Fußball-Bezirksliga

SV Jestetten – SpVgg. Brennet-Öflingen 3:2 (0:2). – Tore: 0:1 (17.) Böhler; 0:2 (43.) M. Götz; 1:2 (85.) Achmedov, 2:2 (86.) P. Fornino; 3:2 (90.+2) Ruppelt. – SR: Klaus-Gjord Schneider (Konstanz). – Z.: 200. – Bes.: Rot für M. Götz (SpVgg./87.) wg. SR-Beleidigung; GR für Y. Cam (SpVgg./78.) und Polat (SpVgg./85.).

Klaus-Gjord Schneider bescherte der SpVgg. Brennet-Öflingen zum Saisonauftakt ein Spiel, das das Team so schnell nicht vergisst. "Wir fahren mit zwölf Spielern nach Jestetten, liefern eine tadellose Mannschaftsleistung ab und führen fünf Minuten vor Schluss mit 2:0 – um dann am Ende ohne Punkte und mit drei vom Platz gestellten Spielern da zu stehen", schüttelte Trainer Urs Keser ungläubig den Kopf über den Auftritt des Schiedsrichters aus Konstanz: "Ich habe wirklich schon viel erlebt, aber so eine Selbstdarstellung eines Unparteiischen noch nie." Dass die Punkte verloren gegangen seien, sei enttäuschend genug, aber "dass mir nun gegen den FC Schönau noch drei weitere Spieler fehlen, kann ich nicht akzeptieren", so Keser wütend.

In einer hektischen Partie suchten die Gäste ihr Heil in der Offensive: "Angesichts der Personallage hatten wir nichts zu verlieren", war Keser mit der Mannschaft zufrieden. Ganz anders sein Gegenüber: "Wir haben völlig ohne Druck gespielt und lagen zur Pause nicht unverdient mit 0:2 hinten", haderte Michele Masi mit dem SV Jestetten, der personell ebenfalls nicht üppig bestückt war. Auf der Bank saßen nur Stefan Ruppelt aus der "Zweiten" und Pietro Fornino, der über ein halbes Jahr außer Gefecht war. Dieses im Verlauf der zweiten Hälfte eingewechselte Duo sollte später noch für überraschende Moment sorgen.

Während die Brenneter alles taten, um ihren scheinbar klaren Vorsprung zu halten, näherten sich die entscheidenden Minuten: "An der Mittellinie bekommt der bereits verwarnte Yusuf Cam an der Mittellinie einen Stoß in den Rücken, greift im Fallen nach dem Ball – sieht dafür Gelb-Rot", beschreibt Urs Keser den Anfang vom Ende: "Damit hätte ich noch leben können." Auch mit dem Anschlusstreffer, den Alexander Achmedov aus dem Gewühl heraus erzielt hatte.

Die Stimmung kippte allerdings nach dem Ausgleich. Manuel Hilpert sah bei einer Flanke von Pietro Fornino nicht gut aus, ließ den Ball ins Netz gleiten. "Manuel holt den Ball aus dem Netz, mehrere Jestetter bedrängen ihn, weil sie den Ball schnell zum Anstoßpunkt bringen wollen. Tolga Polat geht dazwischen und sieht plötzlich Gelb-Rot." Schneider habe damit einem "Tumult" verhindern wollen, zitiert Keser die Erklärung des Unparteiischen für diesen Platzverweis.

Nun liegen beim Gast die Nerven blank. Lautstark habe sich Kapitän Marco Götz über das überflüssige Gegentor und den Ausgleich überhaupt geärgert, meckerte in Richtung Trainerbank: "Der Schiedsrichter stand nah bei ihm und münzte – was auch immer – auf sich und zieht Rot gegen Marco." Mit drei Spielern mehr hatten die Jestetter nun leichtes Spiel, trafen in der Nachspielzeit durch Steven Ruppelt zum Sieg.

"Ganz ehrlich. Auch wenn wir nach der Pause stärker wurden, hätten wir ohne diese Platzverweise kaum ein Tor erzielt – geschweige denn gewonnen", gab Michele Masi nach dem glücklichen Erfolg zu: "Mir haben diese Szenen überhaupt nicht gefallen. Ich hätte vom Unparteiischen mehr Gefühl für dieses hektische Spiel erwartet", konnte Masi die Platzverweise nicht nachvollziehen: "Dass Urs Keser einen dicken Hals hat, kann ich absolut nachvollziehen", so Masi.