Volleyball-Bundesliga: Bergisch Volleys Solingen – VfB Friedrichshafen 1:3 (20:25, 26:24, 23:25, 14:24). – (heh) Eigentlich hätte das ein leichtes Spiel für den klaren Favoriten werden sollen und können. Aber der Tabellenführer aus Friedrichshafen hat sich von Anfang an schwer getan beim Schlusslicht. Der hatte bisher aus sechs Partien keinen einzigen Punkt geholt, und gerade mal einen einzigen Satz.

Gut möglich, dass das genau die Ursache dafür war, dass die Volleyballer vom Bodensee alles andere als souverän aufgetreten sind. Den Gegner auf die leichte Schulter genommen, und dann, als die Gastgeber tapfer jeden noch so schwer zu verteidigenden Ball irgendwie wieder zurück übers Netz brachten, fiel es den Friedrichshafenern ganz offensichtlich schwer, in den hochkonzentrierten Kampfmodus zu schalten. Tomas Kocian (Zuspiel), Bartlomiej Boladz (Diagonal), David Sossenheimer, Andreas Takvam (beide Annahme und Außenangriff), Scott Kervorken, Philipp Collin (die beiden Mittelblocker) und Libero Markus Sossenheimer mussten sich schon im ersten Durchgang überraschend mächtig strecken, um die Gastgeber in Schach zu halten. Letztlich ging der Durchgang aber doch noch klar an die Gäste. Das sollte sich nach dem Wechsel ändern. Meist führte der Underdog, die Friedrichshafener hechelten hinterher. Eine ungewohnte Situation, noch dazu gegen eine Mannschaft, die volleyballerisch dem Rekordmeister eigentlich nicht das Wasser reichen kann. Aber aus dem 7:8, 14:16 und 19:21 wurde am Ende ein 24:26 nach 29 Minuten Spielzeit.

Der VfB Friedrichshaefn blieb aber bei der Starting Six, die jetzt die selbst eingebrockte Suppe auszulöffeln hatte. Kocian & Co. drehten jetzt den Spieß um. In einem echt knappen Durchgang. 8:7 stand es nach der ersten Technischen Auszeit, 16:14 zur zweiten. Und Spiegelbild des vorangegangenen Satzes: 21:19. Allerdings machten die Friedrichshafener mit dem 25:23 den Sack schon früher zu. Der vierte und letzte Durchgang war nur am Anfang umkämpft. Simon Tischer, für Tomas Kocian auf dem Spielfeld, und seine Kollegen sorgen schon zur zweiten Technischen Auszeit für klare Verhältnisse (16:10). Sie mussten aber dennoch weiter konzentriert bleiben, die Solinger hatten überhaupt keine Lust, die Partie abzuschenken. Jeder Ball, jeden Punkt mussten die Gäste vom Bodensee sich hart erarbeiten, trotz des klaren Zwischenstandes. Erst beim 11:21 war die Messe gelesen. Vier Punkte später war der Arbeitssieg für den VfB Friedrichshafen in trockenen Tüchern.

Mit der Gegenwehr hatte Trainer Vital Heynen gerechnet. „Wir wussten, dass Solingen gut spielen kann und ich habe meine Mannschaft davor gewarnt“, sagte Heynen nach dem Spiel. „Im zweiten Satz haben wir sie ins Spiel reinkommen lassen und es ihnen einfach gemacht.“ Mit solch einer Leistung darf der VfB am Samstag in der ZF-Arena gegen Lüneburg nicht aufwarten. Der Einzug ins Halbfinale des DVV-Pokal wäre so nicht möglich.