Leichtathletik: – Spannende Wettkämpfe boten bei der 30. Auflage des Nachtmeetings des TV Rheinfelden nicht nur die internationalen, sondern auch die Athleten aus unserer Region. Höhepunkt war allerdings der 200-Meter-Lauf der Frauen, bei dem die Jamaikanerin Yanique Haye eine neue Bestmarke aufstellte und dabei einen Uralt-Rekord beim Nachtmeeting aus dem Jahr 1996 knackte.

Der Wettbewerb der 200-Meter-Läuferinnen unter dem grellen Flutlicht des Europastadions war dank seines internationalen Flairs etwas ganz Besonderes. Die beiden Jamaikanerinnen Yanique Haye und Dawnalee Loney sorgten dabei für den erhofften hochklassigen Sport. Die 28-jährige Haye lief in 23,93 Sekunden zum Sieg und brach damit den Rekord von Eva Schynowski (LC Breisgau/24,36) vom Juni 1996. Diese Marke unterbot Haye um fast eine halbe Sekunde. Die 22-jährige Loney (24,82) sicherte sich Rang zwei vor Rebekka Eberle (USC Freiburg/25,04) und Sinah Hänßler-Hug (TuS Lörrach-Stetten/25,58). Zwei Stunden zuvor hatte Haye über 400 Meter ihren ersten Sieg gefeiert. In 54,10 Sekunden verwies sie Loney (54,40) auf den zweiten Platz.

Bei den Männern war der Jamaikaner Tyler Mason über 100 Meter zwar nicht am Start, dem spannenden Verlauf tat dies aber keinen Abbruch. Großen Anteil daran hatte William Silvestre Alves vom USC Freiburg. Er verwies in 10,99 Sekunden den Schweizer Marco Thürkauf (TV Riehen/+0,03) auf Rang zwei.

Zur jamaikanischen Sportlergruppe, die aus Belgien angereist war, zählte erneut Chad Wright. Der 27-jährige Kugelstoßer steigerte sich gegenüber seinem Sieg von 2017 um 35 Zentimeter und gewann mit 17,95 Metern. Einen Hauch internationales Flair strahlt zudem Linda Mutter aus. Die 22-jährige Karsauerin studiert in den USA am College in Louisville, Kentucky. Nun trat Mutter in der Heimat wieder zu einem Wettkampf an. In Rheinfelden gewann sie den Hochsprung der Frauen mit 1,58 Meter vor Sinah Hänßler-Hug (1,54).

Den Top-Wert im Hochsprung erzielte indes eine U-20-Athletin. Die Bad Säckingerin Carolin Gottschalk (vormals Marchlewski) übersprang 1,74 m – eine Höhe, welche die Athletin des TSV Bayer 04 Leverkusen in einem Wettbewerb zuletzt im Juli 2015 gemeistert hatte. In Rheinfelden näherte sie sich ihrem Bestwert (1,80 m) an. Für das Nachtmeeting gemeldet war Gottschalk mit jenen 1,68 m, welche ihr im Juli im Dress des LC Basel den dritten Platz bei der Schweizer Meisterschaft beschert hatten. Beim Nachtmeeting meisterte sie von 1,58 bis 1,74 m sämtliche fünf Höhen im ersten Versuch. Erst als die Latte um weitere vier Zentimeter angehoben wurde, riss Gottschalk erstmals, die Marke von 1,78 m konnte sie letztlich nicht überspringen.

Insgesamt waren 213 Athleten beim Rheinfelder Nachtmeeting an den Start gegangen, Rist zeigte sich mit der Teilnehmerzahl zufrieden. Die Leichtathletik-Fans sahen unter anderem zwei U-20-Siege von Robin Kummle (TV Wehr), der über 100 Meter mit persönlicher Bestleistung (11,64 sek) sowie im Weitsprung (6,11 m) gewann. Siegreich im Speerwurf, Kugelstoßen und Weitsprung blieb Jennifer Buckel von der LG Hohenfels. Im Speerwurf der U16 war Ramon Schindler, ebenfalls LG Hohenfels, erfolgreich. Nick van Rijn (TV Wehr) war bester Kugelstoßer der U16. Vereinskollegin Franziska König siegte beim Kugelstoßen der U18. Ebenfalls bei der U18 trumpfte Féline Weger mit der Kugel auf. Der Laufenburger Omar Tareq vom TuS Lörrach-Stetten war über 3000 und 5000 Meter erfolgreich.

Über 100 Meter bewies Henry Fellhauer (TV Bad Säckingen), dass für das besondere Flair nicht zwingend Top-Athleten erforderlich sind. Fellhauer, Jahrgang 1938 und der mit Abstand älteste Teilnehmer, trat zum Sprint an, die Uhr stoppte nach 20,02 Sekunden – Fellhauers bester Wert dieses Jahr.