Fußball-Verbandsliga: Gerade erst ist der vierte Spieltag absolviert, und schon gibt es die erste Trainerentlassung! Am Montag trennte sich der 1. FC Rielasingen-Arlen von Trainer Jürgen Rittenauer und Co-Trainer Sascha Jauch.

Auf den ersten Blick wirkt die Entlassung des Trainers in der Anfangsphase der Saison schon überraschend, zumal sie nach einer Englischen Woche mit zwei Siegen, darunter der umkämpfte Derbyerfolg in Unterzahl im Pokal gegen den FC Radolfzell, erfolgte. Doch der Sportliche Leiter des 1. FC Rielasingen-Arlen, Oliver Hennemann, erläutert: „Wir wollen damit einen neuen Impuls an die Mannschaft vermitteln, damit die Leistung und dann auch die Punktausbeute besser werden. Wir erwarten daher von der Mannschaft eine klare Steigerung.“

Vor allem das Stichwort „Punktausbeute“ dürfte den Kern treffen. In den Rielasinger Kader wurde aufwendig investiert, die Verantwortlichen erhofften sich ein dominantes und erfolgreiches Spiel der Rittenauer-Elf. Waren in der Rückrunde der vergangenen Saison die Ergebnisse bei Auswärtsspielen nicht immer optimal, so konnten sie sich auf die Heimstärke fast schon verlassen. In dieser Runde aber gab es bisher noch keinen Punkt auf der Talwiese.

Auch Jürgen Rittenauer, als Torhüter lange im Profibereich tätig, räumt ein: „Natürlich war ich überrascht und bin am Montag aus allen Wolken gefallen. Aber das muss man akzeptieren, auch wenn das meines Erachtens zu früh kommt. Sicher ist es so, dass wir bei der Punktausbeute hinter den Erwartungen liegen. Aber da muss man sich die Spiele auch genauer anschauen. Da gab es einige individuelle Fehler, die zu Niederlagen führten, bei denen man als Trainer machtlos ist.“

Obwohl er sich etwas mehr Geduld von der Vorstandschaft erhofft hatte, auch viele Rielasinger Spieler, von denen sich Rittenauer am Montag verabschiedete, zeigten sich von der Entlassung ihres Coaches überrascht, wie aus Mannschaftskreisen zu erfahren war, blickt Rittenauer auf eine erfolgreiche Zeit in Rielasingen als Spieler und dann, nach seiner Knieverletzung, auch als Trainer zurück. 2013 kam er aus Halle, wo er in der 3. Liga und der Regionalliga eingesetzt worden war. Mit ihm im Tor stieg der 1. FC Rielasingen-Arlen in die Verbandsliga auf. Kurz vor den Oberliga-Aufstiegsspielen verletzte er sich und musste seine Karriere 2016 beenden. In der Saison 2016/17 sprang der Ex-Keeper als Interimstrainer ein, nachdem sich der Klub von Slobodan Maglov getrennt hatte. Die Interims-Lösung hatte Erfolg. 2017 führte Rittenauer seine Elf zum Pokalsieg und in die erste Runde des DFB-Pokals gegen Borussia Dortmund. Doch mit der Aufrüstung des Kaders vor der Saison 2018/19 ist der Anspruch stark angestiegen, wie die frühzeitige Reaktion der Vorstandschaft zeigt.

Vorerst soll Benjamin Heim, bisher Trainer der zweiten Mannschaft, den Verbandsligisten coachen. Unterstützt wird er von Oliver Hennemann und Benjamin Winterhalder, der bisher schon die Rolle des spielenden Co-Trainers innehatte. Zeitnah soll ein neuer Trainer verpflichtet werden. Ob man sich für einen hauptamtlichen wie etwa den Konstanzer Jürgen Seeberger, der beim FC Schaffhausen in der Schweizer Super League und zuletzt bei den Stuttgarter Kickers engagiert war, entscheidet, oder wie bisher eher auf einen „nebenberuflichen“, aber ambitionierten Trainer aus der Region setzt, scheint noch offen. Rittenauer betont: „Ich bin überzeugt, dass die Jungs wieder in die Spur finden!“ Der kollektive Zusammenhalt beim Pokalspiel in Radolfzell und das Zusammenspiel in Kuppenheim stimmen ihn zuversichtlich. Mit Blick auf sein weiteres Engagement geht er davon aus, dass „im Fußball immer wieder eine Tür aufgeht“. Daher wird in naher Zukunft der Erwerb der Trainerlizenzen vorangetrieben.

Auch mit Neuzugang Habil Jonuzi wurde zu Wochenbeginn der Vertrag aufgelöst. Der Mittelfeldspieler schafft es aufgrund seines Arbeitsplatzes in Zürich kaum mehr, das Training des
1. FC Rielasingen-Arlen zu besuchen. Der 27-jährige Ex-Spieler des SC Pfullendorf und des FC Singen 04 wird bei seinem Ex-Club Juventus Zürich als Trainer gehandelt.