Fußball-Kreisliga A-Ost:  

Nach dem desaströsen 1:16 im Rothaus-Bezirkspokal beim Bezirksligisten SV 08 Laufenburg feierte der FC Bad Säckingen mit einem 6:0 gegen den SV Albbruck seine Wiedergeburt. Beeindruckend rehabilitierte sich die Elf von Trainer David Schäfer für die Blamage, die höchste Niederlage der 109-jährigen Vereinsgeschichte in einem Pflichtspiel.

In nur drei Tagen konnte Trainer David Schäfer das "Laufenburger Waterloo" nicht vergessen. Selbst nach dem Schlusspfiff kam er nicht drum herum, das Geschehen nochmal anzusprechen: "Ich kann es mir immer noch nicht erklären, wie so etwas passieren konnte." 30 Minuten lang habe seine Elf ordentlich gespielt. "Das glaubt einem keiner, wenn er das Ergebnis sieht", sinnierte Schäfer: "Nach dem 0:4 sind wir völlig zusammengefallen." Er sprach von einem Schlag ins Gesicht des ganzen Vereins. Einen Tag danach hatten sich die Beteiligten und Vorstandsmitglieder an einen Tisch gesetzt. So schnell konnte und wollte der Verein nicht zur Tagesordnung übergehen.

"Wir wollten uns entschuldigen beim Verein. Den Stolz zurückholen, uns bei der Ehre packen. Das war unser Argument heute", betonte Schäfer, der vor dem Spiel Tabula rasa ansagte: Nix mit Wohlfühloase. Keine Musik in der Kabine. Keine Bananen. Besprechung im Trainingsanzug – zurück zu alten, einfachen Tugenden. "Es hat gewirkt", freute sich Schäfer: "Manchmal braucht es vielleicht so ein Erlebnis. Der Einsatz heute war vorbildlich." Auch personell hatte der Trainer etwas verändert: "Wir haben den alten Bauer wieder gebracht", scherzte Schäfer, denn er wollte einen Kämpfer auf dem Platz. Trainerassistent Clemens Bauer war in dieser Situation genau der Richtige.

Das Desaster von Laufenburg musste dummerweise der SV Albbruck büßen. Vom Anpfiff weg, sah er sich wütenden Angriffen der Gastgeber ausgesetzt. Für die gab es nur eine Richtung – aufs Albbrucker Tor. Die Gäste wussten in den ersten 20 Minuten nicht, wo vorn und hinten ist. Mit den Toren von Bennet Wagner (6.), Nico Erhardt (30.) und Veselin Radic (45.) waren sie noch gut bedient. Nach der Pause ließ der Bad Säckinger Sturmlauf nach. Dennoch machten Wagner (61.), Radic (67.) und Jannik Jehle (77.), mit einem Eigentor, das halbe Dutzend voll.

SVA-Trainer Markus Jehle wusste nach dem 0:6-Debakel, wie sich Schäfer gefühlt haben musste. Zum Auftritt seiner Elf wollte er nicht viel sagen: "Ich hatte die Mannschaft gewarnt." Sportchef Christian Berger sprach von der schlechtesten Saisonleistung.

 

Interview mit Bennet Wagner (FC Bad Säckingen):

"Wir haben heute Charakter bewiesen"

Seit der F-Jugend spielt Nico Erhardt (21) beim FC Bad Säckingen. Der angehende Industriekaufmann war Dreh- und Angelpunkt beim 6:0 gegen den SV Albbruck.

Nico, Glückwunsch zum Sieg. Aber kommen wir noch einmal auf das 1:16 im Pokal zu sprechen. Was ist dort passiert?

Schwierig. Es hört sich blöd an, aber wir fingen gut an, hatten Chancen. Nach dem dritten und vierten Tor fielen wir wie ein Kartenhaus zusammen. Das ist nicht zu erklären – auch heute nicht.

Wie habt Ihr das weggesteckt?

Wir trafen uns am Donnerstag zum auslaufen, danach war Sitzung mit dem Vorstand. Wir haben gesagt: Wir müssen unser Herz anpacken für den Verein. Viele Spieler, wie ich, sind seit der F-Jugend dabei. Wir haben die richtige Antwort gegeben. Jeder ist für den anderen gerannt. Wir haben Charakter bewiesen und 90 Minuten lang nichts anbrennen lassen.

Sind Sie glücklich nach Ihrem Tor?

Schon, aber glücklicher bin ich über unsere Mannschaftsleistung. Es hätte leicht passieren können, dass keiner mehr Lust gehabt hätte.

Was ist vom Team noch zu erwarten?

Machen wir so weiter, können wir in er Liga noch einiges leisten. Wir wollen mit dem Abstieg nichts zu tun haben.

Fragen: Michael Neubert