Fußball-Bezirksliga: – Sie hatten sich so viel vorgenommen fürs Wehratal-Derby, doch am Ende stand die SpVgg. Brennet-Öflingen mit leeren Händen da und rutschte nach dem 1:2 vor gut 350 Zuschauern auf dem heimischen Hans-Walcher-Sportplatz wieder auf den letzten Platz zurück: „Ich bin echt angefressen“, moserte Mathias Springstein: „Wir stehen defensiv gut, schenken aber die Tore her.“ Der 29-Jährige ärgerte sich vor allem über den zweiten Gegentreffer: „Den Schuss von Mike Häfele fälsche ich unhaltbar mit der Schulter ab.“ In der Nachspielzeit wuchtete Springstein eine Freistoßflanke zum 1:2 ins Netz: „Danach haben wir nochmal alles rausgehauen, aber es war zu spät.“

Viel zu spät! Die Gastgeber spielten taktisch zwar ganz ordentlich: „In der ersten Hälfte lösen wir das hervorragend“, lobte Trainer Urs Keser. Gegen doch sehr umständlich agierende Wehrer hatten sie allerdings auch Glück, dass sich Andreas Ranert beim Foulelfmeter – Timo Metzger hatte Mike Häfele gecheckt – die gleiche Ecke wie der starke Torwart Elvis Gojak entschied. Doch selbst dieser psychologische Vorteil verlieh der Keser-Elf keinen Schwung. FCW-Torwart Alexander Eckert hatte bis zur Pause kaum Ballkontakte.

Der FC Wehr tat sich nach dem Wechsel nicht leichter, jubelte in der 54. Minute vergeblich. Steven Bertolotti stand nach der Kopfballvorlage von Andreas Ranert im Abseits. Noch ehe Ranert zur tragischen Figur des Spiels hätte werden können, denn auch in der 70. Minute scheiterte er freistehend am starken Gojak, leitete er mit einem Zucker-Pass den Sieg ein. Der Routinier spielte Mike Häfele in den Lauf, der legte auf Ersin Demircan ab. Gegen den Schuss (61.) aus 14 Metern war Gojak machtlos.

Dass der FC Wehr nach Niederlage und Remis im Vorjahr nun das Derby gewann, entschied sich in der Schlussphase. Zunächst forderten die Hausherren vergeblich einen Handelfmeter, nachdem Manuel Pinke (79.) den Ball verdächtig nah mit Brust oder Oberarm stoppte: „Das muss er sehen und pfeifen. Das wird das 1:1. Danach sieht es anders aus“, wetterte Urs Keser. Zwei Minuten später nämlich machte Häfele mit Springsteins Unterstützung das 2:0.

„Wir machen uns das Leben selbst schwer“, zweifelte Gästetrainer Michael Schenker nicht am verdienten Sieg seiner Elf: „Spielen wir die Angriffe besser aus, führen wir klar und müssen in den Schlussminuten nicht unnötig zittern.“

"Es tat mir richtig gut, mal wieder im Tor zu stehen"

Ein Jahr hatte er pausiert, aber zum Derby meldete sich Torwart Elvis Gojak (30) bei der SpVgg Brennet-Öflingen mit einer Leistung zurück, als wäre er nie weg gewesen.

Elvis, erst einmal Hut ab vor dieser Leistung. Wie oft haben Sie vor diesem Comeback eigentlich trainiert?

Zwei Mal in der vergangenen Woche, nachdem der Verein angefragt hatte, ob ich den gesperrten Manuel Hilpert im Derby ersetzen könnte.

Sie haben einen Elfer gehalten! Glück?

Ich habe Andreas Ranert beobachtet und war sicher, dass er auf meine linke Ecke zielt. Glück war einzig, dass der Schuss hart, aber nicht platziert war.

Wieso waren Sie so lange Zeit nicht mehr im Einsatz?

Ich begann 2016 meine Meisterschule und begann selbst mit einem Hausbau. Außerdem hatte ich mich selbstständig gemacht. Es wurde einfach zuviel.

Wie schätzen Sie Ihre Leistung ein?

Ich denke, es war ordentlich. Wichtig war, dass der Verein und die Mannschaft volles Vertrauen in mich hatten. Ich bin ja erst im Sommer 2016 aus Murg gekommen, war vielleicht fünf, sechs Mal im Training und hatte lediglich zwei Spiele bestritten.

Und wie geht's nun weiter?

Ich habe Urs Keser zugesagt, dass ich wieder öfter trainieren werde. Es tat gut, mal wieder im Tor zu stehen. Wenn der Verein mich braucht, dann werde ich zur Verfügung stehen. Aber ich stelle jetzt keine Ansprüche. Wer künftig im Tor steht, entscheidet Urs Keser.

Fragen: Matthias Scheibengruber
 

Interview mit Bastian Kühne (FC Wehr):

 
 

Freistoßchance für Bastian Kühne (FC Wehr) im Derby bei der SpVgg. Brennet-Öflingen: