Fußball: Die Schwarzwälder Landesliga-Bilanz vom vergangenen Wochenende kann sich wahrlich sehen lassen. Sechs von sieben Teams punkteten, drei davon sogar dreifach.

Der FC Bad Dürrheim ist durch das 1:1 zuhause gegen Denkingen weiter ungeschlagen. Trainer Enrique Blanco ist mit der aktuellen Entwicklung mehr als zufrieden. „Dass wir nach sechs Spieltagen oben dabei sind, hätte ich nicht gedacht“, erklärt er und fügt an: „Es war klar, dass die Saison ein Auf und Ab wird. Wir haben zwar auch etablierte Spieler, aber überwiegend junge Talente. Ich möchte attraktiven Fußball spielen lassen.“ Dies würde vom Bad Dürrheimer Publikum auch anerkannt werden. „Der Fußball in der Kurstadt wird wieder angenommen. Wir haben teilweise so viele Zuschauer bei einem Heimspiel wie in der vergangenen Saison bei zwei Partien nicht.“ Beim Remis gegen den SV Denkingen sah Blanco eine gute erste Hälfte seiner Mannschaft. „Wir traten so auf wie vorgenommen – ballsicher und variabel. Zwei Riesenchancen auf Tore ließen wir aber liegen.“

Zufrieden war auch Marcel Yahyaijan, Coach des FC 08 Villingen II, nach dem 5:1-Sieg beim FC Neustadt. „Es war eine sehr gute Leistung. Ich habe den Spielern klare taktische Vorgaben mit auf den Weg gegeben, die umgesetzt wurden.“ Der Start mit zwei Treffern und dem Platzverweis für den Gastgeber spielte den Villingern natürlich in die Karten. Yahyaijan: „Vor allem aber stimmte die Einstellung, über 90 Minuten Vollgas zu geben. Trotz des Ergebnisses hielt Neustadts Torhüter gut und wir hatten noch mehrere Pfostenschüsse.“ Die U 23 des FC 08 gewann bislang alle fünf Saisonspiele bei einem Torverhältnis von 15:2. „Können wir diese Form konservieren, kann es eine tolle Saison werden. Mit Bad Dürrheim und Überlingen stehen aber zwei dicke Brocken vor der Brust“, sagt Yahyaijan. Manuel Passarella und Sebastian Rief mussten in Neustadt mit Problemen ausgewechselt werden. Bei ihnen muss abgewartet werden, ob es zu einem Einsatz am Wochenende reicht.

Der FC Neustadt bleibt nach der Heimschlappe gegen Villingen sieglos. „Das Spiel war bereits nach fünf Minuten entschieden, als wir 0:2 zurücklagen und eine Rote Karte bekamen“, fasst Trainer Benjamin Gallmann die 90 Minuten zusammen und ergänzt: „Wäre Villingen vor unserem Tor effektiver gewesen, hätte das Ergebnis noch in andere Sphären laufen können.“ Die Situation beim Verbandsliga-Absteiger ist alles andere als einfach. Gallmann gewährt einen Einblick in seine Gefühlswelt. „Die Begleitumstände waren erneut deprimierend. Wir spielten ohne echten Auswechselspieler. Lediglich ein Kranker, der nur für den absoluten Notfall eine Option war, stand als Ergänzung bereit.“ Gallmann: „Unser Kader ist viel zu klein. Wir müssen bis zum Schluss ums sportliche Überleben kämpfen, auch wenn momentan wenig Hoffnung besteht. Da ist man schon ein Stück weit sprachlos.“

Mit einem knappen 1:0 setzte sich die DJK Donaueschingen bei der SG Dettingen/Dingelsdorf durch. Coach Tim Heine meinte zum sechsten Pflichtspielsieg in Folge: „Wichtig war der gute Start, denn Sebastian Sauter traf nach sechs Minuten zum 1:0.“ Der DJK-Trainer bescheinigt seinen Spielern eine gute Leistung. Einziges Manko sei das fehlende zweite Tor gewesen. „So ging bis zum Abpfiff doch die Angst um, die Begegnung könnte noch unentschieden enden. Wegen des dominanten und spielerisch guten Auftrittes war das 1:0 verdient“, sagt Heine. Raphael Künstler musste kurz vor der Pause mit Schmerzen im Oberschenkel ausgewechselt werden. Er zog sich in der vergangenen Rückrunde bereits einen Muskelbündelriss zu. Heine hofft dieses mal auf eine glimpfliche Verletzung. Trotz des breiten Kaders wäre ein Ausfall Künstlers schmerzhaft.

Beim 4:3-Sieg in Stockach erlebte der FC Löffingen eine ereignisreiche Schlussphase. Trainer Uli Bärmann fasst das Spielgeschehen wie folgt zusammen: „In den ersten 45 Minuten spielten wir konfusen Fußball mit zu wenig Ordnung und Orientierung. Nach dem Seitenwechsel stellten wir um und waren fortan besser in der Partie.“ Bei den beiden Gegentoren per Elfmeter sei es laut Bärmann „blöd gelaufen“. Er wolle im Training und der Vorbereitung auf das Markdorf-Spiel am Sonntag an gewissen Dingen arbeiten. Für den Coach ist klar: „Wir dürfen uns nicht ausruhen und werden im Heimspiel wieder auf die drei Punkte gehen.“

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Dieses Motto trifft nach drei Punkteteilungen in Folge auf den FC Furtwangen zu. Am Samstag holten die Bregtäler in Überlingen (1:1) den dritten Zähler. „In der ersten Halbzeit haben wir es sehr gut gemacht. Wir wollten tiefer stehen und legten den Fokus auf eine gute Defensivarbeit“, erklärt Trainer Markus Knackmuß. „In der zweiten Hälfte war es schade, dass wir nicht mehr mutig genug waren.“ Ein entscheidender Faktor für den weiteren Spielverlauf sei die Gelb-Rote Karte (67.) gegen Johannes Wehrle gewesen. Knackmuß: „Der Platzverweis hat Überlingen in die Karten gespielt. Leider bekamen wir den Ausgleich. Man muss aber auch sagen, dass es der Gegner in Überzahl richtig gut gemacht hat.“ Positiv stimmt Knackmuß der aktuelle Aufwärtstrend. „Wir haben an die sehr gute zweite Hälfte gegen Bad Dürrheim angeknüpft.“ Die Sperre von Wehrle trübt etwas die Stimmung. Knackmuß: „Nach seiner überstandenen Verletzung hat Johannes eine wichtige Rolle eingenommen. Sein Fehlen im nächsten Spiel gegen Hilzingen ist schade. Umso wichtiger ist, dass Jens Fichter zurückkehrt.“

Nach sechs Begegnungen kann Aufsteiger SV Geisingen eine ausgeglichene Bilanz vorweisen. Zwei Siege, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen stehen zu Buche – das reicht für einen starken siebten Rang. Bei der SpVgg F.A.L. stand die Mannschaft von Spielertrainer Marijan Tucakovic kurz vor dem ersten Auswärtssieg, musste sich aber am Ende mit einem Punkt (1:1) begnügen. „Die erste Halbzeit war die beste Halbzeit von uns in der Landesliga. Wir hätten aber 2:0 oder 3:0 führen müssen“, so Tucakovic. Obwohl es durch ein spätes Gegentor nicht zum Dreier reichte, ist der Trainer zufrieden: „Der Punkt ist in Ordnung. Wie haben mit acht Punkten bislang eine sehr gute Bilanz.“