Fußball-Bezirksliga

FC Schönau – SV 08 Laufenburg 1:3 (1:1). – Tore: 1:0 (13.) Diemer; 1:1 (35./FE) Halili; 1:2 (70.) Mathis; 1:3 (90.) Halili. – SR: Mark Hohmann (Rheinfelden). – Z.: 140.

Frisch und frech wollten die dem Tabellenführer beikommen. „Wir haben nichts zu verlieren“, hatte Trainer Faik Zikolli die Marschroute beim FC Schönau vor dem Kräftemessen mit dem Spitzenreiter SV 08 Laufenburg ausgegeben. Als dann beim Gast der Name „Sandro Knab“ auf der Spielerliste fehlte, schien bei den Gastgebern der Gedanke an einen Erfolg zu reifen.

Doch die Hoffnung währte nur eine knappe Viertelstunde. Nachdem der erste Laufenburger Ansturm überstanden war und die Schönauer mit ihrem einzigen (!) Torschuss durch Laurens Diemer (13.) zur überraschenden Führung gekommen waren, verpuffte der Glaube an die Sensation plötzlich: „Schade, nach diesem Tor war alles weg. In der Folge waren wir zu wenig clever und haben zu kompliziert gespielt, um in der Offensive gefährlicher zu sein.“

Spätestens jetzt schlug die Stunde von Bujar Halili, der eigentlich kongeniale Partner von Sandro Knab. Das Duo hatte in den ersten vier Spielen perfekt harmoniert und 14 der 18 Laufenburger Tore erzielt. Dass der Torjäger sich auf Mallorca erholte, war Trainer Michael Wasmer gar nicht so unrecht: „Ich hätte nicht Schönauer Trainer sein wollen. Normalerweise sagst du deinen Spielern, dass sie Knab ausschalten sollen. Heute hatten sie zehn Gegenspieler, die schwer auszurechnen waren.“

Auszurechnen waren die Laufenburger, die die 1:4-Klatsche aus der vergangenen Saison noch nicht vergessen hatten, tatsächlich nicht – allerdings auch nicht für die eigenen Reihen. Wasmer und sein Co-Trainer Raffaele Cella rieben sich mehrfach die Augen, wie wenig ihre Elf aus der spielerischen Überlegenheit machten.

So brauchte es ein eher überflüssiges Foulspiel von Marc Steinebrunner, der dem flinken Emanuel Esser auf dem Weg in den Strafraum in die Quere kam, um den Bann zu brechen. Bujar Halili schnappte sich, wie schon zwei Mal in dieser Saison, den Ball und schickte Christian Held (35.) eiskalt ins falsche Eck.

„Auch wenn er unser nomineller Elfmeterschütze ist, übernimmt er Verantwortung und ist in den wichtigen Moment präsent“, beschreibt Wasmer den 24-jährigen Antreiber, der einst für die Laufenburger B-Junioren spielte und dann 2013 via FC RW Weilheim (A-Junioren) sowie je ein halbes Jahr beim FC Erzingen und FC Tiengen 08 zurück ins Waldstadion fand. In diesen fünf Jahren entwickelte sich Halili zu einer Art „aggressive Leader“ seiner Elf. So nimmt er oft im richtigen Moment Fahrt auf, auch emotional, weiß aber auch, wann ruhigere Töne angebracht sind.

Und parallel dazu kann er – wie Sandro Knab – auch Spiele entscheiden. Das ist ihm beim Sieg in Schönau vortrefflich gelungen. Zunächst holte er gegen den unglücklich agierenden Tim Eckert einen Freistoß auf dem rechten Flügel heraus: „Pfeifen muss man das nicht, aber wenn er so ungestüm rein geht und mich auch trifft, dann passiert das eben“, grinst er verschmitzt. Nicht weniger frech dann der Freistoß selbst. Während Angreifer und Verteidiger am Elfmeterpunkt eine Flanke erwarteten, zirkelte Christoph Mathis (70.) den Ball zur 2:1-Führung ins kurze Eck.

Damit waren die Weichen auf Sieg. Ideen, das von Fatih Er gehütete Laufenburger Tor nochmals anzuvisieren, hatten die Schönauer ohne ihren Torjäger Tim Behringer nicht. Und während die Laufenburger dem Braten nicht trauten und sehnlichst auf die ablaufende Uhr schauten, versetzte Bujar Halili in der Nachspielzeit dem körperlich eher überlegenen Tim Eckert den endgültigen Knockout.

Luca Schmidt verlängerte einen Pass von Abdel-Amin Bouhouh in Halilis Lauf. Das Drücken und Zerren im Strafraum endete mit dem Jubel über das 3:1: „Da halte ich den Fuß rein. Natürlich hätten wir es gern früher klar gemacht. Aber so passt es ja auch“, lacht Halili, der vom Titel nach dem fünften Sieg im fünften Spiel noch nichts hören will: „Wir machen das Schritt für Schritt. Jetzt kommt erst mal der FC Zell.“

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Luca Schmidt (SV 08 Laufenburg): "Ich gebe alles, um dem Trainer das Vertrauen zurückzuzahlen" | Bild: Scheibengruber, Matthias

Im Sommer kam Luca Schmidt (18) offiziell aus den A-Junioren des SV 08 Laufenburg in den Bezirksliga-Kader. Seinen Einstand feierte der Luttinger bereits in der vorigen Saison.

Luca, Sie sind gerade einmal ein paar Wochen dabei und wirken wie ein langjähriger Mitspieler?

Es hatte einen großen Vorteil, dass wir A-Junioren – Julian Völz, Felix Schmidle und ich – schon in der vergangenen Saison immer im Aktivtraining waren und auch Spieleinsätze bekamen.

Also war es nicht schwer, sich ins Team zu integrieren?

Gar nicht. Im Gegenteil: Die älteren und erfahrenen Spieler kommen zu uns und fordern uns auf, den Mund aufzumachen, wenn uns etwas auffällt. Natürlich ist der Respekt da, aber wir gehörten vom ersten Moment an dazu.

Mit welchen persönlichen Zielen sind Sie in die Saison gestartet?

In erster Linie wollte ich im Kader sein und die Chance nutzen, mich spielerisch weiter zu entwickeln. Dass ich jetzt spiele, ist sicher auch der Personalsituation geschuldet.

Es saßen ja noch andere Spieler auf der Bank. Einen Grund wird Michael Wasmer schon haben, dass er Sie aufstellt?

Richtig, das ist toll und ich gebe dann auf dem Platz alles, um das Vertrauen, das er in mich setzt, zurückzuzahlen.

Beispielsweise mit einer Torvorlage wie beim 3:1 von Bujar Halili?

Ich habe den langen Pass von Abdel-Amin Bouhouch verlängert, weil ich Bujar im Augenwinkel starten sah. Erst dachte ich, der Ball kommt zu steil. Aber Bugi hat das klasse gemacht.

Den verdienten Sieg damit gesichert?

Auf jeden Fall. Die Schönauer hatten nur einen Torschuss. Der führt zum 1:0 und das war eher ein Sonntagsschuss.

Als A-Junior wurden Sie zwei Mal in Folge Meister. Erst in der Kreisliga und dann in der Bezirksliga. Die Jungs spielen jetzt Landesliga – Sie auch bald?

Unser Ziel ist klar der Aufstieg, nachdem wir das im Sommer sehr unglücklich verpasst haben.

Fragen: Matthias Scheibengruber

 

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