Fußball-Bezirksliga: – Seit Michele Masi als Trainer beim SV Jestetten arbeitet, gibt er vor jeder Saison die gleiche Losung aus: „Ein bisschen besser als im vergangenen Jahr soll es schon werden.“ Vor der vierten Saison des Aufsteigers von 2015 hört sich das allerdings etwas anders an: „Die Vorbereitung lief überhaupt nicht gut. Viele Spieler waren noch verletzt oder im Urlaub. Ich rechne erst Ende September damit, dass alle Mann fit sind. Wir werden unsere Ziele entsprechend immer wieder anpassen“, bremst Michele Masi jegliche Erwartungen nach Platz fünf in der vergangenen Saison ein.

Der erfahrene Trainer tut gut daran, denn seine Arbeit war in diesen Tagen nicht vergnügungssteuerpflichtig: „Wir hatten schon bessere Vorbereitungen“, gibt er offen zu. Schließlich gilt der 45-Jährige als Perfektionist, der im Fußball nichts dem Zufall überlässt. Manch akribisch erstellter Trainingsplan wurde Makulatur, wenn Spieler abwesend waren: „Mit acht Mann im Training ist es schwer, zielgerichtet zu arbeiten.“ Dass dabei Nerven nicht geschont werden, gibt Masi schmunzelnd zu: „Meine Frau beruhigt mich dann wieder.“

Als Vorwurf will er die Situationsanalyse allerdings nicht sehen: „Natürlich haben die Spieler ihr Recht auf Urlaub.“ Es sei auch keineswegs so, dass die Spieler nach den Erfolgen der vergangenen Spielzeiten nun einen Schlendrian einziehen lassen: „Diese Sorge habe ich überhaupt nicht. Wer da war, hat konzentriert mitgearbeitet.“

Sorge bereitet ihm, dass beispielsweise Stammkräfte wie Robin Kübler und Silvan von Ow ihre Verletzungen aus der Rückrunde noch immer nicht überwunden haben und sich Rückkehrer Sandro Scheier gleich beim ersten Testspiel verletzt hat. Neuzugang Simon Müller, der aus der Jestetter Jugend stammt, und nach seiner Ausbildung wieder in der Heimat lebt, laboriert ebenfalls noch an einer Knieverletzung.

So gesehen, steht Masi aktuell gerade einmal jener Kader zur Verfügung, mit dem er sich im Frühjahr durch die letzten Saisonspiele gehangelt hat: „In dieser Phase haben die Spieler wirklich alles gegeben, um die Saison achtbar abzuschließen“, weiß der Trainer, was er an seinen Jungs hat: „Wichtig ist, dass wir alle – die Mannschaft und das Umfeld – in den ersten Wochen der Saison viel Geduld aufbringen.“ Wenn alle Mann an Bord seien, könne der SV Jestetten durchaus wieder eine gute Rolle in der Bezirksliga spielen.