Handball, DHB-Pokal, 1. Runde:

Frisch Auf Göppingen

HSG Konstanz

34:23 (14:12)

Knapp 40 Minuten durfte die HSG Konstanz gegen den Erstligisten Frisch Auf Göppingen in der ersten Runde des DHB-Pokals an der großen Sensation schnuppern, dann setzte sich die Klasse des EHF-Pokalsiegers von 2017 durch. „Der physische Druck wurde irgendwann zu groß“, kommentierte Cheftrainer Daniel Eblen die am Ende doch noch deutliche 23:34-Niederlage in Weilheim/Teck. Eine Woche vor dem Drittliga-Saisonstart am 25. August in Fürstenfeldbruck war die Partie lange Zeit ausgeglichen.

In der ersten Halbzeit war nichts von einem Zwei-Klassen-Unterschied zu sehen. Fabian Wiederstein besorgte die 1:0-Führung für die HSG Konstanz, Tim Jud legte zum 2:1 nach. Alles keine Zufallsprodukte, die Gäste vom Bodensee spielten mit Tim Jud, Paul Kaletsch und Felix Krüger im Rückraum einen erfrischenden, schnellen Handball. Damit konnte der massive, körperlich deutlich überlegene Abwehrriegel der Schwaben immer wieder erfolgreich geknackt werden. Der Ex-Göppinger Joschua Braun und Fabian Schlaich besorgten bald darauf sogar die 9:7-Führung. In doppelter Überzahl bot sich sogar die Chance, noch weiter davonzuziehen – doch Konstanz gelang sechs Minuten kein Tor mehr. Sechs Minuten, in denen Frisch Auf das Spiel wieder zum 10:9 gedreht hatte.

Kurz vor der Pause war die HSG aber in Person von Paul Kaletsch zur Stelle und drehte die abwechslungsreiche, dank der Gegenwehr der Konstanzer auch attraktiven Partie erneut – 12:11 für den Außenseiter vom Bodensee. Der klar tonangebende HSG-Fanblock mit großer Trommlergruppe war völlig aus dem Häuschen. Besonders stark präsentierte sich die Eblen-Equipe dabei in der Deckung und brachte Göppingen damit immer wieder in Verlegenheit. „Die Abwehrleistung war gut“, lobte Cheftrainer Eblen, „und Simon Tölke war richtig stark. Dann zündet das eine das andere. Der Torwart gibt den Vordermännern Sicherheit, die aggressive Abwehr dem Torhüter. Solch eine Deckung wünsche ich mir auch für die Saison.“

Im Angriff mussten die Gelb-Blauen allmählich jedoch, trotz Umstellung im Rückraum, Tom Wolf, Maximilian Schwarz und Tim Keupp ihrem großen Aufwand im Angriff gegen den massiven Abwehrblock Tribut zollen. Insgesamt sechs technische Fehler wurden für die HSG notiert, einer für Göppingen. Die Folge: Neun Treffer über den Tempogenstoß für Göppingen, zwei für die junge Gastmannschaft. Dazu kamen zehn Siebenmeter für Göppingen, von denen Simon Tölke immerhin einen und Maximilian Wolf sogar zwei parieren konnte. Dennoch trugen auch die sieben Tore vom Strafwurfpunkt dazu bei, dass der Erstligist von 17:16 auf 22:16 stellte und nach knapp 44 Minuten die Vorentscheidung herbeigeführt hatte.

„Wir haben eine richtig gute erste Halbzeit gespielt“, befand Eblen. „In der zweiten war der physische Druck von Göppingen so groß, dass wir die Energie der ersten Hälfte in der Abwehr nicht mehr erreichen konnten.“ Starke Paraden von Primoz Prost im Tor von Frisch Auf und einige leichte Gegentore über den Gegenstoß schraubten das Endergebnis auf einen standesgemäßen 34:23-Sieg für den elffachen Deutschen Meister nach oben. Für Konstanz liegt der Fokus nun auf dem Saisonstart am 25. August.

Video-Interview mit Neuzugang Tim Keupp nach dem DHB-Pokal gegen Göppingen:

 

Frisch Auf Göppingen: Prost, Rebmann (beide Tor), Kneule (1), Ritterbach (3), Damgaard (1), Heymann (2), Bagersted, Peric (2), Sliskovic (2), Schiller (6/4), Rentschler (5), Schöngarth (5), Zelenovic (1), Kozina (6/3).

HSG Konstanz: M. Wolf, Tölke (beide Tor), Stotz, Schlaich (1), T. Wolf (1), Wiederstein (4), Kaletsch (7/4), Krüger (1), Maier-Hasselmann (2), Braun (1), Jud (1), Keupp (2), Wendel (1), Schwarz (2), Löffler. – Z: 410.