Beim Radsportbezirk Hochrhein-Wiesental beginnt ein Generationenwechsel. Zumindest, was die Besetzung des Bezirksvorstands betrifft. Bei der Jahresauftaktsitzung im Gasthaus Hirschen in Dogern endete eine Ära: Alois Stöcklin vom RSV Rheinfelden hat sein Amt abgegeben. Über 30 Jahre lang war er als Fachwart Radrennsport und stellvertretender Bezirksvorsitzender aktiv. Nun hat er sein Amt in jüngere Hände gegeben: Adrian Fingerlin (Rheinfelden) wurde – allerdings in Abwesenheit – von den Vertretern der 15 anwesenden Bezirksvereinen zu Stöcklins Nachfolger gewählt.

Einen Schritt nach vorn will der Bezirk im Fachbereich Mountainbike gehen. Zwei Jahre lang war der Posten des Fachwarts unbesetzt. Mit der Wahl des 18-jährigen Mountainbikers Tim Meier vom RSV Rheinfelden hat der Bezirk ein Zeichen gesetzt. Dank Stöcklins Initiative gelang es, für die Mountainbiker einen kompetenten Zuständigen zu finden. „Es ist schön, dass ich es machen darf“, sagte Meier. Im Video-Interview mit dem SÜDKURIER erklärte Meier spontan, dass er sich unter anderem für die Gold-Trophy Sabine Spitz in Bad Säckingen einsetzen werde, die zumindest in diesem Jahr entfällt. Falls es nächstes Jahr noch einmal gelinge, die Großveranstaltung zu organisieren, appelliere er an alle Vereine, mitzuhelfen: „Dafür sind wir ein Bezirk.“ Britta Gümpel, Vorsitzende des RSV Trompeter Bad Säckingen, betonte indessen: „Wenn wir so eine Veranstaltung im Bezirk haben, müssen wir vier, fünf Vereine ins Boot holen. Für einen Verein allein ist das nicht mehr machbar.“

 

Video-Interview mit Tim Meier, dem neuen Fachwart Mountainbike im Radsportbezirk Hochrhein-Wiesental:

Sportlich hatte der Bezirk im vergangenen Jahr einiges zu bieten, obwohl es in manchem Fachbereich eher beschaulich zuging. Aushängeschilder waren, wie in den Jahren zuvor, die Mountainbiker, Straßenfahrer, Kunstradsportler und Radballer mit ihren regionalen, nationalen und internationalen Titeln. Um das Korsofahren und den Bereich Breitensport ist es derzeit eher ruhig. Was vor allem Bezirkschef und Fachwart Peter Rogge für seinen Bereich Korso bedauert: „Es ist eine wunderbare Sache.“ Dennoch gibt es 2018 keine Korso-Veranstaltung im Bezirk.

Der Aufwärtstrend im Rennsport halte an, so Stöcklin. Für die Saison 2017 wurden 104 Lizenzen vergeben, das waren 24 mehr als 2016. Stöcklin bedauerte allerdings, dass der Zuwachs in den Schüler- und Jugendklassen eher gering sei. Zudem sei es schade, dass es nicht mehr gelinge, eine Bezirksmeisterschaft auf die Beine zu stellen.

Mit der Wiederwahl des Bezirksvorsitzenden Peter Rogge (Erzingen), dessen Stellvertreter Peter Schlageter (Gurtweil), Schriftführer Walter Stritt (Schwerzen) sowie den Fachwarten Michael Schell (Breitensport) aus Schopfheim, Andreas Maier (Kunstrad) aus Dogern und Peter Rogge (Korso), ist der Bezirk gut aufgestellt und gewappnet für die kommenden Aufgaben. Gut vorbereitet war das Team in die Versammlung gegangen. Dogerns neuer Bürgermeister Fabian Prause hatte es leicht, die Wahlen zügig durchzuführen.

Peter Schlageter referierte über das Thema Kinder- und Jugendschutz und bot den Vereinen Hilfe an. Man werde Lösungen erarbeiten, um es den Vereinen leichter zu machen. Der Bezirk will ein Schutzkonzept vorschlagen und erörtern, wie mit dem geforderten Führungszeugnis umgegangen werden soll, das laut Gesetz künftig für Trainer und Betreuer vorgelegt werden muss.

 

Radsport-Termine 2018

Bezirkspokal Kunstrad in Dogern (15. April), Abendrennen in Bad Säckingen mit fünf Rennen mittwochs (25. April bis 30. Mai), Waldhaus Bikemarathon (10. Juni), Volksradfahren in Erzingen (24. Juni), Kriterium in Rheinfelden als Abendrennen (14. Juli), Bezirkspokal Kunstrad in Wallbach (2. Dezember).

 

Alois Stöcklin: "Adrian Fingerlinist ein kompetenter Nachfolger für mich"

Eine Ära endet: Alois Stöcklin (70) aus Rheinfelden war 25 Jahre lang Fachwart für Radrennsport im Bezirk Hochrhein-Wiesental und zwölf Jahre lang Vize-Vorsitzender. Der Ex-Langstreckenweltrekordler hat sich aus dem Bezirksvorstand verabschiedet.

Alois Stöcklin, nach 30 Jahren scheiden Sie aus dem Amt. Mit welchem Gefühl?

Ein gutes Gefühl. Adrian Fingerlin ist ein guter, kompetenter Nachfolger. Als aktiver Rennfahrer ist er näher am Geschehen. Zudem habe ich für die Mountainbiker endlich einen Sportwart gefunden, obwohl es nicht meine Aufgabe war. Mir liegt der Radsport sehr am Herzen. In meinem Alter sollte man etwas kürzer treten. Ich bin noch Vorsitzender beim RSV Rheinfelden. Das reicht.

Wie fällt Ihre Bilanz aus?

Es war eine schöne Zeit. Im Radsport hat sich einiges verändert. Der Rennsport hat sich weiter entwickelt. Mountainbike kam dazu. Mittlerweile gibt es immer mehr Hobby- und Jedermann-Rennen für Fahrer ohne Lizenz. Ich bedaure, dass es keine Bezirksmeisterschaften mehr gibt. Für die guten Fahrer ist es nicht mehr reizvoll. Sie fahren für Mannschaften. Allerdings kann jeder Verein stolz sein, wenn ein Fahrer erfolgreich ist – wie Nico Denz.

Wie sehen Sie den Bezirk aufgestellt?

Im Moment gut. Alle Ämter sind gut besetzt. Eine Verjüngung ist nie verkehrt.

Und auf sportlicher Seite?

Wir haben immer wieder gute Leute wie Nico Denz oder JanuschLaule. Nicht so toll sieht es im Nachwuchs aus. Da sehe ich die Lage etwas pessimistisch. Es ist eben eine Sportart mit viel Trainingsfleiß und Willen. Die jung Menschen sind gefordert, auch in der Schule.

Was wünsche Sie ihrem Nachfolger?

Ein gutes Händchen und genauso viel Spaß und Elan, wie ich es habe. Dann bin ich überzeugt davon, dass es eine gute Wahl war. Adrian ist kommunikativ und hat viel Sachverstand.

Fragen: Michael Neubert