Handball: Die Konstanzer Schänzlehalle, sie ist weit mehr als ein zweites Wohnzimmer für Otto Eblen. Von früh bis spät und an fast jedem Tag ist der Präsident der HSG Konstanz immer wieder dort anzutreffen. Das wirft mitunter Fragen auf, und Eblen wird hin und wieder gefragt, wer er denn sei. „Ich sage dann immer, dass ich der Hausmeister bin“, sagt er mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht. Diese Antwort, sie sagt so viel aus über den HSG-Macher, der sich seit seinem 18. Lebensjahr in einer Funktionärsrolle für den Handball und den Sport in Konstanz einsetzt. Nach über 50-jährigem ehrenamtlichem Wirken erhielt er nun die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg für „langjährige Verdienste im Ehrenamt“ von Ministerpräsident Winfried Kretschmann verliehen.

Gefreut hat sich Eblen, doch Bescheidenheit ist ihm stets eine Tugend, und er lobt stattdessen die positive Entwicklung des Sports in Konstanz allgemein. „Es zeigt vielleicht doch auch“, meint er, „dass der Sport in Konstanz in den letzten Jahren einiges bewegt hat.“ Otto Eblen spricht dabei davon, Chancen zu generieren, denn auch er selbst hatte keine einfache Schulzeit zu durchstehen. Über den Sport gewann er an Selbstvertrauen und wichtige Erfahrungen, die ihn sowohl hier als auch im Berufsleben in Führungspositionen mit viel Verantwortung führten.

„Das Besondere ist“, so Eblen, „dass wir kreative Wege gegangen sind und dadurch Standortnachteile zu Vorteilen umwandeln konnten.“ Eblens Beharrlichkeit und Kreativität führten zur Gründung der HSG, die seit 1995 stets mindestens in der dritthöchsten Spielklasse vertreten ist. Dafür arbeitet Eblen jeden Tag. Zuweilen tatsächlich auch als „Hausmeister“, der sich um Wasserflaschen, Müll und Trikots kümmert. Aber vor allem als Manager eines Vereins, mit dem er den Sport in Konstanz geprägt und auf ein neues Niveau gehoben hat. Allzu oft spricht er darüber nicht. Stattdessen schiebt er schon mal eine kleine Ausrede vor, die ihm etwas Ruhe verschafft – und so falsch zudem gar nicht ist. „Ich bin der Hausmeister“, sagt er dann, lächelt freundlich und macht sich wieder ans Werk. Was auch immer gerade ansteht.