Fußball, Verbandsliga

SC Pfullendorf

Offenburger FV

1:2 (0:0)

Zu viel gewollt – und alles verloren. Extrem ärgerlich aus Pfullendorfer Sicht der Last-Minute-Treffer des Tabellenführers. Dabei war der gierigere SCP zu diesem Zeitpunkt in Überzahl.

In den ersten Minuten machte Offenburg mächtig Druck, der Sportclub musste bange Minuten überstehen. Schon in der achten Spielminute zappelte der Ball zum ersten Mal im Netz. Der Treffer wurde zurecht wegen Abseits nicht anerkannt. Kurz darauf rettete der starke Kahl im letzten Moment gegen Petereit. Nach einer Viertelstunde war die OFV-Drangphase abgeflacht, der SCP baute immer mehr Druck auf. Nach einer schönen Kombination parierte OFV-Goalie Streif gegen Lukas Stützle (28.). Aber in der 30. Minute hatte die Elf von Marco Konrad mächtig Glück, Marco Junker setzte den Ball an den Pfosten. Nun folgte die stärkste Linzgauer Phase: Nach einer Gruler-Balleroberung verzog Stützle aus aussichtsreicher Position (33.). Nachdem sich Gruler erneut durchgesetzt hatte, wurde sein Schuss von Huber im letzten Moment geblockt. Der Nachschuss von Stützle war eine leichte Beute von Streif (37.) Pfullendorf blieb am Drücker: Gruler verstolperte aus aussichtsreicher Position (40.), Streif zeichnete sich erneut aus, lenkte Marenas Schuss mit den Fingerspitzen über die Latte (41.).

Nachdem die zweite Halbzeit etwas ruhiger begann, ging es plötzlich Schlag auf Schlag: Stützle schoss überhastet Streif in die Arme (57.), im Gegenzug die kalte Dusche: Fabian Herrmann köpfte mit viel Übersicht zum 1:0 ein (58.). Jetzt stand die Offenburger Abwehr sicher, Pfullendorf etwas geschockt neben sich. Nachdem der verwarnte Luca Kehl Stützle mit einem taktischen Handspiel gebremst hatte, schickte Schiedsrichter Martin Wilke diesen vorzeitig zum Duschen (79.). Den Freistoß von Alessandro Sautter lenkte Florian Streif mit den Fingerspitzen an die Latte, den Abstauber köpfte Faruk Erdem zum Ausgleich über die Linie (80.). Der Sportclub wollte nun alles, versäumte es aber, seine numerische Überzahl auszunutzen. Und so gab’s in der Nachspielzeit die bittere Quittung: Zunächst bekam der OFV einen heiß diskutierten Freistoß zugesprochen. Geiler flankte, Willibald parierte den Kopfball des bulligen Herrmann, der Ball landete bei Lukas Martin, den die Pfullendorfer im Abseits und Willibalds abgelenkten Ball im Aus gesehen haben wollten. Offenburg war’s egal: Die Martin-Hereingabe drückte Petereit zum 2:1 in die Maschen und besiegelte die zweite SCP-Heimpleite hintereinander. Ärgerlich für die Hausherren, die, etwas cleverer, den Punkt ohne größere Mühe über die Zeit hätten bringen können.

SCP-Trainer Marco Konrad: „Wir haben stark gefightet, waren taktisch richtig stark gegen einen starken Gegner, der nicht umsonst Tabellenführer ist. Wir hatten viele Chancen, deshalb tut die Niederlage sehr, sehr weh. Den Standard zum 1:2 hätten wir besser verteidigen müssen.“ (stl)

SC Pfullendorf: Willibald, Behr, S. Steinhauser, Kahl, Marena, Fischer (70. Stark), Sautter, Erdem, Keller (29. Huber), Gruler (60. Akgün), Stützle. – Tore: 0:1 (58.) Herrmann, 1:1 (80.) Erdem, 1:2 (92.) Petereit. – SR: Wilke (Merzhausen). – Z: 365. – Bes. Vork.: Gelb-Rot Kehl (78./OFV).

FC 03 Radolfzell

FC Denzlingen

0:1 (0:0)

Jetzt hat es auch den FCR erwischt, im sechsten Saisonspiel ging er erstmals als Verlierer vom Platz. Denzlingen war glücklicher, aber auch verdienter Sieger. Die erste Möglichkeit hatten (5.) die Gäste, die klärte ein Radolfzeller Verteidiger gerade noch vor der Linie. Danach kam der Gastgeber besser ins Spiel und hatte (17.) seine erste Chance. Nach der Flanke von Niedhardt ging der Kopfball von Krüger knapp neben das Tor. Dann wieder die Gäste, ihr Bester an diesem Tag, Bayram, kam zum Abschluss, doch der Ball ging am Tor vorbei. In der 23. Minute die wohl größte FCR-Möglichkeit: Niedhardt wurde schön freigespielt, passte kurz vor dem Torwart quer auf Stricker, der schoss aus der Drehung, aber ein Denzlinger klärte auf der Linie. In der Folge hatte Radolfzell mehr vom Spiel, aber die Gäste blieben gefährlich. Kurz vor der Pause noch zwei gefährliche Freistöße für den FCR, beide wurden geklärt.

Die Mannschaften kamen hellwach aus den Kabinen. Zuerst ein Freistoß für Denzlingen durch Saggiomo. Zum Glück stand der Stürmer im Abseits. Dann die Chance für Radolfzell, aber der Torhüter klärte gerade noch vor Stricker. In der 65. wurde ein Denzlinger Schuss abgefälscht, Torhüter Tkacz war auf dem Posten. 20 Minuten vor Schluss stand das Spiel auf der Kippe, beide Mannschaften hatten Möglichkeiten. Zuerst der FCR, der Abschluss von Strauß ging knapp am Tor vorbei, die Gäste trafen nur die Latte. In der 82. Minute hatte Bayram die Möglichkeit, aber sein Abschluss ging zum Glück für den FCR an den Pfosten. In der 89. Minute dann die Entscheidung: Nach einem Eckball köpfte Lengner frei ein. Radolfzell setzte jetzt alles auf Offensive, aber sie brachte nichts ein. Die Gäste standen gut in der Abwehr. In der 93. Minute noch mal Glück für den FCR, als der eingewechselte Lettgen nur den Pfosten traf. In der Pressekonferenz sagte Trainer Steffen Kautzmann, dass die Gäste dem FCR an diesem Tag physisch überlegen waren und ihn zu langen Bällen zwangen. „Das ist nicht unser Spiel. Denzlingen hat verdient gewonnen.“ (km)

FC Radolfzell: Tkacz, Erdmann, Berger, Berisha, Krüger, Strauß (83. F. Macedo), Aichem, Hlavacek, Schmidt (65. Tsimba-Eggers), Stricker, Niedhardt. – Tor: 0:1 (89.) Lengner. – SR: Pacher (Bräunlingen). – Z: 130.

SC Lahr

1. FC Rielasingen-Arlen

2:2 (1:0)

Torchancen in Hülle und Fülle und ein „Finale furioso“ – die Partie war für die Zuschauer ein Vergnügen, für die Verantwortlichen Stress. Denn dort, wo es viele Torchancen gibt, ist die Fehlerquote meist nicht gerade niedrig. Die Gäste fanden sehr schwer in die Partie, ihre Fehlpässe ermöglichten immer wieder schnelles Lahrer Umschaltspiel. Dem fehlte die Durchschlagskraft, die Hegauer hatten die Großchancen. Nach 15 Minuten setzte sich Nedzad Plavci gegen die ungeschickte Lahrer Innenverteidigung durch, doch sein Abschluss ging am Tor vorbei. Knapper wurde es beim Drehschuss von Silvio Battaglia (18.), und viel Glück hatte SC-Torhüter Jonas Witt nach einem Aufsetzer von Christoph Matt (22.). In der 27. Minute hatte Sebastian Stark die Möglichkeit zum 1:0, seinem platzierten Abschluss fehlte die Stärke. In der 37. Minute dribbelte Tobias Bertsch, verlor den Ball an Yannic Prieto, der eiskalt zum 1:0 vollstreckte. Kurz vor der Pause (43.) noch eine gute Chance für Rene Greuter. Ein Lahrer lenkte den Ball irgendwie noch am Pfosten vorbei.

Nach dem Seitenwechsel war Lahr zunächst dem 2:0 nahe, dann drückten die Gäste auf den Ausgleich. Lahr konnte sich kaum befreien. Tobias Bertsch jagte den Ball übers Tor, ein Kopfball von Dennis Hoxha wurde für den geschlagenen Jonas Witt zur Ecke geklärt. Rielasingen-Arlen ging mehr und mehr Risiko, Lahr hatten Chancen zur Vorentscheidung. Aber den Hegauern gelang das 1:1. Plavci war mit einem unhaltbaren Freistoß erfolgreich. Sie drängten nun auf das 2:1, das geschockte Lahr reagierte nur noch. Aber der SC ging erneut in Führung, der Rettungsversuch von Tobias Bertsch kam zu spät. Lahr war vielleicht etwas zu sehr im Freudentaumel, denn Plavci setzte sich im Gegenzug durch, bediente Silvio Battaglia – 2:2. Benjamin Heim war mit der Leistung seiner Elf unzufrieden. Gerade in der ersten Hälfte sei sie nie richtig in die Zweikämpfe gekommen, hätte aber auch führen können. Er sprach von einem „komischen Spiel“, die beiden Tore in der Nachspielzeit unterstrichen dies. (te)

1. FC Rielasingen-Arlen: Klose, Bertsch, Greuter (86. Kunze), Almeida, Plavci, Stark (64. Winterhalder), Hoxha, Berger, Matt (46. Leschinski), Körner, Battaglia. – Tore: 1:0 (37.) Prieto, 1:1 (78.) Plavci (91.), 2:1 (91.) Makaya, 2:2 (93.) Battaglia. – SR: Matosevic. – Z: 140.