Fußball-Bezirksliga: – Urs Keser wollte nicht mit der „Null“ auf dem Punktkonto ins Derby gegen den Lokalrivalen FC Wehr gehen, seine Spieler erst recht nicht. Das allein reicht allerdings nicht als Erklärung für den 4:3-Erfolg der bis dahin punktlosen SpVgg. Brennet-Öflingen beim Aufsteiger FC Geißlingen. Erstmals in dieser Saison gelang es der Mannschaft, sich über 90 Minuten zu konzentrieren und auch Rückschläge zu verarbeiten: „Klasse, wie die Jungs nach zweimaligem Rückstand die Partie noch umgebogen haben“, war Urs Keser sichtlich zufrieden.

Für Timo Metzger, dessen Tor zum 3:3 nach 54 Spielminuten sein zweiter Bezirksliga-Treffer war, zeichnete sich schon im Verlauf der Woche ab, dass es aufwärts geht: „Obwohl einige Urlauber fehlten, haben wir sehr gut trainiert. Zudem lief es trotz der Niederlage gegen den SV Weil II schon erheblich besser als in den ersten Spielen.“ Ausschlaggebend für die sportliche Wende war für den 29-Jährigen aber der Zusammenhalt: „Trotz der Negativserie war die Stimmung nie auf der Kippe.“

Das dürfte nun dem Neuling aus dem Klettgau drohen. „Wieder machen wir drei Tore und wieder gehen wir nicht als Sieger vom Platz“ haderte Trainer Markus Eggert einmal mehr mit der Fehlerquote seiner Elf. Die stand zwar am Ende einer „englischen Woche“, machte aber zumindest physisch nicht den Eindruck ernsthaft „platt“ zu sein. Im Gegenteil: Pascal Bercher hatte in der Nachspielzeit sogar noch das 4:4 auf dem Fuß, verfehlte das in der Schlussphase von Timo Bernauer gehütete Gästetor nur um Zentimeter.

Bernauer hatte nach sechs Minuten mit der Brenneter Führung den Torreigen eingeläutet und musste in der Schlussphase dafür sorgen, dass keine weiteren Treffer fielen. Torwart Manuel Hilpert hatte sich bei einem langen Ball böse verschätzt. Er war aus dem Strafraum geeilt, wollte den hohen Ball mit der Brust stoppen, doch reflexartig zog er den Oberarm in die Fluglinie – da konnte es nur Rot geben!

Schon kurz nach der Pause drohte Hilpert zur tragischen Figur zu werden, als er Marius Manz von den Beinen geholt hatte und Dominik Flum den Strafstoß zum 3:2 verwandelt hatte. Doch die Gäste bewiesen Moral und drehten dank Metzger und dem eiskalten Denis Götz, der nach Lucas Mülhaupts Foul an Bernauer per Strafstoß den 4:3-Siegtreffer markierte, das Spiel. Das Derby kann also kommen.

"Bei uns stehen immer elf Freunde auf dem Platz"

Nach 13 Jahren ist Torwart Marc Schulze (30) der dienstälteste Spieler des Aufsteigers FC Geißlingen. Eigentlich wollte sich der Routinier in die zweite Reihe zurückziehen.

Marc, Sie stehen wieder im Kasten. Was ist der Grund dafür?

Unser Neuzugang Maximilian Hauke hat sich beim Derby gegen den SV Jestetten eine Rippenprellung zugezogen.

Räumten Sie zuvor den Platz freiwillig?

Ja schon. Bereits in der Winterpause bot ich an, mich auf die Bank zu setzen. Meine Knie machen halt nicht mehr mit. Deshalb stehe ich als Ersatzmann für beide Aktivteams zur Verfügung.

Der souveräne Aufsteiger wartet noch auf den ersten Sieg. Wo klemmt's?

Anfangs hatten wir Probleme mit dem höheren Tempo, doch das haben wir im Griff. Es ist ja auch nicht so, dass wir an die Wand gespielt werden. Es fehlt immer nur ein kleiner Tick zum Erfolg.

Also seid ihr noch nicht richtig in der Bezirksliga angekommen?

Nun ja, wir hatten drei Spiele in dieser Woche. Das geht bei allen Spielern an die Substanz. Beispiel: Pascal Berchers Chance in der Nachspielzeit. Letztes Jahr wäre die locker drin gewesen. Uns fehlt einfach noch die Cleverness.

Wie ist die Stimmung im Team?

Ganz gut. Da lassen wir uns nicht verrückt machen. Bei uns stehen in der Tat elf Freunde auf dem Platz. Und zwar nicht nur im Erfolg. Wir fahren nun nach Wallbach und versuchen dort alles, um den ersten Sieg zu holen.

Fragen: Matthias Scheibengruber

 

Dominik Flum trifft per Strafstoß zur 3:2-Führung des FC Geißlingen:


Interview mit Denis Götz von der SpVgg. Brennet-Öflingen: