Fußball: – Etwas mehr als drei Stunden dauerte es doch, bis Bezirksvorsitzender Uwe Sütterlin (Eimeldingen) bei einem insgesamt harmonischen Bezirkstag der Hochrhein-Fußballer beim FC Dettighofen in der Gemeindehalle zu seinen Schlussworten ansetzte.

Wahlen von Vorstandsämtern standen zwar keine an, doch mussten die Vereinsvertreter einmal ihre Stimmkarten ausfüllen. Der Grund: Statt 211 Schiedsrichtern in der vergangenen Saison gibt's in der neuen Runde nur noch 196, also 15 weniger. Die Frauen-Ligen der Kreisligen A West und Ost werden nicht mehr mit Schiedsrichtern des Bezirks besetzt – das ist sicher. Nicht klar war, welche Spiele der Kreisliga C nicht mehr besetzt werden. Ralf Brombacher (Kandern), Stellvertretender Bezirksvorsitzender und Bezirksschiedsrichter-Obmann, regte an, dass der Schiedsrichter-Einteiler bis Mittwoch oder Donnerstag um 24 Uhr vor einem jeden Spieltag die Spiele bestimmt, die mit Schiris des Bezirks besetzt werden. Die Vereinsvertreter wünschen dies aber nicht. In der Abstimmung setzten sich die Befürworter der zweiten Variante durch: Mit 367:256 Stimmen plädierten sie dafür, dass generell die Spiele der Staffeln 1, 6 und 7 der Kreisliga C nicht mehr mit Schiedsrichtern des Bezirks "bestückt" werden.

Eine gemischte Bilanz zog Bezirks-Chef Uwe Sütterlin in seinem Jahresbericht. Beibehalten trotz einiger Gegenstimmen wird die Halbjahresversammlung des Bezirks. Sie findet am 11. Februar 2017 beim FV Fahrnau statt. "Der Mädchen- und Frauenfußball entwickelt sich nicht so erfreulich", monierte Sütterlin und appellierte an die Vereinsvorstände, in ihren Klubs tätig zu werden. "Werben Sie dafür, sonst gibt es in den kommenden Jahren Probleme", so Sütterlin. Positiv dagegen, dass es im Bezirk zwei neue Fußballvereine gebe: den SC Grenzach und die Rheinfeldener Kickers.

Sütterlin bemängelte, dass die Anzahl der Urteile und Strafen sich in der vergangenen Runde nicht verringert habe und der Bezirk Hochrhein im Vergleich der Bezirke des Südbadischen Verbands sogar die Negativ-Tabelle anführe. Der Spitzen-Verein in Sachen Strafen hat 2934 Euro berappen müssen. Positiv ist nur, dass die Urteile wegen Schiedsrichterbeleidigungen um 50 Prozent gesunken sind.

Keinem Verein aus dem Bezirk Hochrhein ist es gelungen, in die Verbandsliga aufzusteigen. Dies bedauerte der Bezirksvorsitzende. In der Landesliga ersetzt Bezirksliga-Meister FC Zell den Platz von Absteiger FC Schönau. Sütterlin: "Ich freue mich über den Aufstieg der Frauen des FC Hochrhein in die Verbandsliga." Den Platz von Landesliga-Absteiger SG Dillendorf nimmt Aufsteiger SV Nollingen ein.

Eine besondere Ehrung erfuhr Daniel Albicker vom SV Krenkingen, der in der kommenden Saison zum FC Tiengen 08 wechselt. Er spielte mit der SG Mettingen-Krenkingen in der Kreisliga B-4 beim SV Jestetten II. Als er nach einem langen Ball und einem Zweikampf frei vor dem Tor war, beförderte er den Ball über die Linie ins Seitenaus. Dann ging Albicker zum Schiedsrichter und sagte diesem, dass er seinem Gegenspieler bei der Ballannahme unabsichtlich in die Hacken getreten war. Das Spiel endete 1:1. Am letzten Spieltag eine Woche später verpasste die SG die Aufstiegsrunde. In Dettighofen erhielt Albicker aus den Händen von Sütterlin den Fairplay-Preis des DFB.

Mit der DFB-Verdienstnadel ausgezeichnet wurde Hanspeter Joos vom FC Bad Säckingen, der über 40 Jahre für seinen Verein gewirkt hat. Außerdem erhielten Michael Sesiani vom FV Haltingen und Heinz Frei vom FC Dettighofen Verbandsehrenurkunden sowie Peter Paul vom FV Haltingen und Norbert Huber vom VfB Waldshut Verbandsehrennadeln.

Nach der einstimmigen Entlastung des Bezirksvorstands wurden Holger Trefzer (SV Hasel) und Nico Martonara (FC Zell) zu Schiedsrichter-Beisitzern für die Spruchkammer gewählt.

Bestätigt wurden die 27 Delegierten des Bezirks für den Verbandstag am 30. Juli in Villingen. Für den Verband erinnerte Schatzmeister Norbert Schlageter an diesen wichtigen Termin. Wichtige Beschlüsse sollen getroffen werden. Beispiel: In allen Spielen auf Verbandsebene soll es ab der kommenden Saison vier Auswechselspieler geben. Schlageter lobte, dass vergangene Saison fünf Vereinsdialoge des SBFV im Bezirk Hochrhein durchgeführt worden seien.