Handball, 3. Liga: Nur zwei Tage nach dem Saisonende in der 2. Bundesliga sind wichtige Entscheidungen über den Verlauf der nächsten Spielzeit für die HSG Konstanz gefallen. Die Mitglieder der Spielkommission der 3. Liga haben bei der Staffeleinteilung für eine faustdicke Überraschung und einen echten Hammer gesorgt: Neben der HSG Konstanz wird auch die HG Saarlouis als zweiter Absteiger aus der 2. Bundesliga der Südstaffel zugeordnet. Damit ist die Südstaffel die einzige, die zwei bisherige Zweitligisten aufnehmen wird.

Weitere Gegner der HSG sind: TSG Haßloch, TuS KL-Dansenberg mit dem Ex-Konstanzer Sebastian Bösing, VT Zweibrücken-Saarpfalz, TSV Neuhausen/Filder, TSB Heilbronn-Horkheim, TV Willstätt, HC Oppenweiler Backnang, HBW Balingen-Weilstetten II, Rhein-Neckar Löwen II, SV Salamander Kornwestheim, TGS Pforzheim, VfL Pfullingen, TV Sandweier und TuS Fürstenfeldbruck. Dafür wurden die SG Leutershausen, der TVG Großsachsen und die SG Nußloch mit Ex-HSG-Spieler Felix Gäßler in die Ostgruppe eingeteilt. Für Andre Melchert stellt die 3. Liga Süd somit „eine extrem starke, extrem ausgeglichene Liga“ dar, in der jeder jeden schlagen könne. „In dieser Leistungsdichte und -breite ist die 3. Liga Süd sicher die stärkste aller Staffeln“, sagt der Sportliche Leiter der HSG Konstanz.

Gerade von Saarlouis erwartet Melchert wieder eine schlagkräftige Mannschaft, doch vor allem macht er klar, dass „bis zuletzt wahrscheinlich fünf, sechs Mannschaften oben mitspielen werden. Da müssen wir konstant über die komplette Saison unsere Leistung abrufen.“ Nach der enttäuschenden Bilanz in dieser Saison mit elf Spielen, die mit einem bis drei Toren verloren wurden, hat sich die HSG ehrgeizige Ziele gesetzt und strebt die Rückkehr in die 2. Bundesliga an.

„Wir haben ein gutes Team zusammengestellt und wollen um den Aufstieg mitspielen“, unterstreicht der Sportliche Leiter, fügt aber auch gleich mit viel Respekt vor dem hohen Niveau in der 3. Liga an: „Das ist auch von vielen Faktoren wie Verletzungen etc. abhängig. Und es wird ungleich schwerer als bei der Süddeutschen Meisterschaft 2016.“ Als Gründe dafür benennt Melchert die vielen Mannschaften, die das Potenzial für Spitzenplätze haben. Zwar haben sich viele junge Spieler der HSG in den vergangenen Jahren weiterentwickelt, doch Melchert warnt und fordert zugleich: „Einsatz, Motivation, alles muss immer stimmen. Talent allein reicht nicht. Wenn nicht jeder 100 Prozent den Aufstieg will und alles dafür gibt, wird es nicht reichen.“

In der 16 Teams umfassenden 3. Liga Süd qualifiziert sich der Meister – bei Punkgleichheit entscheidet der direkte Vergleich – im sogenannten Übergangsjahr aufgrund der Reduktion der 2. Bundesliga für eine Aufstiegs-Relegation gegen die drei anderen Meister der Drittligastaffeln West, Ost und Nord. Drei der vier Meister steigen in die anschließend auf 18 Teams reduzierte 2. Bundesliga auf, in der in der kommenden Spielzeit einmalig fünf Teams direkt absteigen werden. Ab der Saison 2019/20 steigen nur noch zwei Mannschaften direkt aus der Zweiten Liga ab, der Drittletzte bestreitet gegen den Drittplatzierten der vier Drittligameister in Hin- und Rückspiel Relegationsspiele um den Klassenerhalt beziehungsweise Aufstieg.