Handball, 3. Liga: TSBHeilbronn-Horkheim – HSG Konstanz (heute, 20 Uhr, Stauwehrhalle Horkheim). – Sieben Spiele, sieben Siege – Vereinsrekord. Der Lohn: Die Tabellenführung für den TSB. Erster Verfolger ist die HSG, die zuletzt dreimal erfolgreich war.

Bei Daniel Eblen, Cheftrainer der Konstanzer, herrscht in doppeltem Sinne große Vorfreude. Zum einem steht die Geburt seines dritten Kindes bevor. Die Frau von Sportchef und Co-Trainer Andre Melchert ist ebenfalls schwanger, aber noch nicht kurz vor der Geburt. Eblen: „Einer von uns beiden wird auf jeden Fall dabei sein.“ Dabei sein, wenn die HSG es mit der „besten Mannschaft“ und dem „besten Handball“ der Liga zu tun bekommt.

„Da ist ungeheuer viel Selbstvertrauen vorhanden, es funktioniert alles“, zollt Eblen dem Gegner viel Respekt. Zwar habe auch der TSB Schwächephasen, doch „er hat die Qualität und das Selbstbewusstsein, um die Spiele in seine Richtung zu ziehen“, sagt der HSG-Coach. Bestes Beispiel: Die Partie in Pforzheim, als die TGS auf 22:26 (56.) verkürzte, in den letzten fünf Minuten sieben Treffer hinnehmen musste, bei gleichzeitiger eigener Torflaute. Endresultat war ein deutliches 33:22 für Horkheim – ein dickes Ausrufezeichen.

Von einer großen Aufgabe spricht der 44-Jährige nun. Neben dem variablen Rückraum mit wurfgewaltigen, aber auch schnellen, technisch versierten Spielertypen warnt Eblen besonders vor Kreisläufer Nils Boschen, der eine zentrale Rolle in der Abwehr und im Angriff einnimmt und sich mit dem starken Konstanzer Fabian Wiederstein ein interessantes Duell liefern dürfte. „Der Rückraum ist extrem dicht besetzt und mit das Beste, was die Liga zu bieten hat“, ergänzt Eblen. Dahinter steht mit Sven Grathwohl und Linus Mathes ein starkes Torhütergespann. Hier muss die HSG den Vergleich nicht scheuen. Lediglich 172 Gegentore sind der zweitbeste Wert der Liga.

Ein besonderes Spiel für beide Seiten also. Nicht nur aufgrund der Tabellenkonstellation. „Nein“, sagt Eblen, „Spiele in Horkheim sind immer Highlights. Der TSB hat es konstant über viele Jahre geschafft, viel Qualität zusammenzubekommen. Das sind immer reizvolle Aufgaben.“ Dafür setzte die HSG individuelle und athletische Schwerpunkte beziehungsweise Impulse. „Wir dürfen uns nach ein paar Siegen nicht ausruhen, müssen jeden Tag hart arbeiten. Wir wissen, wie stark diese 3. Liga ist, dass sie sich in der Spielweise nicht groß von der 2. Bundesliga unterscheidet.“

Dass sich sein junges Team in Horkheim auf eine große Fanschar verlassen kann, ist „eine tolle Sache. Das ist sehr wertvoll und kann eine wichtige Rolle spielen.“ Der TSB machte aber in einem Schreiben klar: keine Papierschnipsel in der Halle! Sonst: Durchsuchungen am Einlass, vom Gastgeber angedrohte „polizeiliche Verfolgung“ bei Zuwiderhandlung. Das braucht keiner. Stimmung können die HSG-Fans auch ohne ihr gelb-blaues Konfetti machen. Schade nur, dass der Ton eines Offiziellen im Umgang mit den seit Jahren eng befreundeten Vereinen bei der Vermittlung dieser Bitte Luft nach oben ließ.