Handball, Südbadenliga

HSG Konstanz II

HGW Hofweier

30:18 (15:7)

Viel wurde vom Gipfeltreffen zwischen dem Zweiten und Ersten der Südbadenliga erwartet, aber das gewiss nicht: Mit einer überragenden Vorstellung demontierten die Talente der HSG Konstanz II den bisherigen Tabellenführer HGW Hofweier, der erst einmal in der Rückrunde das Nachsehen hatte, mit 30:18 (15:7). Die Konstanzer bleiben damit auch im zehnten Spiel in Folge in der Rückserie ungeschlagen und haben sich auf Platz eins geschoben.

Nach dem Triumph hüpften die jungen Konstanzer wie wild durch die Halle, ließen sich von der stimmungsvollen Kulisse feiern und stimmten „Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey“-Gesänge an. Trainer Matthias Stocker hatte das Optimum gegen den Titel-Topfavoriten gefordert – und bekam das Optimum von seiner jungen Truppe. „Bis auf eine ganz kleine Schwächephase, in der wir dreimal frei verwarfen, gab es weder vorne noch hinten etwas Schlechtes“, drückte sich der gebürtige Spaichinger mit einem schwäbischen Kompliment aus: Nicht geschimpft ist schließlich genug gelobt. Doch beeindruckt hatte ihn der extrem temporeiche, vor Spielfreude sprühende Auftritt schon. Das klingt dann so: „Die Abschlussquote war überragend. 19 Angriffe in der ersten Halbzeit – was recht wenig für uns ist – und 15 Tore, davon nur ein Fehlwurf. Wahnsinn!“

Damit hatte er den Nagel auf den Kopf getroffen. Es war mitreißend, wie sich die Zweitliga-Reserve in einen Rausch spielte, mit höchstem Tempo kombinierte und teilweise spektakulär mit herrlichen Treffern abschloss – und das gegen den bisherigen Ligaprimus. Innerhalb von nicht einmal zehn Minuten war schon so etwas wie eine Vorentscheidung gefallen. Aus einem 2:2 machte der Nachwuchs der HSG mit einem 7:0-Lauf ein 9:2 (15.). Die Abwehr hochkonzentriert, Torwart Moritz Ebert in Topform und im Angriff vor allem über die starken Samuel Wendel, Joschua Braun und die beiden Löffler-Brüder nicht aufzuhalten: der HGW war chancenlos gegen die geballte Konstanzer Lust am Tempohandball. Lediglich nach 48 Minuten stotterte der HSG-Motor nach einigen frei vergebenen Chancen, zu mehr als dem 17:23 reichte es für den Ex-Erstligisten aber trotzdem nicht.

Stattdessen fing sich Konstanz dank wichtiger Paraden von Sven Gemeinhardt schnell wieder und beendete die Partie, wie es sie begonnen hatte: Mit herrlichem Handball und einem zweiten 7:0-Lauf zum 30:17, ehe die mit dem Ex-Konstanzer Sebastian Groh verstärkten Gäste aus der Ortenau nach über zwölfminütiger Torflaute den letzten Treffer zum 30:18-Endstand markierten. Michael Bohn, Trainer des HGW, hatte seinen Respekt schon vor der Partie bekundet: „Seit Konstanz wieder komplett ist, sieht man das Potenzial der Mannschaft.“ In der Tat, seit die Verletzten zurück sind, zeigt sich die HSG in überragender Form und hat sich nun für die letzten drei Saisonspiele eine glänzende Ausgangsposition im Kampf um den Titel und den Aufstieg in die Oberliga erarbeitet.

„Wir haben es geschafft, dass jeder von Anfang an fokussiert war, haben kaum Fehler gemacht und die starken Torhüter des HGW zu gar keinem Faktor werden lassen“, freute sich Matthias Stocker. Sein Team habe das hohe Niveau konsequent durchgezogen und ein gutes Spiel gemacht, befand er. „Durch unsere gute Deckung konnten wir schnell nach vorne spielen. Das haben die Jungs super gelöst“, so der B-Lizenzinhaber.

HSG Konstanz II: Gemeinhardt, Ebert (Tor); Hadlich, Portmann (1), Oßwald, Mack, Volz (1), S. Löffler (5), Fehrenbach (1), J. Löffler (8), Merz (1), Both (2), Braun (5/2), Wendel (6/2).