Schwarzwaldmarathon: Kay-Uwe Müller (TSG Schwäbisch-Hall) und Stefanie Doll (SV Kirchzarten) gewannen am Sonntag den 49. Internationalen Schwarzwald-Marathon rund um Bräunlingen. Müller brauchte für die Naturstrecke mit 42,195 Kilometer 2:34,46 Stunden und feierte nach 2013 und 2015 bereits seinen dritten Erfolg in Bräunlingen. Doll, die ebenso wie Müller einen souveränen Start-Ziel-Sieg feierte, benötigte 2:58,27 Stunden. Sie hatte im vergangenen Jahr den Halbmarathon in Bräunlingen gewonnen.

Im Halbmarathon über 21 Kilometer sicherte sich Katrin Köngeter (LT Unterkirnach) in 1:23,55 Stunden den Sieg. Sie distanzierte die Zweitplatzierte Gertrud Wiedemann (Team Erdinger) um über zwei Minuten. Die Donaueschingerin Silvia Moßbrugger wurde Vierte. Bei den Männern setzte sich David Jansen (SV Reichenau/1:20,05) durch. Der Schweizer Martin Jost folgte mit 13 Sekunden Rückstand auf Platz zwei. Sechster wurde Ronny Seifert (LT Furtwangen). Die Teilnehmerzahl lag in etwa auf dem Vorjahresniveau.

Wenn Kay-Uwe Müller nach Bräunlingen kommt, gewinnt er auch. Neben den zwei Erfolgen 2013 und 2015 feierte der Läufer 2014 den Sieg im Halbmarathon. „Für mich war es der achte Marathon in diesem Jahr. Ich bin glücklich, erneut hier gewonnen zu haben. Es war gut, dass ich die Strecke kannte und meine Kräfte einteilen konnte. Ich habe schnell die Führung übernommen. Aber erst nach 35 Kilometern war ich mir sicher, dass ich das Ding auch durchziehe“, sagte der Sieger.

Einen starken zweiten Platz erreichte Manfred Kiene (LT Unterkirnach), der 2:44,58 Stunden benötigte. „Die Strecke war super, aber es war sehr kühl. Ich bin mit meiner Leistung und der Platzierung zufrieden“, resümierte Kiene. Er hatte bei Kilometer 20 den zweiten Platz übernommen. Rainer Sprich vom Lauftreff Pfohren zeigte ein starkes Finish und arbeitete sich mit 2:47,06 Stunden noch auf Platz drei vor. „Im Vorjahr war ich sechs Minuten schneller, aber ich habe in dieser Saison nicht so oft trainiert. Daher bin ich durchaus zufrieden.“ Sprich hatte nach rund 30 Kilometern den dritten Platz übernommen.

Ihrer Favoritenrolle wurde Stefanie Doll vollauf gerecht. Von Anfang an orientierte sie sich an den Männern als wahre Konkurrenten und lief im Gesamtklassement die achtbeste Zeit – eine eindrucksvolle Leistung. „Unter drei Stunden zu laufen, hätte ich nicht erwartet. Ich bin überglücklich. Für mich war das Wetter perfekt. Weibliche Konkurrentinnen habe ich schon unmittelbar nach dem Start nicht mehr gesehen. Ich hatte zu Beginn des Rennens einige Schwierigkeiten, aber dann lief es zunehmend besser“, strahlte die Siegerin.

Bereits nach zwölf Kilometern, an der ersten Staffelwechselstelle, hatte sich Müller mit 1,40 Minuten von seinen Konkurrenten abgesetzt. Mamadou Sano (LT Pfohren) lag hier auf Rang zwei, gefolgt von Marcel Schmid (LSG Schwarzwaldmarathon). Sprich lag an dieser Stelle noch auf Platz sechs, Kiene auf Rang vier. Doll war bei den Frauen schon einsam und allein vorn.

Bei Temperaturen von unter vier Grad erreichten die Läufer in Oberbränd den höchsten Punkt der Strecke. Müller führte hier bei Kilometer 18 schon mit 3,40 Minuten. Schmid und Sano waren zu diesem Zeitpunkt noch die ersten Verfolger. Kiene und Sprich lagen noch weiter zurück. Auf der zweiten Hälfte des Rennens gab es noch einige Verschiebungen im Gesamtklassement. Müller bog mit großem Vorsprung in Unterbränd ein. Dort herrschte wie gewohnt eine ausgezeichnete Stimmung. „Musik und die Anfeuerung der Fans sind immer eine große Hilfe“, betonte der Sieger, für den die letzten Kilometer zum Triumph-Lauf wurden. Er und Doll ließen sich auch im Ziel von den Zuschauern gebührend feiern.

Für Halbmarathon-Siegerin Köngeter lief es „blendend“. Die Siegerin ergänzte: „Mir war es eigentlich zu kalt. Die Strecke war besser als im Vorjahr präpariert.“ Für einen Marathon-Start bei der 50. Auflage im kommenden Jahr ließ sich Köngeter indes noch nicht bewegen. „Aktuell bleibe ich Läuferin auf der Halbmarathon-Strecke. Vielleicht nehme ich die große Schleife einmal in drei, vier Jahren in Angriff.“ Jansen, der bei den Männern den Halbmarathon gewann, war über den Erfolg selbst etwas überrascht. „Bräunlingen war für mich erst der vierte Halbmarathon überhaupt. Mit dem Training dafür habe ich erst Ende Juli begonnen. Im Ziel hatte ich ein Gänsehautgefühl.“

Sutz Schnellster über 10 Kilometer

Bereits am Samstag gingen im Rahmen des 49. Schwarzwald-Marathons die ersten 554 Teilnehmer beim Schüler Cup, dem 10 Kilometer-Lauf und der Walking -Distanz ebenfalls über 10 Kilometer an den Start. Trotz perfekter Laufbedingungen waren es rund 100 Starter weniger als noch im Vorjahr. Rund 200 Kinder und Jugendliche machten sich auf den Rundkurs von 1,05 bzw. 1,75 Kilometer, um jeweils ihren Sieger zu ermitteln. Dabei waren über die 1,05 Kilometer Fabio Wasmer (FSV Waldshut) und Hannah Kaltenbrunner von der Grundschule Bräunlingen nicht zu schlagen. Über die 1,75 Kilometer Distanz ging der Sieg an Robin Fichter (LT Unterkirnach) sowie seine Schwester Daniela Fichter bei den Mädchen. Dem 10 Kilometer-Lauf stellten sich 304 Läufer. Schnellster Läufer bei den Herren war Andy Sutz aus der Schweiz. Bei den Frauen siegte Franziska Schmieder von der LG Brandenkopf.