Handball, Bundesliga, A-Jugend: HSG Konstanz – JSGBalingen-Weilstetten (heute, 20.30 Uhr, Schänzle-Sporthalle). – Mehr Brisanz geht nicht: Im Prestige-Derby zwischen der HSG Konstanz und der JSG Balingen-Weilstetten, ohnehin immer ein heißes Duell, steht dieses Mal einiges auf dem Spiel. Wenn Südbaden heute Abend Württemberg empfängt, geht es im direkten Duell um Platz sechs und die damit verbundene Bundesliga-Qualifikation für die kommende Saison.

Im Moment hat die HSG Konstanz die deutlich bessere Ausgangsposition und, derzeit auf eben besagtem Rang sechs stehend, alles selbst in der Hand. Balingen-Weilstetten liegt einen Punkt zurück, hat aber auch schon ein Spiel mehr ausgetragen. Insofern geht es für die Schwaben in Konstanz um alles oder nichts. Nur bei einem Sieg bleiben die Gäste im Rennen, andernfalls dürfte die direkte Bundesliga-Qualifikation außer Reichweite sein. „Wir brauchen alle Unterstützung“, sagt HSG-Trainer Christian Korb und freut sich über den Heimvorteil. Denn – das letzte Heimspiel gegen Göppingen ausgenommen – daheim liefert der Zweitliga-Nachwuchs meist Topleistungen ab.

Vor allem aber, wenn er mit dem Rücken zur Wand und unter Druck steht. Korb: „Wie so oft, die HSG-A-Jugend ist immer dann am stärksten, wenn sie vor dem Aus steht.“ Dass die Pleite zuletzt gegen Göppingen (32:34) vor allem in ihrer Art und Weise besonders wehgetan hatte, möchte der B-Lizenzinhaber gar nicht abstreiten. Schließlich wurde der "erste Satzball", so sein Trainerkollege Thomas Zilm, kläglich und unnötig vergeben. Dazu kam, dass alle Konkurrenten völlig unerwartete Siege gegen Spitzenteams einfuhren und ganz dicht, bis auf einen Punkt, an die HSG heran gerückt sind. „Die erarbeitete gute Ausgangslage ist zu einem alles oder nichts geworden“, erklärt Korb, sagt aber auch: „Am Erreichten ändert sich nichts, auch wenn die Chancen zur Vollendung unseres Zieles da gewesen sind." Trotzdem: Zu positiv ist die Entwicklung der HSG-Jugend, als dass es Grund zu hadern gäbe. "Wir haben es selbst in der Hand.“

Balingen kommt indes gestärkt durch einen überraschenden 30:26-Auswärtssieg in Zweibrücken ans Schänzle. Bei der HSG hat man viele Gespräche geführt und offen Kritik geübt. „Unseren Jungs ist klar, dass 20 Minuten alles geben und Emotionen zeigen nicht ausreicht, um als Sieger vom Platz zu gehen“, zeigt der HSG-Coach auf. „Wir müssen von Anfang an heiß und emotional ins Rennen gehen“, fordert er. Schließlich habe seine Equipe eine äußerst gute Saison gespielt und das Ziel immer noch fest im Blick. „Wir haben noch drei Spiele, drei Endspiele“, rechnet Korb vor. Im Verlauf der vergangenen Jahre, erzählt der Übungsleiter, habe man gesehen, dass sein Team am stärksten ist, „wenn wir richtig unter Druck geraten. Die Sonnenseite ist für alle schön, aber jetzt zählt es.“ Er hofft auf große Unterstützung von den Rängen und verspricht: „Wir liefern ein Spiel auf Messers Schneide.“

Hochspannung ist garantiert heute Abend, wenn zwei alte Rivalen um die direkte Bundesliga-Qualifikation antreten. Im Hinspiel, beim äußerst knappen 31:32, hatten die Gallier von der Alb die Nase hauchdünn vorn. Nun möchten die Konstanzer den Spieß umdrehen und einen ganz wichtigen Schritt in Richtung Saisonziel gehen.