"Die Jungs hatten sich viel vorgenommen und es entsprechend gut umgesetzt", war Trainer Urs Keser nach dem klaren 5:1-Erfolg der SpVgg. Brennet-Öflingen im Kellerduell gegen Neuling FC Schlüchttal fast restlos zufrieden.

Fast, weil Keser in den letzten 20 Minuten einen gewissen Schlendrian einziehen sah, was Timon Baumgärtner prompt mit dem 1:4-Ehrentreffer bestrafte: "Da haben wir zu verhalten gespielt." Allerdings dürfte seine Elf zu diesem Zeitpunkt bereits am Ende ihrer Kräfte gewesen sein: "Richtig. Wir sind in der ersten Hälfte ein unheimlich hohes Tempo gegangen."

Diesem Ansturm hatten die Gäste nicht viel entgegenzusetzen: "Natürlich hatten wir uns viel vorgenommen. Aber wenn du nach 13 Minuten das 0:1 kassierst, wird es auch vom Kopf her schwierig", deutete Spielertrainer Felix Blatter das Problem des nunmehr in neun Spielen punktlosen Aufsteigers an: "Der Wille und der Einsatz sind ja da. Aber wenn wir unsere Chancen nicht nutzen, reicht es eben nicht."

Vor allem mit dem quirligen Timo Bernauer hatten die Schlüchttaler ihre liebe Mühe: "Den kriegst du über 90 Minuten nicht zu fassen", ärgerte sich Routinier Florian Menzel. Bernauer wirbelte phasenweise nach Belieben, erzielte seine Saisontreffer 13 und 14. Er besorgte nach glänzender Vorarbeit von Fabian Schmidt die Führung und setzte noch vor der Pause mit dem 2:0 (38.) den Pflock ein. Hätten zudem Schmidt (9.) und Bernauer (22.) nicht auch noch Lattenkreuz und Pfosten getroffen, wäre das Debakel für den seit 30. September erfolglosen FC Schlüchttal schon früh perfekt gewesen.

So keimte die Hoffnung bei den in der Offensive aber doch zu harmlosen Gästen nach der Pause – zumindest bis zur 52. Minute. Dann aber bereitete Timo Bernauer mit gutem Auge den entscheidenden Doppelschlag ein. Erst legte er für David Heinz (52.), dann für Denis Götz (57.) zum 3:0 und 4:0 auf.

Nun war die Revanche für das deklassierende 0:5 aus der Vorrunde fast getilgt. "Diese Pleite war seit jenem Spiel ein Thema", deutete Timo Bernauer im Video-Interview mit dem SÜDKURIER an, dass das Debakel von Birkendorf die Vorbereitung auf diese Partie bestimmt hatte: "Damit ist dieses Spiel für uns endgültig erledigt."

Nachdem die Gäste in der Schlussphase durch Timon Baumgärtners Ehrentor leise aufbegehrt hatten, setzte Fabian Schmidt den Schlusspunkt. Weil Denis Götz bereits ausgewechselt war, übernahm der Kapitän den Strafstoß und traf zum 5:1 (88.). Menzel hatte Carlos Santos auf der Strafraumlinie unsanft gestoppt.

 

SÜDKURIER-Interview mit Florian Menzel (FC Schlüchttal):

 

SÜDKURIER-Interview mit Timo Bernauer (SpVgg. Brennet-Öflingen):

 

Carlos Santos: „Die SpVgg. Brennet-Öflingen ist wie eine Familie – das gefällt mir gut“

Seit der Winterpause spielt Carlos Santos (36) für die SpVgg. Brennet-Öflingen. Der Brasilianer, der am Donnerstag Geburtstag feiert, kam vom Nachbar FC Wallbach.

Carlos Santos (SpVgg. Brennet-Öflingen): „Ich denke, dass ich in meinem ersten Spiel andeuten konnte, was ich noch drauf habe. “ Bild: Matthias Scheibengruber
Carlos Santos (SpVgg. Brennet-Öflingen): „Ich denke, dass ich in meinem ersten Spiel andeuten konnte, was ich noch drauf habe. “ Bild: Matthias Scheibengruber

Carlos, zufrieden mit Ihrer Premiere?

Auf jeden Fall. Ich denke, dass ich andeuten konnte, was ich noch drauf habe. Wichtig ist, dem Team zu helfen.

Sie waren zuletzt eineinhalb Jahre beim FC Wallbach. Weshalb nun der Wechsel?

Ich wollte noch einmal etwas Neues machen. Beim FC Wallbach habe mich im Verein sehr wohl gefühlt. Aber ich hätte einfach gern öfter gespielt.

Sie saßen aber auch jetzt gegen den FC Schlüchttal zunächst auf der Bank?

Das geht auf jeden Fall in Ordnung. Der Trainer hat mir das erklärt. Ich bin ja auch noch sehr neu hier und dann ist es normal, dass man erst nach und nach in die Mannschaft rein kommt.

Sie wurden kurz vor Schluss gefoult und Fabian Schmidt schaute, ehe er den Strafstoß ausführte, auch zu Ihnen. Hatten Sie keine Lust, zu schießen?

Nein, nein – das muss nicht sein. Wenn ich mich etabliert habe, dann geht das vielleicht. Aber nicht im ersten Spiel.

Sie sind seit zehn Jahren in Deutschland, haben seither bei einigen Vereinen gespielt. Sind Sie nun angekommen?

Mir gefällt es in Deutschland, trotz des Winters und des Schnees. Mir ist es wichtig, viele Menschen kennenzulernen. Und bei der SpVgg. wurde ich super aufgenommen. Der Verein ist fast wie eine Familie. Das war sofort zu spüren.

Fragen: M. Scheibengruber