Fußball-Kreisliga: – Manchmal sind es die kleinen Dinge im Leben, die die Menschen glücklich machen. Dazu braucht es nicht viel Geld, sondern viel mehr den Willen, auch mal über den Schatten zu springen. Wenn es sich bei diesen Menschen um Zeitgenossen handelt, die nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens stehen, kommen diese Gesten noch viel mehr an.

Gerade der Fußball bietet reichlich Gelegenheit zur Integration und Inklusion. Ein perfektes Beispiel ist vor wenigen Wochen der "Dritten" des SV Weil gelungen, die ihrem wohl treuesten Fan, dem 21-jährigen Max Schumann, ein wohl unbezahlbares Geschenk machte. Max Schumann, der am Down-Syndrom erkrankt ist, kam über seinen Bruder Moritz, der mittlerweile Wasserball spielt, zum Verein.

Sofort wurde er glühender Fan der "Dritten" und verbringt seither viel Zeit mit den Fußballern des SV Weil – ist also nicht nur "Edelfan", wie Frank Bahlinger sagt, sondern gehört mehr oder weniger fest zur Mannschaft von Trainer Franco Viteritti – was nicht zuletzt darin seine Ausdruck findet, dass Max Schumann auf dem Mannschaftsfoto in mitten seiner Sportkameraden sitzt und auch einen Spielerpass des Südbadischen Verbandes besitzt.

Nun wissen die Weiler Fußballer so gut wie Max Schumann, dass ein Spielerpass vor allem deshalb Spielerpass heißt, weil er der Pass eines Spielers ist. Max gehört nun zwar seit langem zur Mannschaft, die er auch bei Auswärtsspielen begleitet. Spieler derselben war er aber noch nicht. Diesen fatalen Umstand galt es langsam aber sicher zu ändern.

Es muss ein toller Moment für Max Schumann gewesen sein, als Franco Viteritti vor einigen Wochen den Kader für das Testspiel des SV Weil III gegen den FC Kandern bekannt gegeben hat. Im Tor sollte Vladimir Lazarov stehen, die Abwehr um Simon Vierthaler wurde einem Härtetest unterzogen, denn die "Dritte" ist nach dem Last-Minute-Aufstieg durch den Sieg über den SV Eschbach in der Kreisliga A-West enorm unter Druck. International besetzt war das Mittelfeld, unter anderem mit dem Brasilianer Bernardo und im Angriff stand Ibrahim Mohammad seinen Mann neben Tobias Ortner.

Spätestens als Viteritti die Ersatzspieler benannte, schlug Max Schumanns Herz doch etwas schneller: "Max, du bist dabei", gab ihm der Trainer mit auf den Weg. Und als er sich in der Schlussphase warmlaufen sollte, wurde manch gestandenem Fußballer warm ums Herz: "Ich spiele schon 30 Jahre, aber dieser Moment war etwas ganz Besonderes", erinnert sich Frank Bahlinger, der zur zweiten Hälfte eingewechselt worden war, an die 76. Minute.

Dominik Wegler verließ beim Stand von 4:0 den Platz, klatschte sich ab – mit Max Schumann. Stolz wie Oskar lief der 21-Jährige im Trikot des SV Weil III auf den Platz, meldete sich bei Schiedsrichter Kevin Philipp (Steinen) an und war jetzt – endlich – ein echter Spieler des SV Weil. So weit, so gut. Doch Max Schumann hatte die Rechnung ohne seine Kameraden und ohne die Gegenspieler des FC Kandern gemacht.

Der frisch gekommene Einwechselspieler sollte natürlich nicht nur passiv am Geschehen teilnehmen, sondern wurde umgehend ins Spiel integriert. Schnell wurde Max Schumann klar gemacht, dass es noch eine zweite Variante des Spielerpasses gibt. Und so bekam er in der 86. Minute einen dieser Traumpässe, wie man sie sich als Fußballer so gern wünscht. An Freund und Feind dribbelte Max Schumann vorbei und erzielte für "seine Weiler Dritte" den 5:0-Endstand.

Für Perseus Knab, den Sportchef des SV Weil, mehr als nur eine Episode im Vereinsgeschehen: "Trainer Franco Viteritti und Spielausschuss Rene Gentner und die ganze „Dritte“ machen das vorbildlich und integrieren Max, wann immer es geht", ist er stolz auf seine Jungs – und Max Schumann, der das beste Beispiel für den Slogan "Mittendrin, statt nur dabei" ist.