Fußball-Landesliga: Wenn Tore das Salz in der Fußball-Suppe sind, dann kann sich die Landesliga aktuell sehen lassen. Durchschnittlich sind in dieser noch jungen Saison schon 3,6 Tore pro Spiel gefallen! In der Bundesliga hingegen sind es lediglich 2,5 Treffer pro Match. Wie oft hofft der Zuschauer bei einem langweiligen 0:0-Gekicke, bei dem sich die Mannschaften neutralisieren, dass nun bald das erste Tor in der Begegnung fallen möge? Torreiche Spiele bedeuten auch Emotionen für Spieler, Trainer und Zuschauer. Doch bei den Trainern hält sich die Begeisterung bei Treffern, vor allem bei Gegentreffern, in Grenzen.

Aktuelles Beispiel: die SpVgg F.A.L.. Betrachtet man die Elf von Trainer Joachim Ruddies statistisch, dann herrscht hier Torgarantie. 24 Treffer fielen bislang in dieser Runde bei F.A.L.-Spielen, also nahezu fünf pro Partie. Beste Unterhaltung den Zuschauern garantiert, sollte man meinen. Nicht so für F.A.L.-Coach Joachim Ruddies, denn die Gegner treffen doppelt so häufig wie seine Spieler und zuletzt gab es ausgerechnet bei seinem Ex-Club, dem Aufsteiger VfR Stockach, der bis zum Wochenende noch sieglos war und lediglich drei Treffer erzielt hatte, gleich fünf Gegentore innerhalb einer Halbzeit.

Auch wenn der erfahrene Trainer weiß, dass er zurückhaltend bei Schuldzuweisungen sein muss, bleibt ihm die unangenehme Analyse nicht erspart: „Wenn man die Niederlage auf einen Nenner bringen will, dann muss man eben feststellen, dass wir ein Torwartproblem hatten. Von den sechs Stockacher Treffern waren fünf vermeidbar, unser Keeper hatte einfach einen rabenschwarzen Tag erwischt!“

Der Stammtorhüter langfristig verletzt, die Nummer 2 ebenfalls angeschlagen – da sollte es seit einigen Spielen die Nummer 3, Dominic Ruther, richten. Und das ja auch durchaus mit Erfolg. Gegen Hilzingen und Löffingen gab es zuletzt nur jeweils einen Gegentreffer, was zu vier Punkten für die Spielvereinigung führte.

Die Mannschaft hat resigniert

Schon beim ersten Gegentreffer in der dritten Spielminute sah der F.A.L.-Schlussmann allerdings nicht glücklich aus. Doch dann kam die Ruddies-Elf wieder ins Spiel und auch zum Ausgleich. „In dieser Phase waren wir stärker!“, betont Ruddies. Dann aber ein Heber von Stefan Pröhl aus etwa 35 Metern kurz nach dem Seitenwechsel, mit dem der VfR-Spielertrainer nicht nur den F.A.L.-Keeper überrascht. „Die Mannschaft hat nach dem 1:2 dann resigniert!“, räumt Joachim Ruddies ein, denn er hatte erwartet: „Da müsste die Mannschaft eigentlich schon gefestigter sein.“

Unmittelbar nach dem Schlusspfiff, nach dem 1:6 bei seinem ehemaligen Verein kamen Ruddies dann schon Zweifel: „Da frägt man sich schon: Warum mache ich das eigentlich? Und wenn ich das Resultat als Neutraler betrachten würde, dann könnte man schon sagen: Der Trainer ist da wohl fehl am Platz!“ Doch mit etwas Distanz kommt die Jetzt-erst-recht-Haltung auf. „Die Mannschaft ist um Welten besser, als sie es im Moment zeigt!“, so Ruddies, der nach wie vor überzeugt ist: „Ich weiß, dass wir am Ende der Saison unter den ersten Fünf stehen werden!“ Nicht nur deshalb, weil am Wochenende der jungen Moritz Kohler ins F.A.L.-Tor zurückkehren soll.