Fußball-Verbandsliga: Kehler FV – FC 03 Radolfzell (Samstag, 15.30 Uhr, Rheinstadion). – Im 170 Kilometer entfernten Kehl gibt es die nächste große Herausforderung für die jungen Radolfzeller. Betrachtet man die Saison, fällt auf, dass es mit Kehl nach schlechtem Start stetig aufwärts geht. Dem Kehler FV gelang sogar ein Sieg in Pfullendorf. Der Star der Mannschaft ist sicher Trainer Karim Matmour. Er spielte früher in der Bundesliga beim SC Freiburg, Borussia Mönchengladbach, Eintracht Frankfurt, Kaiserslautern und 1860 München. Kehl hat einen Alterschnitt von 25,9 Jahren und ist daher sehr erfahren. Der erfahrenste ist Yacine Abdessadki, auch er spielte schon für den SC Freiburg in der Bundesliga, neben Sax, Assenmacher und Torhüter Künstle, alle mit Oberligaerfahrung.

Kehl steht einen Platz vor dem FC 03 Radolfzell, es darf schon wieder von einem Spitzenspiel gesprochen werden. Radolfzell ist bis jetzt noch ungeschlagen, hat aber erst einmal gewonnen. Kehl ist aber ein Lieblingsgegner der Radolfzeller, sie gewannen zuletzt immer. Vergangenes Jahr 1:0 in Kehl und 3:2 im Mettnaustadion. Auch wenn Kehl zurzeit einen kleinen Lauf hat, braucht sich der FC 03 Radolfzell nicht verstecken. Er verfügt über eine sehr gute und trotz Jugend erfahrene Mannschaft. Die Offensive mit Stricker, Krüger und Niedhardt ist sicher sein Prunkstück und immer für ein Tor gut. Immerhin hat der FCR schon achtmal in vier Spielen getroffen.

Was Trainer Steffen Kautzmann sicher noch etwas Sorgen macht, ist die junge Abwehr. Hier merkt man sehr, dass mit Hepfer und Galantai zwei erfahrene Spieler ihre Karriere beendeten. Bei Radolfzell sollten bis auf den gesperrten Wehrle alle Mann an Bord sein, so hat das Trainerteam wieder volle Auswahl. Und so dürfte das Duell am Samstag hoffentlich eine knappe Angelegenheit werden. Die Elf von Steffen Kautzmann ist nicht Favorit, aber seine Spieler sind immer für eine Überraschung gut. (km)

Mit Trainerwechsel Impuls vermitteln

FSV RW Stegen – 1. FC Rielasingen-Arlen (Sonntag, 14 Uhr). – Der unbefriedigende Saisonstart des 1. FC Rielasingen-Arlen und die Trennung von Trainer Jürgen Rittenauer und Co-Trainer Sascha Jauch haben zu Beginn der Woche das Spiel beim Aufsteiger in den Hintergrund gedrängt. Da auch der Sportliche Leiter Oliver Hennemann einen lange geplanten Kurzurlaub angetreten hat, wurde der Trainingsbetrieb der ersten Mannschaft vom Trainerteam der zweiten, Benjamin Heim und Sven Gräble, übernommen. Beide sind erst seit Juli im Verein und haben in der kurzen Zeit eine hohe Akzeptanz erreicht. Benjamin Heim und Oliver Hennemann, der am Sonntag zur Mannschaft stößt, werden die Elf einstellen.

Gegen Gastgeber, die akzeptabel gestartet sind. Dreimal blieben die Breisgauer ungeschlagen, sind aber noch sieglos und stehen auf einem Abstiegsplatz. Stegen gewann die Aufstiegsrunde der Landesligazweiten gegen die etwas höher eingeschätzten SV Bühlertal und FC 08 Villingen II und spielt erstmals in die Verbandsliga, freut sich in der höchsten Spielklasse von Südbaden zu sein und fühlt keinerlei Druck. Einen Torjäger weiß man in den eigenen Reihen: Martin Fischer erzielte vier der sechs FSV-Tore.

Bei den Hegauern kehrt Dominik Almeida nach seiner Pokal-Rotsperre zurück, inwieweit es Änderungen in taktischer und personeller Ausrichtung gibt, wird spannend zu beobachten sein. Es gilt aber die Aussage von Oliver Hennemann zu Wochenbeginn: „Wir wollen mit den Trainerwechseln einen Impuls an die Mannschaft vermitteln, damit Leistung und dann auch die Punktausbeute besser werden. Wir erwarten von ihr eine klare Steigerung.“

SCP mit Gier gegen Abstiegssog

FC Denzlingen – SC Pfullendorf (Sonntag, 15 Uhr, Einbollenstadion). – All-mähnlich pendelt sich der Ligaalltag beim Aufsteiger SC Pfullendorf ein, scheint der nach und nach angekommen. Nach drei Spielen ohne Sieg nähert sich der Sportclub aber der zweiten Tabellenhälfte, der Puffer ist aufgebraucht. Die Linzgauer kommen der Abstiegszone näher, nachdem die Konrad-Elf zuerst ungeschlagen geblieben war. Nun aber wurde die „Festung“ Geberit-Arena vom Kehler FV gestürmt. Das 1:3 gegen den langjährigen Oberligisten war die erste Heimniederlage der Rot-Weißen nach gut 16 Monaten.

Als relativ „schnell abgehakt“ bezeichnet Cheftrainer Marco Konrad die unglückliche Niederlage am vergangenen Samstag. „Die Standards und Kehlen in Sachen Cleverness waren einfach gut.“ Positiv stimmt Konrad, dass sich seine Elf doppelt so viele Chancen wie der Gegner erspielte – die taktische Darbietung ganz nach dem Geschmack des ehemaligen Rangnick-Schützlings verlief. Der beendeten Serie trauert Marco Konrad nicht lange nach: „Jede Serie geht einmal zu Ende. Dann hat man die Chance, wieder eine neue zu starten.“

Um nicht in den Abstiegsstrudel wie vor zwei Jahren zu geraten, sollten die Pfullendorfer möglichst rasch punkten. Die Aufgaben werden aber nicht leichter. Mit dem FC Denzlingen hat die Tiefental-Elf erneut einen Gegner vor der Brust, gegen den der SCP in der jüngeren Vergangenheit nicht gut aussah. Marco Konrad sieht Parallelen zu Kehl, auch wenn Denzlingen die reifere Spielanlage besitzen dürfte. „Allerdings zeigen die bisherigen Ergebnisse auch, dass das Team noch nicht zusammengefunden hat“, weiß Konrad, der wieder auf Frank Stark zählen kann.

Die Pfullendorfer werden in Denzlingen wieder größere Gier und Konsequenz vor dem gegnerischen Tor an den Tag legen müssen. In Sachen Effektivtät war der Kehler FV am vergangen Wochenende ein Paradebeispiel. Konrad bleibt trotz des sich erhöhenden Druck gelassen: „Für uns als Aufsteiger gilt unabhängig vom Gegner, die Devise, dass wir Punkte sammeln wollen – am liebsten mit gutem Fußball.“