Fußball-Bezirksliga

FC RW Weilheim – SV Weil II 6:2 (5:0). – Tore: 1:0 (5.) Schmidt; 2:0 (9.) Merz; 3:0 (19.) Zumkeller; 4:0 (28.) Maier; 5:0 (31.) Schmidt; 6:0 (55.) Maier; 6:1 (68.) und 6:2 (84.) beide Parti. – SR: Riccardo Lombardo (Bad Säckingen). – Z.: 160. – Bes.: Lazarov (SVW/9.) hält FE von Merz.

Dietmar Knab lächelte zufrieden. Gut hatte er das gemacht, richtig gut. Der neue Trainer des FC Rot-Weiß Weilheim hatte sich vor dem mit 6:2 gewonnenen Auftaktspiel gegen den SV Weil II lang überlegt, wie er Oliver Maier belohnen könnte. „Mir gefällt das, wenn sich ein Spieler aus der Reserve aufdrängt und alles dafür tut, in die erste Mannschaft zu kommen.“

Oliver Maier hatte seinen Coach in den letzten Tagen wirklich beeindruckt. Seit acht Jahren spielt der 23-jährige Tiengener schon auf dem Nägeleberg, gehört längst dazu. In der vergangenen Saison, als die Rot-Weißen furios durch die Kreisliga zum Titel stürmten, feierte er sein Debüt unter Trainer Lars Müller. In diesem Sommer schien die Zeit gekommen, den Sprung in die 1. Mannschaft zu wagen: „Oliver kam sogar eher aus dem Urlaub zurück, damit er im Finale um den Waldhaus-Cup dabei sein kann“, erzählte Knab von Maiers Eifer.

Also durfte Maier im ersten Bezirksliga-Spiel von Anfang an ran. Und wie er ran ging. Wo der Ball war, war Maier. War der Ball nicht bei Maier, dauerte es nicht lang – und er hatte ihn am Fuß. Basis des laufintensiven Spiels war die taktische Vorgabe, so Knab: „Wir haben sogenannte schwimmende Stürmer, die überall auf dem Feld auftauchen.“

Damit kam der Gast überhaupt nicht zurecht. 31 Minuten lang wirbelte der FC RW Weilheim über den Kunstrasen, spielte die Weiler – immerhin mit sechs Spielern aus dem Landesliga-Kader angetreten – förmlich an die Wand. Bis auf einen von Vladmir Lazarov vor Sebastian Schmidt weg gefausteten Ball, war jeder Schuss ein Treffer. Und fast immer hatte Oliver Maier seine Finger, oder besser gesagt, seine Füße im Spiel.

Über rechts strebte er dem Strafraum entgegen, sah Sebastian Schmidt (5.) frei – 1:0. Fast eine Kopie war das 3:0 durch Fabian Zumkeller. Jetzt kam Schmidt von rechts, passte zu Maier (19.), der legte Zumkeller auf.

Einer von der frechen Sorte war dann Maiers erster Bezirksliga-Treffer. Nach einer Ecke von Michael Emmerich (28.) traf er gegen die groß gewachsenen Abwehrspieler per Kopf. Und weil es beim 1:0 so gut geklappt hatte, legte er in der 31. Minute erneut von rechts für Schmidt auf – 5:0.

Einzig mit dem Strafstoß, den Patrick Merz im Nachschuss verwandelte, hatte Maier nichts zu tun. Nick Henke und Marco Kern hatten Manuel Schildknecht nach neun Minuten im Strafraum von den Beinen geholt. Vladimir Lazarov, der Keven Hill nach dessen schwerer Trainingsverletzung gut vertrat und Schlimmeres verhinderte, parierte den Strafstoß von Patrick Merz, war aber gegen den Nachschuss machtlos.

„Ich hätte nie geglaubt, dass unser Spiel so perfekt funktioniert“, gab Dietmar Knab offen zu: „Natürlich macht man sich vor einem Spiel seine Gedanken. Aber das war klasse.“ Zehn Minuten ließ er seine Elf nach der Pause noch weiterwirbeln. Oliver Maier traf auf Vorarbeit von Emmerich zum 6:0.

Dann mischte Knab durch, brachte frische Kräfte von der Bank. „Vor allem jenen Spielern, die nicht die volle Vorbereitung mitgemacht haben, ging etwas die Luft aus“, hob der Trainer den Zeigefinger: „Der Sieg tut uns gut, keine Frage. Aber wir bleiben am Boden.“

Dass es bei den Weilheimern keinen Grund für Höhenflüge gibt, zeigte die Schlussphase, als die Gäste zumindest in Ansätzen die Fahrtspesen gerechtfertigten. Ronald Parti, mit 18 jüngster Spieler auf dem Platz, traf nach seiner Einwechslung doppelt, gestaltete das Resultat aus Weiler Sicht erträglicher.

Zuvor hatte sich die blau-weiße Elf bis auf die Knochen blamiert. Trainer Thomas Schwarze machte das richtig wütend, zur Pause knallte es mächtig: „Die Tür ist noch intakt. Aber in der Kabine war es lauter als sonst“, schnaubte der 47-Jährige: „Es kann doch nicht sein, dass wir Spieler aus dem Landesliga-Kader einbauen müssen und die tragen hier nur das Trikot spazieren. Auch in der Bezirksliga wird Fußball gespielt.“