Neuer Teilnehmerrekord, neuer Streckenrekord beim Elitelauf und der Sieg eines Deutschen – so die Kurzbilanz des 33. Konstanzer Altstadtlaufs, der am Sonntag stattfand. Schon früh war klar, dass der Rekord vom Vorjahr mit 4100 Läuferinnen und Läufern überboten werden würde. Dass aber letztlich 4450 Teilnehmer an den Start gehen würden, hatten wohl nicht einmal die Optimisten im Organisationsteam erwartet. Und nach Jahren der Dominanz der Läufer aus Afrika durfte man diesmal auf einen Sieg eines Läufers aus der Region hoffen, denn der aktuell beste deutsche Langstreckler, der Unteruhldinger Richard Ringer, hatte seine Teilnahme zugesagt.

Richard Ringer knackt den Streckenrekord

Und wie der Olympiateilnehmer von Rio vor dem Start mitbekommen hatte, sprach sich unter der Konkurrenz erst unmittelbar vor dem Lauf durch, dass es eine Zusatzprämie für den neuen Streckenrekord gab. Allerdings reichte die Zeit nicht mehr aus, hierfür eine Taktik zurechtzulegen, sodass das Feld sehr schnell begann. Etwa ab der fünften der acht zu laufenden Runden, was einer Strecke von 6920 Metern entsprach, stellte Ringer fest: „Die anderen atmeten auch schon heftig!“ Dennoch wollte er sich nicht zu früh von der dann fünfköpfigen Spitzengruppe lösen, er setzte eher auf Kontrolle.

Erst etwa 300 Meter vor dem Ziel spielte er seine Sprintfähigkeiten aus und da ihm keiner folgen konnte, erreichte er als Sieger das Ziel auf dem Stephansplatz – mit 19:37,5 Minuten blieb er deutlich unter der Zeit vom Vorjahr (20:07 Minuten), sodass er zur Siegprämie von 400 Euro noch die Prämie für den neuen Streckenrekord von 300 Euro einstreichen konnte.

Bei den Frauen siegt Kipilmo Jemutai

Bei den Frauen hingegen dominierte die Kenianerin Kipilmo Jemutai vom Start weg, auch wenn Nada Ina Pauer, wie ihr Freund Ringer vom VfB LC Friedrichshafen, gegen Ende nochmals mächtig aufholte. Am Ende blieben die schnellsten fünf Frauen unter der Bestzeit vom Vorjahr, Jemutai mit 16:51,8 Minuten lief die 5190 Meter sogar fast zwei Minuten schneller.

Beeindruckend waren beim 33. Konstanzer Altstadtlauf aber nicht nur die Leistungen der Eliteläuferinnen und -läufer, sondern auch die hohen Teilnehmerzahlen beim Familienlauf und bei den Bambini, wo die Freude aller im Ziel sehr groß war, es eigentlich nur Sieger und Siegerinnen gab.

TV Konstanz zieht positive Bilanz

Insgesamt, so konnte Günter Regele vom Organisationsteam des TV Konstanz zufrieden bilanzieren, habe sich der Konstanzer Altstadtlauf auf hohem Niveau etabliert. Und Hanno Maier, seit 31 Jahren Zeitnehmer in Konstanz und mit der Erfahrung von etwa 100 Laufveranstaltungen pro Jahr ein fundierter Kenner der Szene, unterstreicht: „Der Konstanzer Lauf gehört sicher zu den besten Veranstaltungen dieser Art. Er hat in den letzten Jahrzehnten eine super Entwicklung hingelegt.“

14 Starts mit Distanzen von 865 bis 8140 Meter boten für fast jeden Läufer etwas, sodass vom zweijährigen Nachwuchsläufer bis zum 78-jährigen Laufroutinier jede Altersklasse bei vorwiegend trockenem und sonnigem Wetter beim fast schon traditionellen Lauf durch die Gassen der Konstanzer Altstadt mit dabei war. Außer beim Elitelauf, an dem 14 Läuferinnen und Läufer teilnahmen, und beim Firmenlauf, der das Finale der Veranstaltung darstellte, sieht Regele kaum noch Potenzial, den Altstadtlauf weiter zu steigern: „Wir sind in fast jedem Lauf am Limit!“

Alle Ergebnisse im Internet unter: www.altstadtlauf.de

Hier gibt es alle Bilder zum Konstanzer Altstadtlauf