Es war eine Meldung, die schockierte und tief betroffen machte. Toni Krinner, Cheftrainer der Ravensburg Towerstars, starb am frühen Donnerstagmorgen in einer Klinik in seiner Heimat bei Bad Tölz. Er wurde nur 49 Jahre alt und hinterlässt neben seiner Lebensgefährtin und einer gemeinsamen Tochter auch zwei erwachsene Kinder aus erster Ehe. Erst vor einer Woche hatte sich der Trainer bei der Clubführung des DEL2-Ligisten aufgrund starker Schmerzen zu einer Gallenstein-OP abgemeldet. Inzwischen ist aber klar, dass er jetzt doch den Kampf  gegen den Lymphdrüsen-Krebs verloren hat, akut versagten Leber und Nieren. 

Seine Erkrankung  war seit Juni 2015 öffentlich bekannt, nach zunächst niederschmetternder Diagnose und beschränktem Optimismus seiner Ärzte schlug die Therapie und Behandlung gut an, der emsige arbeitende Trainer wollte wieder arbeiten. Er übernahm im Februar 2016 den ESV Kaufbeuren und brachte ihn erfolgreich durch den Abstiegskampf. Als er am 25. Oktober letzten Jahres als Nachfolger des aufgrund der schwierigen sportlichen Lage beurlaubten Daniel Naud als Trainer der Ravensburg Towerstars präsentiert wurde, zeigte sich Krinner voller Optimismus und Ehrgeiz vor seiner neuen sportlichen Herausforderung. Er sei fit, fühle sich wohl und seine Tumorerkrankung sei im Griff, hatte Toni Krinner selbst bei der Pressekonferenz anlässlich der Amtsübernahme im Oktober erklärt.

Kantig, professionell und zielstrebig

Auch wenn ihn die Chemotherapie tief gezeichnet hatte, er lebte für seinen Eishockeysport.
Mit den umfänglichen Erfahrungen als Profispieler startete er 2002 in Ulm/Neu Ulm seine Karriere als Trainer, später folgen auch DEL Stationen wie die Hannover Scorpions und Grizzly Adams Wolfsburg. Danach folgten in der zweiten Liga Landshut und der SC Riessersee. Er galt getreu der Bad-Tölzer Mentalität als kantig, aber absolut professionell und zielstrebig.

Für die Towerstars-Clubführung schien er damit der ideale Mann zu sein, die sportlich holprige Saison auf eine erfolgreiche Schiene zu lenken. „Trotz der relativ kurzen Zeit hier bei uns in Ravensburg haben wir eine ganz intensive Beziehung und Freundschaft mit ihm verspürt“, sagte ein geschockter Towerstars Geschäftsführer Rainer Schan, kurz nachdem er zusammen mit Co-Trainer Christopher Oravec und Beiratsmitglied Peter Horne in der Kabine dem ebenfalls fassungslosen und tief betroffenen Team die traurige Nachricht überbrachte. „Dem gesamten Umfeld und der Ravensburger Eishockeyfamilie hat es mit dieser Nachricht förmlich den Boden weggezogen“, betonte Schan betroffen. 

Symbolisch prägend ging die Mannschaft eine Stunde später zum Training aufs Eis. „Auch wenn´s schwer fällt und kaum sinnvoll erscheint, aber wir müssen da jetzt raus“, sagte Stürmer Max Brandl und ergänzte: „Wer Toni kannte weiß, dass er das so gewollt hätte.“