Fußball-Bezirksliga: – Die letzte Hoffnung auf die Wende zerstob spätestens in der 49. Minute. Marvin Kalt hatte einen weiten Ball von Torwart Simon Hepp mitgenommen, überlief Daniel Baumgartner und traf zum 4:0 für den Aufsteiger FC Schlüchttal. Bis dahin hatten die enttäuschten Anhänger der SpVgg. Brennet-Öflingen immer noch das 3:4 gegen den TuS Efringen-Kirchen im Hinterkopf. Vor Wochenfrist hatte sich die Elf nach einem 0:4-Rückstand noch berappelt und zumindest auf 3:4 aufgeholt.

Doch auf dieses Berappeln warteten die Gäste vergeblich. Dazu fehlte es in Birkendorf letztlich an allem: "Wen wir unsere Einstellung nicht schleunigst ändern, sind wir Abstiegskandidat Nummer 1", wetterte Co-Trainer Daniel Kaiser, der den urlaubenden Urs Keser vertrat: "Für ihn tut es mir am meisten leid. Er ist ein super Trainer. Der Beste, den wir seit Jahren hier haben. Und dann so etwas." Das Debakel von Birkendorf, so Kaiser, sei die Quittung für die miserable Vorbereitung: "Die Trainingsbeteiligung stimmt einfach nicht. Bei uns ist seit dem 0:4 in Wallbach am 6. Mai der Wurm drin." Seither holte die Elf noch zwei Punkte, verlor sieben Spiele und flog gegen C-Kreisligist SpVgg. Wehr aus dem Pokal.

Sportchef Clemens Strittmatter setzt nun darauf, dass die Elf die Talsohle durchschritten hat, auch wenn es nun gegen den Titelanwärter SV Weil II geht: "Im Frühjahr haben wir gegen diesen Gegner unsere Erfolgsserie gestartet. Es stehen dann auch wieder mehr Spieler zur Verfügung." Beim FC Schlüchttal waren Neuzugang Matthias Springstein sowie Yannik Böhler, Marcel Leitner, Sven und Pascal Degelmann nicht dabei.

Es muss sich auf jeden Fall gewaltig etwas ändern bei der SpVgg. Brennet-Öflingen. Der Auftritt beim FC Schlüchttal dient als Negativbeispiel, wie es keinesfalls geht. Von der ersten Minute weg hatten die Hausherren das Sagen: "Die Jungs haben das sehr diszipliniert gemacht, waren stets am Mann", wollte Spielertrainer Felix Blatter den klaren Erfolg nicht nur am schwachen Auftritt des Gegners festmachen: "Wir haben auf unsere Möglichkeiten gewartet und uns die Chancen erarbeitet."

Dazu gab es großzügigste Unterstützung. Ohne groß gestört zu werden, durfte Marvin Kalt nach der dritten Ecke (14.) abziehen, Torwart Manuel Hilpert boxte. Michael Selbs Nachschuss blockte Daniel Baumgartner, doch Selbs zweiter Versuch saß. Vor dem 0:2 (35.) unterschätzte Hilpert einen überflüssigen Rückpass von Florian Laufer. Kalt störte sofort, passte zu Ruben Gantert. Der sah den frei stehenden Felix Blatter – Flachschuss, Tor.

Die Fehlerquote beim hilflosen Gast erhöhte sich: Selb zog aus 16 Metern ab, Daniel Baumgartner hielt den Fuß hin. Hilpert flog prompt ins falsche Eck – 3:0. Nach dem 4:0 brachen alle Dämme, von Aufbäumen der Gäste keine Spur. Selb hätte nach Pass von Gantert das 5:0 machen müssen, schoss drüber. Also machte es Gantert selbst; Er lief allein auf Hilpert zu, spielte ihn aus und traf aus spitzem Winkel zum Endstand.

Nur einmal noch deutete die SpVgg. Brennet-Öflingen eine gewisse Präsenz auf dem Platz an. Torwart Simon Hepp (87.) unterlief ein Fehlpass auf David Heinz. Der bediente Timo Bernauer, doch dessen Schuss klatschte an den Pfosten.

Das Auslaufen ersparten die Spielertrainer Felix Blatter und Nino Betz der siegreichen Elf großzügig, wissen aber den Erfolg einzuordnen: "Wir genießen diesen Sieg, feiern. Doch ab Montag gilt die Vorbereitung dem schweren Spiel in Wallbach", so Blatter: "Das 5:0 ist kein Maßstab. Wir wissen, was in dieser Liga noch alles auf uns zukommt."
 

"Ich finde es gut, wenn uns die Gegner unterschätzen"

Seine sechste Saison spielt Florian Menzel (28) im Schlüchttal. Der Kapitän stammt aus Tiengen, wo er einst mit Fußball begann. Via RW Weilheim, SV Gurtweil und SV Nöggenschwiel landete er bei der SG Schlüchttal, Vorgänger des FC Schlüchttal.

Kapitän Florian Menzel (FC Schlüchttal): "Ich finde es gut, wenn uns die Gegner unterschätzen." Bild: Matthias Scheibengruber
Kapitän Florian Menzel (FC Schlüchttal): "Ich finde es gut, wenn uns die Gegner unterschätzen." Bild: Matthias Scheibengruber

Florian, der erste Bezirksliga-Sieg ist perfekt. Aber mit einem klaren 5:0 gegen die SpVgg. Brennet-Öflingen war eigentlich nicht zu rechnen?

Nein, wie mussten in der Tat nicht soviel tun, um diesen Sieg einzufahren.

Also ein lockerer Heimsieg?

Keinesfalls. Wir hatten noch in der Pause darüber gesprochen, dass der Gegner zuletzt aus einem 0:4 noch ein 3:4 gemacht hatte. Wir waren also gewarnt. Aber bald war klar, dass die Gäste die zweite Luft nicht mehr bekommen.

Drei Spiele, vier Punkte – das passt?

Wir hatten keine leichten Gegner, dürfen zufrieden sein. Beim 2:4 in Lörrach haben wir erlebt, welche Klasse die Liga hat. Das 2:2 gegen den SV Jestetten geht in Ordnung, denn beide Teams hatten Chancen zum Sieg.

Trotzdem werdet Ihr sicher noch länger als Abstiegskandidat gehandelt?

Was mir gar nicht so unrecht ist, wenn uns die Gegner unterschätzen. Sie werden dann schon merken, was auf sie zukommt. Ich wäre mit einem Platz im gesicherten Mittelfeld zufrieden.

Welche Stärken hat der FC Schlüchttal?

Die Mischung stimmt. In der Elf steckt viel Potenzial. Die Jungs haben Charakter. Wir haben zuletzt viele Talente aus dem eigenen Nachwuchs bekommen. Ohne diese jungen Spieler hätten wir unsere tolle Serie, die am Ende den Aufstieg brachte, sicher nicht geschafft.

Fragen: Matthias Scheibengruber

Sportchef Clemens Strittmatter von der SpVggg. Brennet-Öflingen stellt sich den Fragen nach dem 0:5 beim FC Schlüchttal:



Der zweifache Torschütze Michael Selb vom FC Schlüchttal nach dem 5:0-Sieg gegen die SpVggg. Brennet-Öflingen: