Der VfB und Vital Heynen mit Maaseik haben eine langjährige Beziehung. Zum einen haben die Verantwortlichen des deutschen Vorzeigeklubs beim ersten Duell in Belgien mit Erstaunen zur Kenntnis nehmen dürfen, was ein Volleyballverein seinen Fans und Sponsoren alles bieten kann. Dessen VIP-Arena ist auch heute noch ein Schmuckstück. Zum anderen haben sich der VfB und Zuspieler/Trainer Vital Heynen so manchen Schlagabtausch am Netz geliefert. Manchmal entschieden erst die Ballpunkte übers Weiterkommen. Nun ist der Wirbelwind, der Hans-Dampf-in-allen Gassen tatsächlich sportlich verantwortlich am Bodensee. Eine kluge Wahl. Friedrichshafen habe einen schwachen Moment genutzt, sagte der Belgier, der sich noch nie zuvor emotional so engagiert hatte wie in den vier Jahren mit der deutschen Nationalmannschaft. Zweiter Vorteil für Friedrichshafen: Mit Tours und Frankreich ist Heynen nicht so wirklich klargekommen. Auch ein Volleyball-„Verrückter“ (im positiven Sinne) wie er einer ist, muss sich wohl fühlen. Sonst klappt das nicht. Abgeklopft hat er seinen neuen Arbeitgeber deshalb. Über Simon Tischer. Mit dem VfB-Kapitän verbinde ihn eine „gute Beziehung“. Dessen Auskünfte sorgten wohl für Wohlfühlatmosphäre. Heynen jedenfalls sagte ja, hat jetzt eine Menge Arbeit an der Backe und der VfB ein nicht geringes Risiko. Entwickelt sich der Umbruch nicht so, wie sich das alle Beteiligten wünschen und erhoffen, dann kann die Liaison schnell wieder zu Ende sein. Ein durchaus normaler Vorgang im Profisport. Aber Friedrichshafen, der Bodensee und seine Fans sind ja nicht Frankreich.