Fußball, Landesliga: Es hätte dank moderner Technik und Vernetzung ein Saisonfinale werden können, das in seiner Spannung und Dramatik an die klassische Radio-Konferenzschaltung der ARD problemlos hätte anknüpfen können. Auf zwei Sportplätzen der Landesliga wurde die Frage um die Meisterschaft geklärt, auf vier weiteren Plätzen ging es gegen den Abstieg – sechs von acht Spielen mit hoher Brisanz. Aber man kann doch nicht überall sein. Vielleicht nur auf einem Platz, vielleicht gar fern der Heimat, aber mit „seinem“ Club mitfiebernd – schließlich ist ja Ferienzeit. Dank Fussball.de und Liveticker in der modernen Fußballwelt aber kein Problem mehr. Von wegen! Ein Blick kurz nach Anpfiff ins Internet zeigte: Nur vier der acht Begegnungen waren via Liveticker verfolgbar, die Spiele FC Löffingen – SC Pfullendorf, SpVgg F.A.L. – FC Hilzingen und FC Schonach – DJK Villingen waren jedoch nicht dabei.

Gut, beim Rennen um den Titel und den direkten Aufstieg war die Vorentscheidung ohnehin gefallen, nur eine hohe Pfullendorfer Niederlage in Löffingen zeitgleich mit einem hohen Villinger Sieg in Überlingen hätte noch etwas an der Rückkehr des SCP in die Verbandsliga ändern können. Villingen gelang zwar ein Blitzstart, keine Info aus Löffingen, aber spätestens mit dem 1:1 in Überlingen in der 17. Minute, an dem sich lange nichts änderte, war die Meisterfrage entschieden. Allerdings ging es hier auch noch um die Torjägerkrone und da war die 62. Minute noch wichtig, als Marc Kuczkowski einen Elfer verschoss. Sollte ihn das Platz eins in der Torjägertabelle kosten? Nein, aber er muss ihn sich mit dem von Schonach nach Bad Dürrheim wechselnden Alexander German, der am letzten Spieltag erfolgreich war, teilen. 31 Treffer in der Saison 2017/18, eine stolze Bilanz.

Hektischer verlief es im Tabellenkeller. Konstanz, Hilzingen, Salem und die DJK Villingen mussten im Fernduell einen Glücklichen, einen Zitternden und zwei Absteiger ermitteln. Früh wurde klar, auch dank eines lebhaft formulierten Livetickers aus Dettingen, dass es für den SC Konstanz-Wollmatingen eng werden würde. Während Salem gegen Nachbar Markdorf ab der 11. Minute stets in Führung lag, gelang dies den Konstanzern in Dettingen nie, mussten sie ebenfalls ab der 11. Minute fast ständig einem Rückstand hinterher laufen. Auf privaten Kanälen sickerte Mitte der zweiten Hälfte in Dettingen durch, dass der FC Hilzingen 2:0 führte. In Salem fiel hingegen annähernd zur gleichen Zeit beim Stand von 4:1 der Liveticker ganz aus. Und zwischen Hilzingen und Salem ging es auch um das Torverhältnis, Konstanz konnte sich nur durch ein Sieg noch retten. Der Konstanzer Ausgleich und die lange Spieldauer (Liveticker: Abpfiff nach 103 Minuten) in Dettingen erhöhten nochmals die Spannung, doch dann die späte Auflösung: Der FC Hilzingen jubelt über den Klassenerhalt, der FC Salem muss gleich doppelt zittern, bleibt nur in der Liga, wenn sowohl der Landes- als auch der Verbandsliga-Vize aufsteigt, während Konstanz-Wollmatingen den Gang in die Bezirksliga antreten muss.

„Ich sehe die Chance als sehr gering an. Die Abhängigkeiten sind nun sehr groß. Noch mal so viel Glück wie letzte Saison, als uns der Singener Aufstieg rettete, ist unwahrscheinlich!“, zeigt sich der Salemer Trainer Ingo Martin, dessen Team am Ende zwei Tore fehlten, skeptisch in Sachen Klassenerhalt.