Fußball-Bezirksliga, Hochrhein

SpVgg. Brennet-Öflingen – FC Wallbach 2:1 (1:1). – Tore: 1:0 (37.) Polat; 1:1 (45.) Tufaro; 2:1 (69.) P. Degelmann. – SR: Francesco Natale (Wollbach). – Z.: 170. – Bes.: GR für D. Götz (SpVgg./90.+3).

Der Bann ist gebrochen! Nach drei Pleiten zum Auftakt holte sich die SpVgg. Brennet-Öflingen im Derby gegen den Nachbarn FC Wallbach die ersten Punkte. „Ein extrem wichtiger Sieg“, atmete Trainer Urs Keser nach dem 2:1-Erfolg durch: „Wenn er auch sehr, sehr glücklich zustande gekommen ist. Die bessere Mannschaft sind wir nicht gewesen.“

Die bessere Mannschaft vielleicht nicht, aber die effektivere: „Wir bestimmen das Spiel, machen aber solche Fehler“, ärgerte sich Trainer Patrick Bayer vom FC Wallbach über die zweite Pleite in Folge: „Wie schon gegen den FV Lörrach-Brombach II müssen wir das Siegtor machen und verlieren mit 1:2.“

Chancen zum Derbysieg hatten die Wallbacher genügend: „Es war wie im letzten Jahr. Wir machen das Spiel, erzielen noch vor der Pause das verdiente 1:1 durch Frank Tufaro. Dann kommen wir mit Elan in die zweite Hälfte, schaffen es nicht, das Ding rein zu machen“, brachte es Matthias Wenk auf den Punkt. Der Abwehrspieler erinnerte nicht nur an die Chance von Mike Heyde (58.): „Da müssen wir treffen. Fast im Gegenzug kassieren wir das 1:2.“

In der Tat war der Siegtreffer ein klassisches Kontertor, nahezu aus dem Lehrbuch. Daniel Schäuble preschte am rechten Flügel durch, übersprang die Grätsche von Andreas Dobler – die der umsichtige Schiedsrichter Franco Natale mit Gelb bestrafte – und steuerte dem Strafraum entgegen. Mit einem traumhaften Querpass brachte er Pascal Degelmann in Schussposition. Der Rest war Formsache.

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„Klasse, zwei junge Spieler, die es in dieser Saison wissen wollen, im Zusammenspiel“, applaudierte Keser seiner Elf, die die Ausfälle des noch für zwei Spiele gesperrten Marco Götz, sowie der noch verletzten Timo Bernauer, Marcel Leitner und Timo Metzger verkraften musste: „Wenn sie wieder dabei sind, erleben wir hier etwas völlig Neues – Konkurrenzkampf“, grinste Keser.

Doch nicht nur die jungen Spieler wollen es bei der SpVgg. Brennet-Öflingen wissen: „So lang ich Spaß habe, bin ich dabei“, lacht Neuzugang Tolga Polat, der in knapp drei Monaten seinen 36. Geburtstag feiert, und in der 37. Minute erstmals für den neuen Verein traf.

Es war fast schon ein Treffer mit Ansage. Weil Stürmer rar sind, schickte Keser den ursprünglich als Innenverteidiger vorgesehenen Polat in den Angriff: „Er meint, ich könne das“, schmunzelte Polat über des Trainers Weitsicht.

Entsprechend groß war sein Jubel nach dem Schlusspfiff: „Für uns hatte das Spiel große Bedeutung, denn mit einer erneuten Niederlage wäre die Stimmung vielleicht gekippt“, vermutet Polat: „Wir haben gesehen, dass wir trotz der drei Niederlagen bestehen können.“

Einen gewichtigen Anteil hat der 35-Jährige selbst, denn im Gegensatz zu den früheren Stationen SV 08 Laufenburg, FC Steinen, SV Muttenz oder FSV Rheinfelden, geht er heute ganz anders in die Spiele: „Ich befinde mich wieder in der Lernphase, denn mein Ziel ist es, irgendwann als Trainer zu arbeiten.“

Entsprechend agiert er auf dem Platz, sieht sich aber nicht als verlängerten Arm von Urs Keser: „Das wurde mir zwar angeboten, ist aber kein Thema für mich. Ich will mit ganzem Herzen für die Mannschaft da sein“, so Polat, der vor der Saison einige Angebote als Trainer oder Spielertrainer ausgeschlagen hat: „Noch habe ich Spaß am Fußball und mein Körper macht mit. Wenn ich Trainer werde, dann mit dem gleichen Herzblut, wie als Spieler.“

Interview mit Tolga Polat (SpVgg. Brennet-Öflingen):

Interview mit Matthias Wenk (FC Wallbach):

Daniel Schäuble (SpVgg. Brennet-Öflingen): "Jetzt weiß jeder, dass ich alles für die Mannschaft gebe"

Der Samstag hätte für Daniel Schäuble (20) nicht besser laufen können. Der Neuzugang feierte mit der SpVgg. Brennet-Öflingen den ersten Saisonsieg. Den entscheidenden Treffer hat Schäuble mit viel Übersicht vorbereitet.

Daniel Schäuble (SpVgg. Brennet-Öflingen): „Jetzt weiß jeder, dass ich alles für die Mannschaft gebe."
Daniel Schäuble (SpVgg. Brennet-Öflingen): „Jetzt weiß jeder, dass ich alles für die Mannschaft gebe." | Bild: Scheibengruber, Matthias

Daniel, Ihre Torvorbereitung war sicher auch für Sie ein toller Moment?

Auf jeden Fall. Nachdem Pascal den Ball versenkt hatte, kamen alle Spieler zu mir, um mich zu beglückwünschen.

Wie haben Sie den Assist erlebt?

Ich kam von hinten, ging an zwei Verteidigern vorbei und sah, dass Pascal frei steht. Sonst hätte ich es selbst probiert.

Wie wichtig ist der Sieg?

Enorm wichtig, denn wir wollen da hinten raus. Das hatten sie hier letzte Saison schon und habe es in Hausen erlebt. Natürlich war das 2:1 glücklich. Die Wallbacher hatten mehr Ballbesitz – aber das reicht manchmal nicht.

Haben Sie das Gefühl, dass Sie mit diesem Tor im Team angekommen sind?

Das hat auf jeden Fall etwas. Als Neuzugang, den nur wenige Spieler kennen, muss man sich zeigen. An diesem Assist hat jeder erkannt, dass ich alles gebe, um der Mannschaft zu helfen.

Wie kamen Sie vom FC Hausen überhaupt nach Brennet?

Ich wollte nach zwei Aktivjahren etwas Neues erleben und in die Bezirksliga. Durch meinen Arbeitskollegen Florian Spengler kamen wir in Kontakt. Nach einem Probetraining war es fix.

Was gefällt Ihnen am neuen Verein?

Das ist ein kleiner Verein, das Umfeld stimmt. Ich fühle mich einfach wohl und ich wurde vom ersten Moment an vom Team aufgenommen. Obwohl jeder wusste, dass ich einen Stammplatz will, haben sie es mir leicht gemacht, mich zu integrieren.

Was sind Ihre Ziele für die Zukunft?

Ich möchte keinesfalls wieder gegen den Abstieg spielen und ich möchte meine Position behalten. Als offensiv ausgerichteter Abwehrspieler fühle ich mich richtig wohl, obwohl ich bisher als Innenverteidiger eher lauffaul war. Da scheint ein Knoten geplatzt zu sein.

Fragen: Matthias Scheibengruber