Fußball, Bezirksliga: Helmut Wunderlich bremst jedoch verfrühte Ambitionen. „Die klare Zielsetzung unserseits ist es, unter die ersten fünf Mannschaften zu kommen“, beschwichtigt er. „Das muss mit der Qualität unseres Teams das Ziel sein.“ Dem Offensiv-Liebhaber selbst ist dabei nicht nur die Pflicht, sondern vor allem auch die Kür wichtig. „Meine Idee vom Fußball ist es, technisch gut nach vorne zu spielen“, betont Wunderlich. „Deshalb ist es auch das Ziel der Mannschaft, attraktiven Fußball zu bieten.“

Über die Art und Weise, wie dies seinem Team beim Auswärtsspiel auf dem Konstanzer Oberlohn gelang, war Wunderlich aber selbst ein wenig erstaunt. „Ich dachte eigentlich, dass es eine sehr schwierige Aufgabe werden würde“, sagt der Denkinger Trainer. „Denn der TSV spielt gegen den Abstieg. Und Teams, die ganz hinten drin stehen, liefern einem oft einen heißen Kampf, das habe ich auch der Mannschaft vor der Partie gesagt.“

Dafür, dass seine Spieler sich dann jedoch in einen wahren Offensivrausch spielten, macht Wunderlich auch die ausgezeichneten Platzverhältnisse verantwortlich. „Für uns ist es ein Vorteil, auf Kunstrasenplätzen zu spielen, die – gerade zu dieser Jahreszeit – viel ebener sind als Naturrasen“, analysiert Wunderlich. „Wir lieben den technischen Fußball, und auf solchen Plätzen kann man mit viel Tempo spielen.“

Ein Tempo, das für den TSV schlussendlich deutlich zu hoch war – auch weil Wunderlichs Spieler den Fuß nie vom Gas nahmen. „Man hat derzeit das Gefühl, dass die Mannschaft jederzeit in der Lage ist, ein Tor zu erzielen“, schwärmt Wunderlich. „Das war nicht immer so, früher hatte ich zuweilen das Gefühl, dass wir noch zwei Stunden weiterspielen könnten, ohne zu treffen.“

Für den Denkinger Trainer ist das Ausdruck einer konstanten Entwicklung unter seiner Hand. „Die Mannschaft ist auf jeden Fall einen Schritt weiter als im vergangenen Jahr“, stellt Wunderlich klar. Das hat auch mit einem neuen Offensiv-Geist zu tun, der Einzug gehalten hat. „In den Landesliga-Jahren hat man am Ende nur noch gegen den Abstieg gespielt und den Fokus aufs Verteidigen gelegt“, erläutert Wunderlich. „Jetzt haben wir zwar auch Druck, aber der ist positiv. Wir wollen selbst nach vorne spielen und sind in fast allen Partien die Mannschaft, die agiert. Ich habe da sicherlich meinen Anteil daran, aber die Jungs ziehen auch mit und wollen auf diese Art und Weise spielen – denn das Spiel selbst zu bestimmen, macht einfach mehr Spaß.“