Ringen: Zuversicht beim SV Triberg und unerwarteter Jubel beim KSK Furtwangen. Die zwei höherklassigen Ringer-Teams aus dem Schwarzwald dürften mit dem Start in die Saison 2016 zufrieden sein.

2. Bundesliga

Besser als Olympia: Mit dem erwarteten Erfolg ging Kristian Fris bei seiner Premiere für die Triberger von der Matte. Das Publikum begeisterte der Serbe gegen Urloffen. Doch auch Fris selbst war begeistert von den 450 Zuschauern im Auftaktkampf und zog dabei einen überraschenden Vergleich mit seinem Start bei den Olympischen Spielen vor vier Wochen: „Die Stimmung in Triberg war besser als in Rio.“ Die Verantwortlichen beim SVT hören solche Worte natürlich gerne.

Lyzens Nachsitzen: Trotz 12:15-Rückstand nach neun Kämpfen sind die Triberger Siegchancen gegen Urloffen sehr gut. Dafür benötigt der SVT allerdings einen „Vierer“ von Viktor Lyzen im 57 kg-Nachholkampf gegen den Jugendlichen Kevin Torkunov. Dieses Duell wird am Freitag nach dem Mannschaftskampf der Triberger gegen die RKG Freiburg stattfinden. Manch einer wunderte sich, warum es die Möglichkeit überhaupt gibt. Dies ist jedoch vom Deutschen Ringerbund (DRB) in seinen Regularien klar festgelegt. Dort heißt es: Wird ein Ringer von übergeordneter Instanz (z. Bsp. DRB) für Repräsentativkämpfe herangezogen, kann sein Einzelkampf nachgeholt werden. Als Repräsentativkämpfe zählen auch Weltmeisterschaften. Lyzen startete am Wochenende bei der Junioren-WM in Frankreich. Dort belegte der 19-Jährige Rang 20.

Big Brother: Am Rande des Zweitliga-Derbys war auch Weltmeister Frank Stäbler hin und wieder ein Thema. Allerdings nicht aufgrund seiner herausragenden Fähigkeiten auf der Ringermatte. Für Gesprächsstoff sorgte die Tatsache, dass der deutsche Vorzeige-Ringer derzeit bei der Reality-Show „Promi Big Brother“ (SAT 1) teilnimmt. Tribergs Erstliga-Ringer Jan Rotter, Teamkollege von Stäbler beim SV Weingarten, sieht den Auftritt positiv: „Ich kenne Frank sehr gut. Wir haben auch schon Urlaub zusammen verbracht. Er ist ein Typ, der bei dieser Sendung auch einen guten Eindruck fürs Ringen hinterlassen kann. Wer behauptet, Frank wäre durch die Teilnahme tief gesunken, ist nur neidisch“, sagt Rotter deutlich. Tribergs Vereinsvorsitzender Mike Pfaff sieht dies allerdings etwas anders: „Frank hätte das nicht machen sollen. Dadurch kann er sich seinen guten Namen kaputt machen.“

Regionalliga

Wolbers Kraftakt: Mitentscheidend für den 15:11-Auftakterfolg des KSK Furtwangen beim KSV Haslach war der Kraftakt von Marcel Wolber. Kurz vor Ende seines Kampfes lag er noch mit 5:14 zurück, legte seinen Gegner jedoch sechs Sekunden vor dem Schlussgong auf die Schultern. Statt drei Punkten für Haslach gab es somit vier Zähler für den KSK. Vor allem die Tatsache, wie Wolber den Kampf bestritt, beeindruckte auch seinen Vater Ewald: „Vor 14 Tagen zog sich Marcel eine Bänderdehnung im Knöchel zu. Er konnte am Sonntag noch gar nicht richtig laufen“, meinte der KSK-Mannschaftsführer. Sein Sohnemann quälte sich durch den Kampf, reizte die mögliche Verletzungszeit bis auf eine Sekunde aus und wurde zum gefeierten Matchwinner.

KSK zieht um: Am Samstag, 20 Uhr, bestreiten die Furtwanger den Heimkampf gegen den KSV Hofstetten. Allerdings nicht wie gewohnt in der Jahnhalle. Der Kampf wird in der Sporthalle am Otto-Hahn-Gymnasium ausgetragen. Grund ist der Schwarzwald-Bike-Marathon, der am Wochenende stattfindet. Start und Ziel des Mountainbike-Rennens ist in Furtwangen. „Einige Teilnehmer wollen in der Jahnhalle übernachten, deshalb ziehen wir für diesen Kampf um“, so Wolber. Dies sei für die Furtwanger aber mit viel Aufwand verbunden. Wolber: „Wir müssen Ringer-Matte, Zuschauer-Stühle und weiteres in die andere Halle bringen.“ Schmunzelnd fügt Wolber an: „Wir hoffen, dass uns die Stadt Furtwangen auch mal entgegen kommt. Vielleicht ja bei den Mietverhandlungen für die Jahnhalle.“