Radsport: – Vor der Traumkulisse der Dolomiten werden die Marathon-Weltmeister der Mountainbiker ermittelt. Am Fuße der drei Zinnen starten die Bikerinnen am Samstag, um 9.45 Uhr, in Auronzo di Cadore und haben auf der 89 Kilometer langen Strecke rund 3400 Höhenmeter in gut fünfeinhalb Stunden vor sich.

Zahlen sind aber nur die halbe Wahrheit. Das weiß Peking-Olympiasiegerin Sabine Spitz (WIAWIS Bikes Pro Team) aus Niederhof nach ihrem ersten Test auf der anspruchsvollen Runde: "Die Bergkulisse ist wirklich genial. Aber das Gelände ist sehr steil. Die Höhenmeter sind auf relativ kurzer Strecke verteilt", erzählt die Vize-Weltmeisterin von 2017.

Schon der erste lange Anstieg ist mit einer durchschnittlichen Steigung von 16 Prozent extrem. Dazu kommt ein hochalpiner mit viel Geröll durchsetzter und somit äußerst rutschiger Untergrund. „Das ist die härteste WM-Strecke bei einem Marathon, die ich bisher gefahren bin", analysiert Spitz: "Das komplette Gegenteil des Rennens vor einem Jahr in Singen, als viel Taktik gefragt war."

Allerdings ist sich die Deutsche Meisterin nicht sicher, ob ihr die Strecke in der aktuellen Verfassung wirklich entgegenkommt. "Einerseits ja, weil der komplette Mountainbiker gefordert ist, da alle Facetten die den Mountainbike Sport ausmachen notwendig sind um gut durchzukommen. Anderseits sind mir die Anstiege aber eindeutig zu steil" zeigt sie sich Sabine Spitz skeptisch.

Dazu kommt das große Fragezeichen, ob ihre Leistungsfähigkeit nach der verletzungsbedingten Pause derzeit ausreicht. "Ich bin zwar soweit fit und froh, dass ich durch den Verzicht auf die Cross-Country Weltmeisterschaft in der vergangenen Woche nochmals einen intensiven Trainings-Block einschieben konnte, um mich besser auf die Marathon-WM vorzubereiten. Aber was die Form auf einer so schweren und auch langen Runde derzeit hergibt, kann ich im Moment gar nicht einschätzen", zeigt sich die Marathon-Weltmeisterin von 2008 eher zurückhaltend.

Sicher ist nur, dass Sabine Spitz im Gegensatz zur letztjährigen Heim-WM in Singen – als sie als Mitfavoritin Silber gewann – dieses mal nicht zu den heißesten die Medaillen Kandidatinnen zählt, auch wenn eine Medaille bei einer WM natürlich für sie immer ein Ziel ist.

Top-Favoritinnen sind vor allem Titelverteidigerin Annika Langvad aus Dänemark und die Europameisterin Gunn-Rita Dahle (Norwegen). Allerdings ist die Liste der möglichen Medaillen-Kandidatinnen lang. Neben einigen Langstreckenspezialistinnen zählt dazu auch die neue Cross-Country Weltmeisterin Kate Courtney (USA), die bei der diesjährigen Cape Epic schon gezeigt hat, dass sie auf der Langstrecke sehr gut bestehen kann.