Handball, 3. Liga: HSG Konstanz – VfL Pfullingen 28:29 (10:14)

In der Anfangsphase tat sich der Zweitliga-Absteiger schwer im badisch-schwäbischen Kräftemessen mit dem ehemaligen Erstligisten VfL Pfullingen. Die Handballer aus dem 18000-Einwohner-Städtchen nahe Reutlingen agierten zielstrebiger und gingen durch Treffer von Lukas List und Marc Breckel mit 2:0 in Front. Sieben Minuten mussten die HSG-Fans sich gedulden, ehe Tim Jud ihnen zum ersten Mal Grund zum Jubeln gab. Doch Pfullingen zeigte auch in der Folgezeit das flüssigere und kraftvollere Spiel und war beim Verwerten der Torchancen weitaus effektiver als die Blau-Gelben, was einen 3:8-Rückstand für die HSG Konstanz nach 13 Minuten zur Folge hatte.

Handball 3. Liga HSG Konstanz – VFL Pfullingen. HSG Torhüter Simon Tölke links in Aktion.
Handball 3. Liga HSG Konstanz – VFL Pfullingen. HSG Torhüter Simon Tölke links in Aktion. | Bild: Peter Pisa

HSG-Trainer Daniel Eblen griff ein, doch auch der Timeout brachte seine Spieler vorerst nicht in die Spur. Vielleicht war ja Paul Kaletschs Siebenmetertreffer zum 5:9 nach 16 Minuten der Weckruf. Der Torjäger, von einer Erkältung geschwächt, war nach Trainingsrückstand eigentlich nicht von Beginn an eingeplant. Doch wenn der 26-Jährige gefordert war, zeigte er Können, Biss und Nervenstärke – wie beim nächsten Siebenmeter, der die HSG zumindest auf drei Tore heranbrachte (7:10/20.).

Pfullingen blieb aber weiter dominant und konnte die Führung bis zur Pause wieder ausbauen (14:10). Die Konstanzer gaben durch viele leichte Abspielfehler eine bessere Ausgangsposition für den zweiten Durchgang aus der Hand.

Kreisläufer Fabian Wiederstein freut sich, dass er bald wieder für die HSG Konstanz antreten kann.
Kreisläufer Fabian Wiederstein freut sich, dass er bald wieder für die HSG Konstanz antreten kann. | Bild: Peter Pisa

Wie ausgewechselt agierten die HSG-Spieler nach der Pause: Nur noch 15:17 – ein Hoffnungsschimmer nach 37 Minuten. Pfullingen ließ sich zwar nicht abschütteln, doch das Team von Daniel Eblen war nun konsequenter vor dem Gästetor. 17:18 in der 41. Minute – Fabian Schlaich brachte seine Mannschaft erstmals seit der Anfangsphase wieder bis auf ein Tor heran. Lautstarke „Schieber“-Rufe tönten nun vermehrt von der Tribüne. Einige HSG-Fans gaben den Schiedsrichtern nach umstrittenen Entscheidungen Schuld daran, dass ihre Mannschaft in dieser Phase nicht den Ausgleich schaffte. Der fiel dann doch: Paul Kaletsch zeigte in der 49. Minute – diesmal nicht vom Siebenmeterpunkt – seine ganze Klasse und stellte auf 21:21. Was folgte, war an Spannung kaum zu überbieten. Die Gastgeber waren immer dicht dran, hätten mit mehr Effektivität auch an Pfullingen vorbeiziehen können. Doch als der sonst so sichere Kaletsch seinen zweiten Siebenmeter kurz hintereinander nicht verwandeln konnte, schien den Konstanzern die Luft auszugehen (23:26/56.). Mit einer unglaublichen Energieleistung kämpfte sich die HSG jedoch wieder heran und schaffte den erneuten Ausgleich zum 27:27 durch Tom Wolf zwei Minuten vor Schluss. Die Halle tobte, das bessere Ende hatten aber die Gäste, die sich in einem dramatischen Spiel mit 29:28 durchsetzten.

 

HSG Konstanz: M. Wolf, Tölke (Tor); Stotz (2), Schlaich (4), T. Wolf (1), Wiederstein (2), Kaletsch (11/6), Krüger, Maier-Hasselmann, Braun (2), Jud (3), Keupp, Wendel (3), Löffler. – Z: 850.