Der VfB Friedrichshafen muss sich in der Champions League gegen die Berlin Recycling Volleys beweisen. In Berlin findet das erste von drei Duellen der beiden Top-Clubs statt.

Volleyball, Champions League: Berlin Recycling Volleys – VfB Friedrichshafen (Mittwoch, 19.30 Uhr) 

Am Mittwoch hat der VfB Friedrichshafen die Chance, den ersten Schritt in Richtung „Top Sechs“ der Champions League zu machen. Der VfB tritt im Hinspiel erst bei den Berlin Recycling Volleys an, um die Hauptstädter eine Woche später (22. März, 20 Uhr) zum Rückspiel am Bodensee zu begrüßen.

Jakob Günthör und Georg Klein haben vergangenes Jahr in Mannheim noch zusammen den DVV-Pokal gewonnen. In diesem Jahr stand Günthör mit dem VfB allein auf dem Siegerpodest. Klein war vor der Saison nach Berlin gewechselt und gegen Herrsching im Viertelfinale gescheitert. Als Günthör sich zum Titel blockte, war Klein bei der Familie in Leipzig. „Ich habe es mir auch nicht angeschaut, sondern das Spiel nur im Liveticker verfolgt“, sagt er. „Ich war bei einem Jugendhandballspiel meines Bruders und habe den angefeuert.“

Jetzt sind beide Mittelblocker wieder im Training. Um nicht weniger als den Einzug unter die besten sechs Mannschaften Europas geht es, wenn erst Günthör mit dem VfB am Mittwoch nach Berlin fährt und Klein mit Berlin eine Woche später zum Rückspiel in der ZF-Arena antritt. Dazwischen – am 18. März – steigt in Friedrichshafen außerdem noch das Ligaspiel gegen Berlin. „Ich denke, das ist ein Vorteil für uns, weil Berlin einmal mehr reisen muss“, sagt Jakob Günthör. Auch Georg Klein sieht den Vorteil auf der Seite des VfB: „Natürlich ist die Belastung größer. Wir sind aber das Reisen auch inzwischen gewohnt.“

Einigkeit herrscht bei den beiden Mittelblockern über deren Rolle für die Spiele gegeneinander. Klein, der sich sehr freut „wie Jakob sich entwickelt hat“, hat einen klaren Plan, welche Kleinigkeiten ein Spiel der ewigen Konkurrenten entscheiden können. „Wir brauchen eine stabile Annahme, damit wir erstes Tempo spielen können“, erklärt er, und Günthör sieht das für sein Team ähnlich: „Stelian Moculescu lässt seine Teams mit viel Risiko aufschlagen und das müssen wir kontrollieren. Wenn die Annahme stimmt und wir schnell spielen können, kann ein Mittelblocker mit 15 oder 18 Punkten ein Spiel auch mal entscheiden.“

Dass das Los ausgerechnet die beiden großen deutschen Mannschaften zusammengeführt hat, damit gehen sowohl Klein als auch Günthör ganz entspannt um. Dass Moculescu jetzt an Berlins Seitenlinie steht, stört Jakob Günthör wenig. Und auch Georg Klein hat die Auslosung noch nicht einmal live am Computer verfolgt. „Tomas Kocian hat mich angerufen und mich mal raten lassen, wen wir gezogen haben“, lacht er. „Da wusste ich, was los ist.“

Dass am Mittwoch auch in der Max-Schmeling-Halle einiges los sein wird, ließ Georg Klein durchblicken. Auf der Berliner Geschäftsstelle spreche man von einem „Zuschauerrekord“. Das ist ein Faktor, den Klein für sein Team als Plus verbucht. Und dann sind sich die beiden Zwei-Meter-Hünen auch einmal uneinig. „Wir haben dieses Jahr in dieser Halle schon einmal gewonnen“, sagt Günthör. „Wir haben auch definitiv eine Chance, das noch einmal zu tun.“