Handball Oberliga

TuS Steißlingen

TV Bittenfeld II

25:33 (12:15)

Die Steißlinger zeigten zu Beginn schönen Handball. Die Abwehr stand gegen die gefährlichen Rückraumschützen gut, der Angriff spielte die Spielzüge clever aus und fand den besser postierten Mitspieler. Das Problem: die Chancenverwertung. Bereits in den ersten zehn Minuten ließen die Hegauer fünf hundertprozentige Torgelegenheiten aus. Dann ging der TuS etwas konzentrierter im Abschluss zu Werke (5:5, 15. Minute), ehe sich nun in der Abwehr zunehmend kleinere Unsicherheiten einschlichen, die die Gäste sofort bestraften (6:9 (18.). Steißlingen berappelte sich (10:11, 24.). Jedoch ließ sich Bittenfeld nicht aus der Ruhe bringen und hatte zur Pause den Drei-Tore-Vorsprung wieder hergestellt. Dennoch durfte der TuS, abgesehen von der Chancenverwertung, mit seiner Leistung zufrieden sein und wollte den Rückstand im zweiten Durchgang wettmachen. Der Plan ging nach hinten los. Steißlingen verschlief den Start, fand zunehmend keine Mittel gegen den starken TVB-Rückraum. Die Gäste erzielten immer wieder einfache Tore, Steißlingen dagegen musste sich jede Torchance hart erarbeiten. Beim 19:13 (35.) führten die Schwaben spielentscheidend. TuS-Trainer Jonathan Stich brachte den siebten Feldspieler. Das funktionierte zunächst (16:20, 41.). Aber Bittenfeld blieb ruhig, spielte abgezockt seinen Matchplan herunter. Quasi fast jeder Schuss war ein Treffer, man hatte das Gefühl, dass Bittenfeld im Kopf immer einen Schritt schneller war als der TuS. Spätestens beim Stand von 20:27 (50.) war das Spiel entschieden. Nun müssen die Steißlinger Köpfe schnellstmöglich wieder hochgehen, nächstes Wochenende wartet mit dem TSV Blaustein ein direkter Konkurrent im Kampf gegen den Abstieg. „Der TVB war uns in allen wesentlichen Belangen überlegen. Vor allem im Torabschluss und im Verhalten Mann gegen Mann in der Defensive haben wir eklatante Schwächen offenbart. Ich bin mir jedoch sicher, dass sich beides schnell abstellen lässt“, kommentierte Trainer Jonathan Stich. (mw)

TuS Steißlingen: Leon Sieck, Walter (beide Tor), Biedermann (4), Euchner (1), Klotz (2), Lindner (1), F. Maier (1), St. Maier (1), Rothkirch, Lennart Sieck (1), Storz, Ströhle (5), Wangler, Wildöer (9/4). – Z: 500.

TV Plochingen

HSG Konstanz II

24:27 (9:11)

Damit haben die Wenigsten gerechnet: Die junge HSG-Mannschaft hat im ersten Spiel nach dem Wiederaufstieg das erste große Ausrufzeichen beim Titelkandidaten gesetzt. Der Coup gelang, weil die Talente mit einer hervorragenden Mannschaftsleistung überzeugten und den ambitionierten Kontrahenten vor allem mit der Abwehr vor oft unlösbare Aufgaben stellten. Mit viel Leidenschaft und einem gut aufgelegten Lukas Herrmann im Tor musste Konstanz keinen einzigen Rückstand hinnehmen. Vielmehr setzte Kapitän Marius Oßwald mit dem 4:1 nach nicht einmal sechs Minuten den ersten Nadelstich, der gehörigen Druck auf Plochingen aufbaute. Wie die HSG, die ihrem enormen Tempo immer wieder mit technischen Fehlern Tribut zollte, produzierte Plochingen zahlreiche Patzer und Fehlwürfe. „So gewinnt man eigentlich nicht“, sprach Stocker die hohe Fehlerquote seiner Schützlinge an. Doch die Konstanzer Abschlussbilanz war deutlich besser als jene der Gastgeber. „Wir haben von der ersten Sekunde an unglaublich gut verteidigt“, lobte der HSG-Coach. „24 Gegentore bei diesem Gegner sind ein Topwert.“ Allerdings schob er ein kräftiges „aber“ hinterher: „Plochingen hat es nicht vermocht, unsere Fehler auszunutzen.“

„Wir haben uns nie verrückt machen lassen“, stellte Stocker fest. Die Fehler in der schnellen Vorwärtsbewegung wurden oft in der Defensive ausgebügelt. „Deshalb ist der Sieg super und klasse. Der Gegner hat dies jedoch auch nicht gnadenlos bestraft.“ Wie erwartet, fehlte noch die Abstimmung in der Mannschaft, die sechs A-Jugendliche integrieren muss. Doch gerade die hochkarätigen Plochinger Neuzugänge aus der 3. Liga wurden gut aus dem Spiel genommen. Im Positionsangriff stand die Konstanzer Deckung sicher, während in der Offensive trotz mehrmaliger Plochinger Umstellung Konstanz immer wieder Lösungen fand, Samuel Löffler, Joel Mauch und Jonas Hadlich Akzente setzten. Zudem konnte Stocker auf eine breite Bank bauen. Zehn von zwölf Feldspielern zeichneten sich als Torschützen aus. „Es gibt nichts Wichtigeres als Siege“, sagte der 30-Jährige und fügte an: „Wir haben die Euphorie aus dem Aufstieg mitgenommen und haben gesehen, dass das Potenzial zum Mitspielen vorhanden ist.“ (joa)

HSG Konstanz II: Herrmann, Ebert (Tor); Mauch (5/3), Mittendorf (2), Portmann, Oßwald (2), Gottesmann, Mack (2), Volz (2), Löffler (4), Merz (2), Storz (2), Braun (2), Hadlich (4).