Leichtathletik: Wieder einmal bereitet sich Miriam Glassner vom PTSV Konstanz auf einen 100m-Hürdenlauf vor. In Walldorf steht der Finallauf der Frauen bei den Badischen Meisterschaften an, und sie weiß, dass es ganz eng wird. Vor dem Start hochkonzentriert, im Lauf direkt neben ihr die schärfste Konkurrentin aus Mannheim, am Ende nur um drei Hundertstel auf den zweiten Platz verwiesen. Dennoch ist sie froh über eine sehr gute Zeit. Ihr Sport macht der 27-jährigen sympathischen Leichtathletin heute noch Spaß, er ist für sie immer spannend und sie ist immer auf der Suche nach der besten Technik und dem perfekten Lauf. Da stecken viel Training, Fleiß, Disziplin und Zeit dahinter.

Die Kurzhürdenstrecke (100m) bei den Frauen ist eine der Paradedisziplinen im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV). Mit Pamela Dutkiewicz, Nadine Hildebrand und Cindy Roleder hat Deutschland gleich mehrere Topathletinnen, die international mithalten können. Auch Gregor Traber aus Friedrichshafen ist top über die Hürden, die seit jeher eine deutsche Domäne sind. Diese Disziplin erfordert Schnelligkeit, Koordination, Rhythmusgefühl, Risikobereitschaft und viel Technik. Sie gilt als Schlüsseldisziplin der Leichtathletik. Wer Hürden laufen kann, kann auch alles andere, heißt es. Die Hürdenstrecke ist eine Herausforderung. Hier muss alles stimmen, wenn man gut sein will.

Im Bereich des Bezirks hat sich Miriam Glassner vom PTSV Konstanz dieser interessanten Disziplin seit mehr als 15 Jahren verschrieben und blieb ihr bis heute treu. Die 27-Jährige trainierte neben Schule und Studium beharrlich weiter und betreut als Trainerin Nachwuchstalente beim PTSV Konstanz. Mit ihrer Bestzeit von 14,61s schaffte sie mit einer neuen Bestleistung den Sprung ins Finale der diesjährigen Süddeutschen Meisterschaften und mit 14,69s wurde sie Badische Vizemeisterin.

Miriam Glassner hat ihr Training umgestellt, und das hat positive Wirkung gezeigt. Seit 2003 ist sie Badische Rekordhalterin als damals Zwölfjährige über 60m Hürden (9,82s). Diese Zeit wurde bis heute noch nicht verbessert und zeigt, wie gut sie ist. Ihr Fleiß und ihre Beharrlichkeit für diesen tollen Sport werden nun entsprechend belohnt. Sie gehört bei den Hürdendamen in Deutschland zum älteren Semester, gehört aber immer noch zu den Besten ihres Fachs. Damit ist die Konstanzerin Vorbild für den Nachwuchs. Ganz nach dem Motto: Man soll etwas aus seinem Talent machen, nicht aufgeben und darf stolz auf alles Erreichte sein. (her)