Fußball-Bezirksliga

SV Herten – VfB Waldshut 3:2 (2:2). – Tore: 0:1 (18.) Eppler; 0:2 (26./FE) Korkut; 1:2 (32.) Kocer; 2:2 (34.) und 3:2 (52.) beide Müller. – SR: Nicolas Preinl (Kandern). – Z.: 130.

Nach einer knappen halben Stunde rieb sich der Anhang des SV Herten die Augen und Trainer Thorsten Szesniak war der Verzweiflung nah: "Wir wussten genau, was uns erwartet. Doch die Mannschaft hat es nicht geschafft, die Vorgaben umzusetzen", schimpfte er über den Auftritt: "Ich kann mir nicht erklären, was sa in den Köpfen passiert ist." Dann zog Szesniak die Notbremse, nahm Phil Seiler aus dem Spiel und brachte Kevin Wolek.

Dieser taktische Wechsel war dringend geboten. Der VfB Waldshut hatte bis dahin einen feinen Ball gespielt. Alles lief am Schnürchen für die Gäste im Duell der Neulinge. Fabian Eppler spazierte durch die gegnerische Abwehr und überwand Torhüter Jonas Schulz zur Führung. Nach einem Foul von Waldemar Schmidt an Giuseppe Ferraro zeigte Nicolas Preinl auf den Punkt – Serkan Korkut ließ sich die Chance zum 2:0 nicht entgehen.

In der Folge entwickelte sich ein munteres Spiel mit hochkarätigen Chancen auf beiden Seiten. Wobei es die nun strukturierter spielenden Gastgeber einen Tick besser machten. Erst verkürzte Tunahan Kocer auf 1:2 und zwei Minuten später unterstrich Philipp Müller, dass er seinen Namen zurecht trägt. Im Stile des großen Gerd Müller war er zur Stelle, als ein Lupfer von Remo Laisa vom Pfosten abprallte.

"Wir haben das Fußball spielen plötzlich eingestellt", wunderte sich Co-Trainer Jochen Zuber, der den verreisten Nils Mühlenweg an der Linie vertrat, über den Knick bei seiner Elf, die noch vor der Pause das 3:2 hätte machen müssen, doch Shqiprim Kertoku brachte den Ball nicht unter. Im Gegenzug faustete Cihan Ceylan einen Schuss von Mario Rittwag aus der Gefahrenzone.

Im zweiten Abschnitt versöhnte der SV Herten dann seinen Trainer und den Anhang. Nach einem feinen Spielzug besorgte Müller mit seinem dritten Saisontreffer die 3:2-Führung. Die war in der Folge nur noch einmal in Gefahr, als Ferraro einen Patzer von Schulz nicht nutzte: "Ich habe nach dem Rückstand das Aufbäumen vermisst. So gesehen geht der Sieg des SV Herten in Ordnung", erklärte Zuber: "Ein Remis wäre sehr glücklich für uns gewesen."