SV 08 Laufenburg – SGV Oberböbingen 374,4:124,4

Nicht den Hauch einer Chance ließ die Heber-Staffel des SV 08 Laufenburg ihrem schwäbischen Gegner von der Ostalb. Mit genau 150 Punkten distanzierte das Team von Trainer Tobias Strittmatter die sechs Heberinnen und Heber aus der Gemeinde nahe Schwäbisch Hall. Während sich Lisa Eble mit 102 Punkten einmal mehr als erfolgreichste Hantel-Akrobatin feiern lassen durfte, war Oberböbingens Marcel Schuster der Pechvogel des Abends. Nach Abzug seiner Relativpunkte blieben von 60 Kilo im Reißen und 82 Kilo im Stoßen nichts mehr übrig. Hätte er im letzten Versuch die 86 Kilo zur Hochstrecke gebracht, wäre zumindest ein halber Punkt für den 30-Jährigen übrig geblieben.

Auf Laufenburger Seite gab es ausnahmslos strahlende Gesichter. Allen voran die beiden Amazonen an den Hanteln. Lisa Eble freute sich über das starke Resultat allein deshalb, weil sie in den vergangenen drei Monaten "eher wenig fürs Gewichtheben getan" hatte. Die amtierende Deutsche Meisterin in der Klasse bis 69 Kilo konzentrierte sich zuletzt mehr auf ihre "Zweitsportart" Crossfit, wo die einstige Kunstturnerin ebenfalls eine Klasse für sich ist. Mit 75 Kilo im Reißen bestätigte sie ihre Saisonbestleistung und im Stoßen blieb sie mit 91 Kilo nur knapp unter den 93 Kilo, die sie im Oktober geschafft hatte. An den 94 Kilo scheiterte sie im dritten Versuch.

"Die immer lacht" – der Hit von Kerstin Ott ist das Markenzeichen von Lisa Eble, die fleißigste Punktesammlerin beim SV 08 Laufenburg: "Aber nur sie weiß, es ist nicht, wie es scheint" Bild: Matthias Scheibengruber
"Die immer lacht" – der Hit von Kerstin Ott ist das Markenzeichen von Lisa Eble, die fleißigste Punktesammlerin beim SV 08 Laufenburg: "Aber nur sie weiß, es ist nicht, wie es scheint" Bild: Matthias Scheibengruber

Eindrucksvoll verlief die Premiere von Stefanie Zeiher im Laufenburger Trikot. Die 28-Jährige hatte nach durchwachsenen Leistungen in der Bundesliga-Staffel des KSV Lörrach nicht aufhören wollen, sah aber in der höheren Liga keine Perspektive. Schließlich hatte sie erst vor zwei Jahren nach einer mehrjährigen Pause wieder zu den Hanteln gegriffen und wieder Spaß am Heben gefunden: "Es war die richtige Entscheidung, nach Laufenburg zu wechseln. Es ist einfach mein Sport und ich habe ihn während der dreimonatigen Wechselsperre wirklich vermisst", gibt die Lörracherin offen zu, dass sie sich durchaus ein langfristiges Engagement – auch in der Oberliga – vorstellen kann: "Ich wurde hier super aufgenommen." Die Euphorie brachte sie bei ihrer Premiere gleich auf die Bretter: "58 Kilo im Reißen und 74 Kilo im Stoßen sind fürs erste Mal ganz ordentlich. Schließlich war ich sehr nervös." Insgesamt 87 Punkte steuerte Zeiher zum Mannschaftsergebnis bei und deutet an, dass noch Luft nach oben ist: "Mein Bestwert liegt bei 90 – passt doch."

Stefanie Zeiher nach ihrer Premiere: "Es war die richtige Entscheidung, nach Laufenburg zu wechseln. Es ist einfach mein Sport und ich habe ihn während der dreimonatigen Wechselsperre wirklich vermisst" Bild: Matthias Scheibengruber
Stefanie Zeiher nach ihrer Premiere: "Es war die richtige Entscheidung, nach Laufenburg zu wechseln. Es ist einfach mein Sport und ich habe ihn während der dreimonatigen Wechselsperre wirklich vermisst" Bild: Matthias Scheibengruber

An seine Bestwerte kommt Luis Lopez indessen noch nicht heran. Der 21-jährige Kolumbianer, der seit knapp eineinhalb Jahren in Aarau lebt und sich beim SV 08 Laufenburg den Sprung in höhere Klassen erhofft, hat schon 141 Kilo im Reißen und 170 Kilo im Stoßen zur Hochstrecke gebracht. Davon waren seine 104 Kilo und 133 Kilo, also 30 Mannschaftspunkte, gegen den SGV Oberböbingen noch weit entfernt. Doch der Südamerikaner integriert sich prächtig, spricht immer besser die Sprache seiner Teamkollegen und fühlt sich rundum wohl bei den Null-Achtern.

Kraftpaket: Der Kolumbianer Luis Lopez brachte im Zweikampf für den SV 08 Laufenburg beim SIeg in Flözlingen stolze 290 Kilo zur Hochstrecke. Bild: Matthias Scheibengruber
Kraftpaket: Der Kolumbianer Luis Lopez brachte im Zweikampf für den SV 08 Laufenburg beim SIeg in Flözlingen stolze 290 Kilo zur Hochstrecke. Bild: Matthias Scheibengruber

Satte 57 Punkte ließ sich Routinier Andreas Albiez gut schreiben. Eine knappe Woche vor seinem 36. Geburtstag ging er nochmals ans Limit und bestätigte seine Saison-Bestwerte mit 71 Kilo im Reißen und 90 Kilo im Stoßen. Da wollte der Jüngste im Team, Alexander Gruner, nicht nachstehen. Er hatte in der Endabrechnung Ende nur ein Kilo weniger als Albiez auf den Hanteln, verbesserte sich aber im Reißen auf 71 Kilo. Wegen der höheren Abzüge brachte die Leistung dem 19-Jährigen allerdings neun Mannschaftspunkte weniger ein. 50,4 Punkte steuerte Johannes Böhler zum Sieg bei. Im Reißen schraubte er seine Saisonbestmarke auf 95 Kilo, im Stoßen verpasste er sie mit 115 Kilo um vier Pfund.

Alexander Huber vom SV 08 Laufenburg wurde Bezirksmeister der Junioren in der Klasse bis 69 kg. <em>Bild: Matthias Scheibengruber </em>
Alexander Huber vom SV 08 Laufenburg wurde Bezirksmeister der Junioren in der Klasse bis 69 kg. Bild: Matthias Scheibengruber
Starke Leistung: Bestwerte schaffte Johannes Böhler für den Landesligisten SV 08 Laufenburg. Bild: Matthias Scheibengruber
Starke Leistung: Bestwerte schaffte Johannes Böhler für den Landesligisten SV 08 Laufenburg. Bild: Matthias Scheibengruber
Routinier: Der bald 36-jährige Andreas Albiez unterstrich gegen den SGV Oberböbingen seine Form und holte 57 Punkte. Bild: Matthias Scheibengruber
Routinier: Der bald 36-jährige Andreas Albiez unterstrich gegen den SGV Oberböbingen seine Form und holte 57 Punkte. Bild: Matthias Scheibengruber

Bleibt nach dem drittletzten Wettkampf in dieser Saison die Frage nach dem Aufstieg, zumal die Null-Achter in den abschließenden Duellen beim SV Flözlingen II (27. Januar) und gegen den AC Konstanz (24. März) klarer Favorit sind. "Wir können nur auf einen Ausrutscher des VfL Sindelfingen hoffen", lässt Abteilungsleiter Wolfgang Fräßle leichte Enttäuschung durchklingen. Sein Team könnte unfreiwilliges Opfer der kleinen Ligareform werden: "Zu dieser Saison wurden eine der drei Landesliga-Staffeln gestrichen und die überzähligen Mannschaften in die Nord- und Südgruppe eingeteilt", erklärt Fräßle: "Bei neun Vereinen hat man sich beim Verband für eine einfache Runde entschieden – es gibt also keine Rückkämpfe."

Somit haben die Laufenburger Heberinnen und Heber auch keine Chance, ihre einzige Niederlage, ein 337,2:404,2 beim VfL Sindelfingen auszugleichen und die Tabellenspitze zu übernehmen: "Ausgerechnet in diesem Wettkampf stellten die Sindelfinger enorm stark auf. Unterm Strich sind wir von den erreichten Punkten viel besser, aber wir haben eben einmal verloren", hat Fräßle die umgehende Rückkehr des Absteigers in die Oberliga fast schon aufgegeben: "Nur mit fremder Schützenhilfe ist es noch zu schaffen."