der SV Hölzlebruck auf einem einstelligen Tabellenplatz abgeschlossen. Diesmal allerdings mit der geringsten Punktausbeute. „Die vielen Verletzungen nach der Rückrunde haben uns eine bessere Platzierung gekostet“, sagt der scheidende Trainer Andres Binder, der nun an Tobias Urban übergibt. Binder: „Die Mannschaft ist intakt und kann in dieser Zusammensetzung noch drei, vier Jahre spielen. Wir haben zudem eine ganz starke B-Jugend. Da ist mir um die Zukunft des SV Hölzlebruck nicht bange.“ Als Neuzugang steht der bisherige Kapitän des FC Löffingen, Peter Beha, fest. Beha hat bereits in der Jugend für Hölzlebruck gespielt.

Einbruch nach Ostern

Als Vizemeister der Vorsaison galt der personell verstärkte FC Königsfeld vor dem ersten Spieltag als einer der Titelfavoriten. Schon bei Saison-Halbzeit war der Abstand auf Rang eins jedoch auf sieben Punkte angewachsen. Magere 13 Zähler kamen in der zweiten Saison-Hälfte hinzu. „Wenn teilweise zehn bis zwölf Stammspieler ausfallen, kann das keine Mannschaft kompensieren. Unsere Vorrunde war noch okay und auch bis Ostern waren wir noch im Bereich unserer Zielsetzungen. Dann kamen viele Faktoren zusammen, zudem war bei einigen die Luft raus. Wir waren nicht mehr konkurrenzfähig. Wir freuen uns auf die Pause, die in der vergangenen Saison durch die Aufstiegsspiele möglicherweise auch zu kurz war“, bilanziert Spielertrainer Jörg Holik. Tobias und Stephan Groß wechseln nach Rietheim, Ralf Bruder geht nach Fischbach.

Heimstärke verloren gegangen

Jahrelang fürchteten sich die Gegner vor dem Gang aufs Schächle, dem Platz des FV Tennenbronn. Davon ist wenig geblieben, denn nur drei der 15 Heimspiele wurden von den Tennenbronnern gewonnen. Neun Mal gab es Punkteteilungen. „Wir haben sechs Mal nach der 82. Minute den Ausgleich kassiert. Das zeigt, wo es den Hebel anzusetzen gilt. Wir müssen das Schächle wieder zur Festung machen und eine Heimmacht werden. Wir stehen im Niemandsland der Tabelle und das kann nicht unser Anspruch sein“, sagt Trainer Carmine Italiano. Der nächste Ansatzpunkt ist die geringe Torgefahr. Gegen Ende der Saison baute Tennenbronn immer mehr ab. Zehn Punkte stehen in der Rückrundentabelle. Schließlich ging auch das Endspiel im Bezirkspokal verloren. „Wir haben viel zu analysieren“, fügt Italiano an.

Zielsetzung verfehlt

Wie in der Aufstiegssaison belegte der SV TuS Immendingen erneut den elften Platz. „Unser Anspruch war eigentlich ein einstelliger Platz, doch ständige Umstellungen in der Mannschaft wegen verletzten Spielern haben uns einige Punkte gekostet“, analysiert Trainer Kadir Ibis, den in der kommenden Saison Rückkehrer Naser Berisha beerbt. Hinzu kommt Florian Berisha von der SG Kirchen-Hausen, während Oliver Weiß den umgekehrten Weg geht. Höhepunkt der Saison war der Gewinn des Bezirkspokals. Ansonsten bewegte sich Immendingen in der Liga immer im zweistelligen Bereich. Den letzten Platz in der Fair-play-Wertung relativiert Ibis. „Wir spielen nicht unfair. Taktische Fouls und Kommentare gegen den Schiedsrichter sind dafür verantwortlich.“ Für Ibis hat die Mannschaft, auch wenn es sich tabellarisch nicht ausdrückt, in den vergangenen Monaten viel gelernt. Ibis: „Immendingen hat die Qualität, um künftig eine gute Rolle in der Bezirksliga zu spielen.“

Starker Schlussspurt

Lange galt die SG Riedböhringen/Fützen als Abstiegskandidat. An acht Spieltagen zierte die SG das Tabellenende. Mit zuletzt sieben ungeschlagenen Spielen, darunter vier Siege gelang auf der Zielgeraden noch der Klassenerhalt. Dabei gab es im Winter einen nicht ganz geräuschlosen Wechsel auf der Trainerbank, als sich die Führungsetage von Frank Berrer trennte und mit Siegfried Andräß und Jürgen Frank ein neues Trainer-Duo installierte. „Wir wussten, dass das Potenzial für den Klassenerhalt da ist. Letztlich hat uns das gemeinsame Ziel angetrieben“, sagt Andräß. Den acht Punkten aus den 15 Vorrundenspielen folgten 23 in der Rückrunde. Mit Rang zwölf am letzten Spieltag erreichte die Elf die beste Platzierung seit dem vierten Spieltag. Frank und Andräß haben zwischenzeitlich verlängert. Fabian Bodenseh geht zum FC Bad Dürrheim und laut Andräß gibt es noch zwei, drei Akteure, „um die wir richtig kämpfen müssen“.

Es darf gezittert werden

Durch fünf Niederlagen in den letzten fünf Partien verspielte der FC Dauchingen den schon sicher geglaubten Klassenerhalt. Nun müssen die Dauchinger dem FC Hochemmingen die Daumen drücken. „Es war eine äußerst unbefriedigende Situation. Ich hatte viele schöne Erlebnisse in Dauchingen. Dass die Zeit so endet ist schade“, sagt Trainer Uli Bärmann, der zum FC Löffingen wechselt. Sein Nachfolger wird Rückkehrer Uwe Gleichauf. Der scheidende Trainer bedauert, „dass wir dem langjährigen Spielausschussvorsitzenden Manfred Ellfeldt zu dessen Abschied so eine Ungewissheit übergeben haben“. Dauchingen hatte schon im Sommer einige Spieler verloren und als im Winter auch noch Daniel Ganter ging, wuchsen die Sorgen. „Es sind viele Faktoren zusammengekommen. Die kleine Kadergröße, der nicht immer zufriedenstellende Trainingsbesuch und auch das Verletzungspech. Ich denke, die Mannschaft wird auch bei einem Abstieg nicht auseinanderfallen. Noch sind wir aber nicht abgestiegen“, ergänzt Bärmann.

Ungewisse Zukunft

Trotz eines starken Schlussspurts mit elf Punkten aus den letzten sechs Partien muss der SV Überauchen absteigen. „Wir haben zu spät unsere Wunschmannschaft auf den Platz bekommen. Das lange Verletzungspech von wichtigen Stammspielern war nicht zu kompensieren. Als wir komplett waren, zeigte sich das Potenzial der Mannschaft. Der Abstieg war völlig unnötig“, sagt Sigurd Bickmann, der zusammen mit Frank Albrecht die Elf trainierte. Hinzu kam eine ständige Unruhe durch Wechselambitionen von Spielern. Vor allem als drei Eigengewächse ihren Wechsel zum FC Brigachtal verkündeten, flirteten auch andere Spieler mit anderen Vereinen. Sieben bis acht Spieler sowie Trainer Albrecht gehen. „Derzeit herrscht bei uns die große Leere vor. Seit vier Monaten versuche ich einen Trainer zu verpflichten. Der Abstieg macht die Suche nicht einfacher“, ergänzt Bickmann. Seit 2009, dem Jahr des Abstiegs aus der Landesliga, gehörte der SV Überauchen ununterbrochen dem Bezirksoberhaus an. Nun steht der Verein vor einer ungewissen Zukunft.

Das Glück ist aufgebraucht

In den vergangenen Jahren zitterte sich der FC Brigachtal erfolgreich zum Klassenerhalt. Diesmal klappte es nicht. Das Glück war aufgebraucht. Schon am vorletzten Spieltag stand der schmerzhafte Abstieg fest. „Der Verein hat über Jahre hinweg gute Spieler verloren und die Abgänge nicht adäquat ersetzt. Der Abstieg tut brutal weh, denn er musste nicht sein. Ich war immer überzeugt, dass wir es schaffen können“, betont Trainer Werner Bucher, der nach einem ganz schwachen Saisonstart die Mannschaft übernommen hatte. Vom ersten bis zum neunten Spieltag zierte die Elf das Tabellenende. Massimo Verratti musste gehen und unter Bucher gelang tatsächlich ein Aufschwung. Eine bessere Platzierung als Rang 13 gelang allerdings nie. In der Rückrunde setzte bei nur einem Sieg ein erneuter Absturz ein. „Wir müssen jetzt einen Neustart wagen, hinter dem auch die gesamte Vereinsführung steht. Wir werden uns von einigen Spielern trennen. Ich brauche 20 Spieler, die bereit sind, alles für den Verein zu tun“, stellt Bucher fest.

Aufsteiger steigt wieder ab

Binnen zwei Spielzeiten schaffte die SG Riedöschingen/Hondingen den Durchmarsch von der Kreisliga B in die Bezirksliga. Jetzt geht es wieder einen Schritt zurück in die Kreisliga A. „Wir haben die Bezirksliga mit den Spielern gewagt, die seit Jahren für den Aufschwung bei uns standen. Wir mussten damit rechnen, dass es möglicherweise nicht reicht. So trifft uns der Abstieg nicht ganz unvorbereitet“, sagt Kapitän und Co-Trainer Björn Werhan. Für die SG spricht eine gute Altersstruktur. Schon in der Bezirksliga kamen einige Teenager zu Einsätzen. „Es gab nur drei, vier Spiele, in denen wir wirklich chancenlos waren. Ansonsten haben wir uns immer achtbar geschlagen“, ergänzt Werhan. Auch wegen der treuen Fans war der Neuling ein gern gesehener Gast. Der große Schwachpunkt war die Chancenverwertung. 28 erzielte Treffer in 30 Spielen sind der mit Abstand schlechteste Wert in der Liga.