Fußball-Bezirksliga: – 18 Punkte sind in den ausstehenden sechs Spielen für die einzelnen Bezirksligisten noch zu holen. Entsprechend offen sind die Entscheidungen im Titelrennen und im Abstiegskampf. Langeweile kommt also bei keinem der acht Partien am Wochenende auf.

Voll fokussiert präsentiert sich in diesen Tagen der SV Herten, auch wenn das 1:7 im Pokal-Halbfinale beim FC Tiengen 08 anderes vermuten lässt: "Der Abstiegskampf hat Priorität", erklärt Trainer Thorsten Szesniak, weshalb er am Mittwoch eine "verstärkte Zweite" in Tiengen auflaufen ließ: "Wir haben zahlreiche angeschlagene und erkrankte Spieler, die es zu schonen gilt."

Die Personalsorgen beschäftigen ihn allerdings auch vom wichtigen Heimspiel gegen die am vergangenen Sonntag beim 1:0 gegen den FC Wittlingen erstmals in diesem Jahr siegreiche SpVgg.Wutöschingen: "Bastian Eschbach und Waldemar Schmidt sind verletzt, Remo Laisa hat Fieber. Gut, dass sich einige Spieler in Tiengen etwas Spielpraxis holen konnten." Szesniak hat die Konkurrenz im Rückspiegel und weiß, dass die Partie unbedingt gewonnen werden muss: "Und das nicht nur wegen der unterirdischen Vorstellung beim 0:6 im Hinspiel."

Im Kampf um den zwölften Platz spüren die Hertener den Atem des FC Wallbach. Der hat seit sechs Spielen nicht mehr verloren, reihte an vier Unentschieden zuletzt zwei Siege: "Ich traue ihnen auch gegen die SpVgg. Brennet-Öflingen etwas zu", zollt Szesniak großen Respekt.

Das Derby der Konkurrenten, deren Spielorte einzig vom Duttenberg getrennt werden, ist das Spiel der Serienhelden. Die Wallbacher haben zuletzt viel Selbstvertrauen mit Siegen über den FC Erzingen und beim FC Schönau getankt. Doch auch die SpVgg. Brennet-Öflingen scheint über den Dingen zu schweben. Seit der Winterpause läuft es optimal – 20 Punkte auch acht Spielen lassen den Neuling schon vom Durchmarsch in die Landesliga träumen. A propos laufen: Wenn schon nicht für die Mannschaft, aber zumindest für die Fans der Blau-Weißen wird das Derby in Wallbach ein Spaziergang. Sie treffen sich zwei Stunden vor Anpfiff zum gemeinsamen Laufen ins Nachbardorf.

Die Vorzeichen für die SpVgg. Brennet-Öflingen, mit einem Sieg noch näher an die Tabellenspitze zu rücken, stehen nicht schlecht. Sie lauern mit nur zwei Punkten Rückstand hinter Tabellenführer SV Weil II und dem FC Schönau auf Ausrutscher. Davor sind zumindest die Schönauer nicht gefeit, denn beim FC Wehr zu punkten, ist in diesem Jahr noch keinem Gegner gelungen. Die Weiler Reservisten, in der Aufstiegsfrage ohnehin außen vor, gastieren beim Tabellenvorletzten VfB Waldshut. Will der noch annähernd eine Chance haben, dem Abstieg in die Kreisliga A zu entrinnen, sollte er endlich mal wieder ein Spiel gewinnen. Der letzte Sieg datiert vom 3. Dezember (3:1 in Jestetten), seither holte die Elf von Giuseppe Pavano nur drei Punkte.

Ähnlich prekär ist die Situation für den FC Rot-Weiß Weilheim, der nach vier Niederlagen in Folge nun zu Gast beim SV Buch ist. Der tritt nach erfolgreicher Sanierung und Vergrößerung seines Platzes erstmals seit 22. November 2015, als der SV Weil II mit 2:0 besiegt wurde, wieder auf heimischem Terrain an. 17 Monate lang waren die Bucher zu Gast beim FC Schachen, nun soll "zu Hause" gegen das Schlusslicht ein großer Schritt zum Ligaverbleib gemacht werden. Denn angesichts der Ausgeglichenheit der Liga darf sich die Bucher Elf trotz elf Punkten Vorsprung auf Platz 13 nicht zu sicher fühlen.

Mit zwölf Punkten Distanz auf den ersten Abstiegsplatz ist sogar der SV Jestetten auf Rang zehn noch nicht definitiv durch. Das Hinspiel gegen den VfR Bad Bellingen wurde klar mit 3:0 gewonnen, doch das Rückspiel beim Aufsteiger dürfte eine andere Hausnummer werden, auch wenn die Jestetter mit dem Einzug ins Pokalfinale zusätzliches Selbstvertrauen getankt haben. Immerhin ist der Aufsteiger aus dem Rebland zuletzt drei Mal als Sieger unter die Dusche marschiert.

Erst am Sonntag steht das Duell der beiden spielstärksten Teams auf dem Plan. Der FC Tiengen 08 will nicht nur seine tadellose Heimbilanz mit 25 Punkten aus zwölf Spielen ausbauen, sondern auch seine Titelchancen wahren. Die Gastgeber wissen aber nur zu genau, das der FV Lörrach-Brombach II mit jeglichem Personal aufläuft, das in der Bezirksliga spielberechtigt ist. Nach dem Titel der "Ersten" in der Landesliga, hat sich die "Zweite" vorgenommen, vielleicht doch noch im Aufstiegsrennen mitzumischen. Das Tiengener 4:0 aus dem Hinspiel und die Tatsache, dass die Gäste in den vergangenen zwei Jahren jeweils mit 0:2 am Langensteiner verloren haben, wird am Sonntag keine Rolle spielen.

Fünfeinhalb Jahre liegt die letzte Niederlage des FC Erzingen beim FC Wittlingen zurück. Am 25. September 2011 gab es ein torreiches 4:5 für die Elf aus dem Klettgau. Seither gab es zwei Unentschieden und im vergangenen Spieljahr einen grandiosen 8:2-Erfolg im Kandertal. So deutlich muss es dieses Mal nicht wieder enden, doch ein Sieg scheint angesichts der Wittlinger Serie, die sich mit fünf Niederlagen in Folge ihrer Titelchancen selbst beraubten, nicht unmöglich. Ihre eigene Niederlagenserie legten die Erzinger zuletzt mit einem 3:0 gegen den FC Wehr zu den Akten.