Fußball, wfv-Pokal-Finale: FSV 08 Bissingen – FV Ravensburg 2:5 (2:2). – Der FV Ravensburg hat es geschafft. Durch einen verdienten 5:2-Erfolg über Ligakonkurrent FSV 08 Bissingen hat der Oberligist erstmals den wfv-Pokal gewonnen. In der kommenden Saison tritt die Mannschaft von Wolfram Eitel damit in der ersten Runde des DFB-Pokals an. Das Spiel vor 3660 Zuschauern war aus Ravensburger Sicht eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Am Ende aber standen grenzenloser Jubel, riesige Erleichterung und eine gehörige Portion Stolz.

Die Ravensburger begannen die Partie enorm bissig und nahmen jeden Zweikampf an. Marian Asch für Bissingen und Thomas Zimmermann für den FVR flankten in den Anfangsminuten in die Mitte, beide Bälle waren für die Torspieler aber leichte Beute. In der neunten Minute wurde FV-Dribbler Ndriqim Halili 20 Meter vor dem Tor gefoult. Jascha Fiesel, der später zum Spieler des Spiels gewählt wurde, traf platziert ins Eck. Jetzt waren die Oberschwaben richtig drin in der Partie und legten nur drei Minuten später nach. Über Fiesel kam der Ball auf links zu Jona Boneberger. Dessen Flanke nahm Thomas Zimmermann sauber an, ein satter Linksschuss – 2:0.

Und der FVR machte nahtlos weiter. Ein Halili-Schuss ging abgefälscht knapp übers Gehäuse, einen Kopfball von Ralf Heimgartner wehrte FSV-Torspieler Sven Burkhardt klasse ab und Jona Boneberger zielte zwei Mal etwas zu ungenau. Mit der ersten Gelegenheit des Spiels schlug Bissingen zurück. Simon Lukas Lindner flankte perfekt auf Marian Asch, der den Ball über Haris Mesic hinweg einköpfte (27.). Der FSV brauchte nur zwei Minuten, um nachzulegen. Lindners Schuss wurde von Sebastian Mähr unhaltbar zum 2:2 abgefälscht. Alles war wieder offen. Die nächsten Chancen hatte Ravensburg: Steffen Wohlfarth setzte einen Fallrückzieher übers Tor, Sebastian Reiner knallte den Ball nach einem abgewehrten Boneberger-Schuss an den Pfosten. Hinten hatten die Eitel-Spieler Glück, dass auch Bissingen der dritte Treffer nicht gelang. Oskar Schmiedel und Luca Wöhrle vergaben gute Chancen.

Die zweite Hälfte begann Bissingen stärker, setzte nun selbst Akzente, statt nur auf Fehler der Ravensburger zu hoffen. Eine Chance sprang für den FSV aber nicht heraus. In der 52. Minute bekam Sebastian Mähr gerade noch einen Fuß in den Steilpass von Lindner. Danach kontrollierte Ravensburg das Spiel wieder und wäre in der 59. Minute beinahe erneut in Führung gegangen. Fiesels Freistoß landete an der Torlatte. Während die ersten Bissinger von Krämpfen geplagt waren, setzte Thomas Zimmermann, neben Fiesel der beste Mann auf dem Platz, zum Solo an, schoss aber am langen Pfosten vorbei.

Auch Fiesel verpasste erneut das 3:2, das Steffen Wohlfarth schließlich (66.) gelang. Zunächst herrschte im Mittelkreis Uneinigkeit darüber, wer einen Freistoß zugesprochen bekommt. Reiner schaltete am schnellsten, spielte zu Daniel Hörtkorn, über Halili kam das Leder zu Boneberger. Dessen Hereingabe schoss Wohlfarth mit all seiner Wucht ins Tor. Zur tragischen Figur aus Bissinger Sicht wurde Nico Walter. In der 69. Minute scheiterte er völlig frei-stehend mit einem Kopfball, zehn Minuten später setzte er einen Kopfball zum eigenen Torhüter zu hoch an. Nutznießer war Jonas Wiest, der den Ball zur Vorentscheidung ins leere Tor schob. Direkt nach Wiederanpfiff tauchte Patrick Milchraum vor Mesic auf, schoss den Ball aber aus kurzer Distanz vorbei. Die Ravensburger Anhänger skandierten derweil den DFB-Pokal-Schlachtruf „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin.“ In der Schlussphase vergab Soyudogru zunächst die große Chance zum 5:2. Kurz vor dem Ende machte er es auf Vorlage von Hörtkorn besser und traf zum Endstand.

„Alle waren heute so heiß und fokussiert, jeder wollte diesen Sieg so sehr“, brachte es Johannes Joser, der mit dem Finale seine Karriere beendete, auf den Punkt. Beim Ravensburger Sportlichen Leiter und 2. Vorsitzenden Peter Mörth stiegen nach dem Schlusspfiff „Glückshormone hoch. Ich freue mich für die Mannschaft und für den ganzen Verein, dass die kontinuierliche Arbeit über viele Jahre hiermit belohnt wird. Aus einer durchwachsenen Saison haben wir heute doch noch eine tolle Saison gemacht. “ Für den FV Ravensburg ist es der größte Erfolg der über 120-jährigen Vereinsgeschichte. – Tore: 0:1 (9.) Fiesel, 0:2 (12.) Zimmermann, 1:2 (27.) Asch, 2:2 (29.) Lindner, 2:3 (66.) Wohlfarth, 2:4 (79.) Wiest, 2:5 (88.) Soyudogru. – Schiedsrichter: Johannes Steck (Nürtingen). – Zuschauer: 3660.

FV Ravensburg: Mesic, Zimmermann (78. Wiest), Mähr, Joser, Fiesel, Heimgartner (57. Hörtkorn), Jann, Reiner, Halili (70. Soyudogru), Boneberger, Wohlfarth (85. Jeggle).