Den Motorsport hat die Familie Kalt aus Ühlingen im Blut. Klingt martialisch, ist aber so. Mutter Angelika und Vater Konrad starteten schon in früheren Zeiten beim Schachener Autocross, und auch Bruder René ist im Motorsport aktiv und fährt Autocross-Rennen. Wen wundert es da, dass Daniel Kalt den größten Teil seiner Freizeit an seinem Fahrzeug schraubt oder bastelt und auf den Rennstrecken in ganz Deutschland mehr oder weniger zu Hause ist?

Hobby und Beruf verschmelzen bei dem 31-jährigen Ühlinger völlig. Als KFZ-Meister bringt er die besten Voraussetzungen mit, mit dem optimalen Arbeitsgerät die Rennen bestreiten zu können. „Die Fachkenntnisse habe ich. Das ist sehr wichtig“, sagt er, denn „ohne Eigenarbeit wäre das auch finanziell nicht zu stemmen“.

<strong>Pole-Position: </strong>Fabian Heiss vom Albbrucker Stock-Car-Club ist in seinem Element.
Pole-Position: Fabian Heiss vom Albbrucker Stock-Car-Club ist in seinem Element. | Bild: Welte, Gerd

Jeder „Autocrosser“ bringt sein Fahrzeug mit, ist dafür selbst verantwortlich. „Viele bauen es auch selber oder rüsten ein straßentaugliches Fahrzeug für Autocross auf“ so Daniel Kalt. Er selbst habe sich beispielsweise einen VW-Golf GTI gekauft, der dann für seine geliebte Sportart umfunktioniert wurde.

Jedes Fahrzeug wird nämlich kontrolliert – ohne Prüfung und Abnahme geht keiner auf die Rennstrecken. „Nicht umbauen, sondern nach Reglement fürs Autocross aufbauen“, erklärt Kalt voller Stolz. Denn da stecke sehr viel Arbeit dahinter. Mitunter hilft ihm auch mal der ein oder andere Kollege bei der Arbeit. Mechaniker und Helfer seien gefragt. Zum Nulltarif gebe es auch hier nichts. Kalt: „Da will ich meinen Sponsoren danken, die mich all die Jahre unterstützen.“

<strong>Staubig: </strong>Lokalmatador Dietmar Grambach sieht nicht viel von seinen Verfolgern.
Staubig: Lokalmatador Dietmar Grambach sieht nicht viel von seinen Verfolgern. | Bild: Welte, Gerd

Mit dem Autocross, der in diesem Jahr zum 39. Mal ausgerichtet wurde, ist Daniel Kalt groß geworden. Zunächst als Zuschauer und Fan seiner Eltern, die einst in der Schachener Sandgrube ihre Runden drehten. Seit 2009 sitzt er selbst am Steuer, seit diesem Jahr ist er auch Beisitzer im Vorstand des Stock-Car-Clubs Albbruck. „Ich bin hier aufgewachsen“, gibt er zu.

Mit 17 Jahren zog es ihn auch auf die Kartbahnen. Mit dem Rennteam des Waldshuter Kartclubs war er vor allem in Süddeutschland unterwegs, feierte auch einige Erfolge bei der „Badenova Trophy“ in Schluchsee oder anderen Rennen in der Region. Eine Zeit lang fuhr Kalt Kart und Autocross, ehe er sich für letzteres entschied. Fußball spielt er noch nebenbei beim SV Berau, aber er versichert: „Autocross geht vor.“

<strong>Heiße Duelle: </strong>Mit harten Bandagen geht's beim Autocross in Schachen zur Sache.
Heiße Duelle: Mit harten Bandagen geht's beim Autocross in Schachen zur Sache. | Bild: Welte, Gerd

Im Autocross ließ er die Konkurrenz schon ab dem Jahr 2010 aufhorchen. Fünf Mal hintereinander – bis 2014 – wurde er Meister beim „Drei-Nationen-Cup“ für deutsche, schweizerische und französische Motorsportler ohne Lizenz. Danach wurde er bis vergangene Saison drei Mal hintereinander Zweiter. Seit diesem Jahr hat Kalt die nationale B-Lizenz für die Teilnahme an der Serie zur Deutschen Meisterschaft. „Das ist eine neue Herausforderung für mich“, versichert er.

<strong>Pole-Position: </strong>Fabian Heiss vom Albbrucker Stock-Car-Club ist in seinem Element.
Pole-Position: Fabian Heiss vom Albbrucker Stock-Car-Club ist in seinem Element. | Bild: Welte, Gerd

Bisher lief es für den Ühlinger auch ganz gut: In der Klasse der Serien-Tourenwagen ist er Spitzenreiter, in der Gesamtwertung Zweiter. „Noch drei Läufe stehen bis Ende September auf dem Programm. „Ich will den Titel“, ist er schon heiß auf eine eventuelle Meister-Party.

An drei Wochenenden wird Daniel Kalt auf den Straßen in ganz Deutschland unterwegs sein, um auf die Autocross-Strecken der Deutschen Meisterschaft zu gelangen. Mit einem Transporter als Wohnmobil samt Hänger geht es zum Beispiel nach Ulm, nach Frankfurt oder Berlin.
Im Transporter wird gewohnt, gekocht, gegessen. Und hinter ihm der Hänger mit dem aufgebauten VW-Polo. So kutschiert er über Stadt und Land. „Von Berlin kamen wir am Montag frühmorgens zurück – so gegen 4 Uhr“, erinnert er sich. Seine Familie war eingespannt. „Meine Frau Fabienne war bis vor kurzem immer dabei“, sagt er.

<strong>Kopfsache: </strong>Schwere Unfälle sind beim Auto-Cross eher selten. Ab und zu landet ein Fahrzeug aber doch mal auf dem Kopf.
Kopfsache: Schwere Unfälle sind beim Auto-Cross eher selten. Ab und zu landet ein Fahrzeug aber doch mal auf dem Kopf. | Bild: Welte, Gerd

Seit zwei Monaten haben die beiden aber ein Töchterchen. „Da bleibt Fabienne natürlich zu Hause mit Jule“, so der stolze Vater. Schon bald wird die Familie aber auch bei Rennen wieder komplett sein, denn Jule hat doch die Motorsport-Gene der Familie Kalt.

 

Stefanie Gäng vom Stock-Car-Club im Video-Interview

Rasant geht es zu in der Schachener Sandgrube

Vorbei an Start und Ziel

Der Startschuss fällt