Handball, 3. Liga

TVS Baden-Baden

HSG Konstanz

23:30 (12:16)

Es schien zwischenzeitlich schon so, als würde die HSG Konstanz in Baden-Baden den zweiten Derbysieg in Folge souverän erringen. Doch „ein, zwei ganz doofe Phasen“, so Cheftrainer Daniel Eblen, brachten den Zweitliga-Absteiger nochmals richtig unter Druck. Glücklicherweise war Simon Tölke zur Stelle, parierte einige freie Chancen und brachte schnell wieder etwas Ruhe und Souveränität zurück. Am Ende durfte Konstanz so einen deutlichen 30:23-Erfolg feiern und machte vor dem Heimspiel am Samstag, 20 Uhr, gegen Pfullingen weiter Boden gut.

Das Umfeld passt: Große Kulisse und tolle Stimmung

Große Kulisse, tolle Stimmung und auf dem Spielfeld ein temporeicher, hochintensiver Schlagabtausch: Das Südbaden-Derby in Baden-Baden zwischen dem TVS und der HSG Konstanz bot den Zuschauern einen interessanten Handball-Sonntagnachmittag. Von Beginn an stellte die HSG dabei eine stabile Defensive, brachte Torwart Simon Tölke dadurch gut ins Spiel und zog nach Ballgewinnen das Tempo über die ersten und zweite Welle an. Insbesondere von der rechten Seite zeigten sich die Gäste mit Fabian Maier-Hasselmann und Joschua Braun bärenstark. Braun war es auch, der mit einem Doppelschlag auf 8:4 stellte – Party im lautstarken HSG-Fanblock.

Auch anschließend wirkte die HSG überlegen – spielerisch und körperlich. Fabian Wiederstein demonstrierte diese Überlegenheit am Kreis auf beeindruckende Art und Weise und tankte sich zweimal durch: 11:5 (19.). Die Mannschaft von Daniel Eblen profitierte von einer konzentrierten Deckungsleistung, einem von Tölke parierten Siebenmeter und einem variantenreichen, schwer ausrechenbaren Spiel. Doch die Chancenverwertung und Cleverness, sie bleiben nach wie vor das Konstanzer Sorgenkind. Freie Gegenstöße wurden nicht verwandelt und einige technische Fehler brachten Eblen erneut zur Weißglut. Nach Ablauf der ersten 30 Minuten dann jedoch das Highlight des Spiels: Tom Wolf trat erneut zum direkten Freiwurf an – und erneut gelang ihm ein Kunstwurf, über den Block (16:12). Dieses Mal zappelte der Ball im Netz.

„Wir sind froh, hier gewonnen zu haben“, meinte Daniel Eblen. „Im Moment zählen für uns vor allem Erfolgserlebnisse. Der Sieg war wichtig und auch gar nicht so einfach zu holen, mit dem Druck und der Halle in Sandweier im Rücken.“ Denn nach der Pause traf Joschua Braun zwar zum 22:16 – es schien alles für die HSG Konstanz zu laufen. Nach 45 Minuten jedoch kochte die Rheintalhalle, als Baden-Baden zum 20:22 aufschließen konnte. Der Druck wuchs – aber das junge HSG-Team behielt die Nerven. Simon Tölke bewahrte seine Mannschaft mit einigen Paraden freier Würfe vom Kreis vor Schlimmerem. Fabian Wiederstein tankte sich kurz darauf mit seiner ganzen körperlichen Präsenz am Kreis durch und erzielte den wichtigen Treffer zum 23:20. Danach behielten die Gelb-Blauen die Nerven und kühlten die entfachte Stimmung rasch wieder ab.

Paul Kaletsch war es, der erfolgreich die Verantwortung übernahm. Dann tankte sich Samuel Wendel durch und traf, eingelaufen an den Kreis (27:21). Wenig später legte er für Paul Kaletsch auf – Kempa-Trick zum 29:23 und der letzte Höhepunkt eines wichtigen Erfolges, der am Ende doch noch souverän war. „Wir bringen uns aber selbst in die Bredouille“, schüttelte Eblen den Kopf. „In die kritische Situation dürfen wir gar nicht erst kommen. Da waren Fehler in Serie dabei und wir müssen uns bei Simon bedanken, dass nicht mehr passiert.“

HSG Konstanz: M. Wolf, Tölke (Tor); Stotz, Schlaich (1), T. Wolf (2), Wiederstein (7), Kaletsch (7/3), Krüger (1), Maier-Hasselmann (4), Braun (3), Jud (1), Keupp (2), Wendel (2), Löffler. – Z: 700.